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Dienstag, 3. Januar 2017

Gutes Mittelmaß

"Victoria", die britische Serie, ja, es funktionierte genauso, wie ich's mir letzte Tage vorgenommen hatte. Eine ausführliche Serienbesprechung wäre aber sicher unnötig, denn hier reichen Stichworte völlig aus.

Zuerst das Wichtigste: es ist keine rührselige Soap wie vergleichbare Serien, dennoch ist die Serie "The Crown" um Längen besser. Technisch ist "Victoria" lieblos umgesetzt, d.h. es bleibt der Eindruck durchgehend bestehen, dass sehr viel mehr gedrehtes Material zur Verfügung stand aber man alles in einen bestimmten Serien-Rahmen einpressen musste und dass diese Regiearbeit doch ziemlich misslungen ist. Streckenweise ist es eine Stakkato-Serie, deren Sprünge recht grob ausfallen. Nun gut, man kennt eh die Geschichte, dennoch zeigt "The Crown" wie es besser geht. "Victoria" leidet also an einem schlechten Schnitt bzw. an einer ungenügenden Schnitt-Regie.

Im Zeitalter der Computeranimationen, bei denen immer öfter Fiktion nicht mehr von der Realität unterscheidbar ist, bekommt man bei "Victoria" allerdings den Eindruck, einen Film der 1970er Jahre zu sehen. Künstliche Kulissen, schlecht kolorierte Animationen und bei all dem dann auch noch mit einem meiner "Lieblings-Geht-Gar-Nicht-Attribute" versehen: den asphaltierten Straßen und Wegen im Zeitalter Königin Victorias. Naja, andere Zuschauerinnen und Zuschauer finden das vielleicht nicht so wichtig, doch es steht hier exemplarisch für die Lieblosigkeit und Unachtsamkeit des Filmsets auch in weiteren Bereichen.

Die Schauspieler geben ihr Bestes, sie überzeugen auf ganzer Linie, wirklich sehr gut, trotzdem reicht das alleine leider nicht aus, die anderen Unzulänglichkeiten aufzuwiegen. Gesamt-Schulnote daher: 2 minus oder 3 plus. Die zweite Staffel der Serie werde ich mir ebenfalls ansehen, doch archivieren werde ich "Victoria" nicht, das heißt, ich schaue die Serie kein weiteres Mal. Quintessenz also: gute Einmal-Unterhaltung ohne jeden Anspruch oder Erwartung auf etwas Besonderes wie zum Beispiel bei "The Crown".

War das jetzt eine schlechte Kritik? Ein negativer Tagebucheintrag? Soll es eigentlich nicht sein. Mittelmaß hat seine Berechtigung überall, Mittelmaß ist nicht negativ, wie es oftmals von anderen Menschen zu lesen oder zu hören ist. In einer Welt jedoch, die nur noch hin- und herpendelt zwischen Extremen und Sensationen, verliert sich natürlich auf Dauer jedes Maß dazwischen, bis dass am Ende ein Knall oder Infarkt, eine Reizüberflutung oder ein Schock die Einsicht eines positiven Durchschnitts des Alltäglichen wieder erstrebenswert macht.

Kommentare:

  1. Dann lasse ich die aus.
    "The Crown" geht ja weiter, da nutze ich doch meine Augen nicht für B-Klasse ab.
    Ich warte sehnsüchtig auf "Better call Saul", angeblich kommt die 2. Staffel im Februar, und wehe, wenn nicht:-)

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    1. Da kommt dann auch noch eine 3. Staffel, guck:

      http://www.serienjunkies.de/better-call-saul/alle-serien-staffeln.html

      Danke für den Tipp. Ich dachte, ich kenne die Serie schon, bin mir da jetzt aber gar nicht mehr so sicher. Habe momentan wieder zwangsarbeitsfrei, daher lade ich mir justamente die ersten beiden Staffeln komplett herunter (alter Angeber, is' klar). Schaun wir gleich mal, ob ich die schon kenne. Jedenfalls wenn du sagst, dass dir etwas gut gefällt, dann gefällt es mir zu 99 Prozent ebenfalls. Das finde ich echt klasse :-)

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  2. Richtig! Die 2 Staffeln kamen mir offenbar kurz vor. Vince Gilligan ist ein genialer Drehbuchschreiber. Better call Saul braucht anfänglich etwas, aber dann nimmt einen Saul Goodman wieder gefangen.
    Bei deinem (und meinem auch) Konsumverhalten kann man schon mal ins Schleudern kommen. Ich beneide dich um das Vergnügen, falls du die Serie noch nicht kennst.

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