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Montag, 14. November 2016

Zahlen, Fakten, Manipulationen

Etwas, das gegenwärtig ungemein auffällt, ist die Intoleranz vieler Menschen, die sich selber als die tolerantesten Menschen überhaupt bezeichnen. Zumindest spiegelt sich das derzeit in fast allen Medien wider.

Demokratie und eine pluralistische Gesellschaft lebt vom Wandel. Nach einem knappen Jahrzehnt einer Regierung durch Partei A ist es wichtig, dass einer Partei B die Macht übertragen wird, da andernfalls Institutionen und Personen Gefahr laufen, gewissermaßen auszutrocknen, behäbig zu werden, zu verhärten und sich langsam aber stetig dadurch diktatorische korrupte Machtstrukturen entwickeln können. Ein Wechsel der Regierungen und Verwaltungen ist also für die Aufrechterhaltung einer modernen flexiblen Demokratie unabdingbar.

Leider kennen wir in Deutschland nicht eine gesetzlich vorgeschriebene maximale Regierungszeit unserer Staatsoberhäupter. Unter Kanzler Kohl verödete unser Pluralismus beinahe und Frau Merkel schickt sich an, mit Hilfe der größten Oppositionspartei, der SPD, es ihm gleich zu tun. Das ist allein unser Problem. Andere fortschrittliche Länder haben dieses Problem längst erkannt. So darf in den USA niemand länger als zwei Regierungsperioden Präsident sein (eine Ausnahme gab es wegen des 2. Weltkriegs).

Nach den Clinton-Jahren etablierte sich die zweimalige Bush-Regierung, danach war niemand verwundert über den Wechsel zu Obama. Seine Zeit ist nun genauso vorüber, der Wechsel zu Trump ist also keine Überraschung und völlig normal. Während der kurzen Übergangszeit gab es stets ein paar Leute, die demonstrierten, schlechte Verlierer oder Demokratiefeinde. Das nimmt man als menschliches Verhalten hin und diese Demos verschwinden nach wenigen Wochen wieder.

Derzeit berichten unsere Medien über "viele" Demonstrationen gegen Trump in den USA. Die einzige Zahl, die geschätzt wird und die ich als höchstgenannte dabei vernommen habe, sind rund 1.000 Demonstranten in New York. Nun, was bedeuten 1.000 Demonstranten? Hört sich ja viel an, nicht wahr.

Ich darf mal überschlagen (korrigiere mich ggf.): Tausend Demonstranten bei einem 330-Millionen-Volk sind gerade mal 0,0003%. Auf Deutschland übertragen in Bezug zur Gesamtbevölkerung von rund 80 Millionen wären 0,0003% Demonstranten in etwa 240 Menschen. Wenn 240 Menschen in Deutschland irgendwo demonstrieren, glaubt dann irgendjemand ernsthaft, dies sei eine Meldung beispielsweise in den Hauptnachrichten der USA wert? Das ist ein Fliegenschiss, über den selbst deutsche Medien bei Demos hierzulande üblicherweise nichts berichten, ja, sie nicht einmal wahrnehmen würden.

Erkennst du jetzt vielleicht die Verhältnismäßigkeit? Und dann haben unsere Medien auch noch die Chuzpe, nach Berichten über solchermaßen "Massenproteste" gegen Trump in den USA, zu behaupten, sie manipulieren nicht.

Kommentare:

  1. Punkt.Sehr gut analysiert. Der abgehalfterte Politclown Michael Moore hat ein sehr langes Video über die "Demo" vor dem New Yorker "Trump Tower" gedreht, nach kurzem Gucken weiß man Bescheid.
    Trump schlägt inzwischen doch ganz moderate Töne an. Aber wenn man nur Systemmedien konsumiert, kann man sich vor Trump fürchten. Ich bin dafür, dem Mann jetzt mal ein Jahr Zeit zu geben und das Resultat dann zu bewerten.
    Sich schwarz zu kleiden und mit ner Sicherheitsnadel aus dem Haus zu gehen - lächerlich.
    Der "Souverän" soll sich einmischen und wenn er es tut, ist es auch wieder nicht recht.

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    1. Genau, wir beide sind ja keine Amerikaner, und zumindest ich weiß wirklich nicht, was für dieses Land richtig oder falsch ist. Das müssen die Amerikaner selber wissen und entscheiden. Haben sie gemacht und gut ist. Punkt. Genau. Wie du es auch sagst.

      Die Deutschen sind immer so schrecklich ideologisch. Dabei sollte man annehmen, dass sie davon doch mittlerweile die Nase voll hätten, aber nein, Deutschland oder die deutschen Journalistinnen und Journalisten meinen nach wie vor zu wissen, was gut oder schlecht für Europa und die Welt ist. Von Luther zu Hitler, von Marx zu Wilhelm II, am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Bäh!

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