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Mittwoch, 14. Dezember 2016

Aleppo

Da mache ich ein Mal das TV an aber auf keinem Kanal herrscht Freude über das Ende des Krieges in Aleppo, nein, im Gegenteil, auf allen Kanälen werden mir Vorwürfe entgegengeschleudert, wie sehr "der Westen", Deutschland und letztlich ich selber als Teil dessen am Elend in Syrien mitschuldig oder verantwortlich sei. Meine Güte! Kein Land Europas, nicht einmal Europa als einheitliche Stimme, können am syrischen Bürgerkrieg etwas ändern. Was man hätte vor 20, vor 10, vor einem Jahr tun können, das ist hier und heute uninteressant und führt zu nichts. Hinterher ist man sowieso immer klüger. Nach der überwiegenden Meinung in den Medien sollen wir, also soll Deutschland, nun wenigstens böse auf Russland sein. Herrje, das einzige Land mit Macht, das dort überhaupt aktiv ist … ich hör's schon, nur wegen eigener "schlimmer" Interessen ... ja und? Was denn sonst? Der Westen und die USA haben bisher alles verhindert, das hatte wohl auch Interessen. Dann lasse ich doch lieber Russland seine eigenen Interessen, Hauptsache endlich hört der Krieg in Aleppo auf, Frieden ist ja wohl wichtiger. Außerdem handelt es sich dort um einen Bürgerkrieg vieler unterschiedlicher Parteien, Länder und Regionen, alle haben ihre eigenen Interessen und ihre Finger dort mit drin. Das einzige, was wir müssen, nein, was die Journalistinnen und Journalisten müssen, ist die Einsicht zu erlangen, dass Deutschland - dass wir - machtlos im Syrienkonflikt sind. Es ist eben nicht unser Konflikt. Punkt. Ständig nur mit den Fingern auf andere zu zeigen: "du hast Schuld, die sind Schuld" - ach, immer mehr Menschen können, wie ich auch, keine Medien mehr ertragen und daran sind eindeutig die Medien selber Schuld.

Die Welt ist heute nicht anders als sie früher war, nur die Hysterie gleicht heute dem Quieken und Schnattern im Stall eines Bauern.

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