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Dienstag, 15. November 2016

Phlegmatismus vs. Überschwang

Meine neuen vorübergehenden Arbeitszeiten sind zwar mehr tagsüber aber gottlob nicht morgens. Du erinnerst dich vielleicht an 2014? Falls nicht, da hatte ich wählen können und testweise die Zeit morgens von 6 Uhr bis nachmittags ausgewählt, was sich als großer Fehler herausgestellt aber was ich dann trotzdem komplett auch so durchgezogen hatte, um mir ja keine Blöße zu geben. Jedenfalls stellte sich diese Arbeitszeit definitiv als die schlimmste überhaupt heraus. Für mich, ist klar. Jeder Jeck tickt anders.

Was ich wieder Unmengen überflüssigen Kram einleitend voransetzen kann, nicht wahr, nur um eine einfache Information, die ich sogar tagebuchmäßig als Stichpunkt darnieder legen könnte, mitzuteilen. Aber nein, Monsieur Georg muss natürlich Romane verfassen, schreibt wie eine gierige Maus, die sabbernd um den heißen Brei herum tanzt, erzählt dabei Dinge, die kaum etwas mit der eigentlichen Information zu tun haben, die mit der Bemerkung "nicht relevant" vom imaginären Lehrenden durchgestrichen werden würden, aber Hauptsache schön und ausreichend lang wird der Eintrag, so lässt sich dem Autor, also in diesem Fall jetzt mir, wenigstens keine genetische Oberflächlichkeit, kein Phlegmatismus nachsagen.

Oder: so isser nu'mal, Punkt.

Darüber hinaus frage ich mich, weshalb der gerade benutzte Begriff weder im Duden noch im Web existiert, denn google mal nach "Phlegmatismus", es erscheinen, neben den üblichen maschinell generierten Links, nur eine Wikipedia-Umleitung und im Yoga-Wiki ein Eintrag, der einigermaßen zielführend ist. Dass die von mir so sehr geschätzte geisteswissenschaftliche Disziplin der Psychologie, der Spökenkiekerei, diesen herrlichen Begriff noch nicht für sich vereinnahmt hat, gibt mir dabei ziemlich zu denken. Eigentlich kann dies lediglich bedeuten, dass die lieben Psychoretten längst ein viel besser klingendes Wort dafür benutzen. Ich könnte wetten.

Um zum Kern meiner heutigen Tagesnotiz (dieser Begriff stellt sich angesichts der bereits vorhandenen einleitenden und überschwänglichen Bemerkungen eher als ein Witz dar) zu gelangen, so muss ich als Nachtarbeiter, das heißt mit nächtlich angelegtem Biorhythmus, nun in einem arbeitszeitlichen Kompromiss bis Weihnachten tätig werden: 17 bis 1 Uhr. Plus einem halbstündigen Anfahrtsweg mit dem Fahrrad. Das geht doch, nicht wahr. Da steigt direkt meine Laune bis hin zu einem Überschwang an echter Freude, denn damit entfallen die nächsten drei Monate sämtliche Existenzängste. Das Leben ist (bei mir) eben kein steter ruhiger Fluss, doch zu ertrinken ist augenscheinlich viel schwieriger als man gemeinhin annehmen mag - wobei, "klopf auf Holz", sicher kann ich diese Erkenntnis logischerweise erst am Ende meines Lebenswegs behaupten. Naja.

Dir wünsche ich derweil einen ruhigen, nicht unbedingt phlegmatischen, so doch einen unaufgeregten, gelassenen Dienstag.

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