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Montag, 16. Januar 2017

Aus der Welt der persönlichen "Medien"

Familie und enger Bekanntenkreis, hachja, da erlebtste Sachen. Wem sage ich das, wahrscheinlich ist es bei anderen - bei dir - ziemlich ähnlich. Aus einer Mücke wird im Handumdrehen ein Elefant gemacht, ohne dass du auch nur den geringsten Einfluss darauf hättest.

Mein Festnetz-Telefon ist meist komplett ausgeschaltet, von Zeit zu Zeit auch die E-Mail-Benachrichtigung über Anrufe in Abwesenheit, ein Smartphone benutze ich mangels Netzausbaus zu Hause sowieso nicht, die Haustürklingel rostet in ihrem abgestellten Zustand seit geraumer Zeit vor sich hin und mein E-Mailprogramm kann ich mittlerweile ebenso tagelang geschlossen halten, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu bekommen oder Angst zu haben, womöglich etwas zu verpassen. In diesen Zeiten existiere ich schlichtweg nicht mehr. Ein unglaublich wohltuender Zustand.

So war es also auch am Wochenende.

Vorhin holte ich dann mal die E-Mails ab: eine Liste schier ohne Ende und alles kein Spam. Demnach hätte in den letzten Tagen mein Telefon nicht still gestanden, zusätzlich versuchte mich persönlich vergeblich jemand zu erreichen und andere schrieben und klingelten stumm um die Wette - alles irgendwie über mich oder wegen mir aber eben ohne mich. Was ich gesagt hätte, wenn ich gewusst hätte, dass Faktor X gleich Y sei oder was ich sagen würde, wenn ich wüsste, was Person XY behauptet habe oder wobei ich "wieder gelogen" habe (von meiner dementen Mutter charmant hervorgebracht über jeden Menschen, der ihre Welt nicht teilt) oder wer was über mich sagte ("sie hat gesagt, du hättest gesagt..." - so in etwa halt) und, und, und.

Quintessenz: Es ist völlig egal, ob du dich zu irgendeinem Thema oder Anliegen äußerst oder ob du schweigst, denn es wird eh von dir nur das gesprochen, von dem erwartet wird, dass du es so oder so ähnlich gesagt hättest. Ähm, das war jetzt ein verkorkster Satz. Kürzer: Sie reden über dich was und wie sie wollen.

Von daher stimmt natürlich die Weisheit, man lustwandle quasi imaginär lebend sogar nach seinem physischen Ableben in den Köpfen der Menschen weiter, so lange es diese Köpfe selbst noch gibt. Nun bin ich also real wiederauferstanden und muss mit großen Augen und Ohren staunen, was meinem virtuellen Ich so alles zugeschrieben wird. Potztausend! Es geht im Kleinen zu wie bei den großen Medien in der Welt.

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