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Freitag, 11. November 2016

Impressionen einer Zeitmaschine

"Miss Pig" zeigt einen kurzen Abriss im wortwörtlichem Sinne, also so, als würde auf einem zweigeteilten Kalenderblatt die eine Seite mit Zahlen von der anderen Seite, bestehend aus einem Bild einer Terrasse, abgerissen werden. Dabei handelt es sich nicht um einen einzelnen Monat des Kalenders, sondern um 16 Jahre. Das tatsächliche Bild der sich nur unwesentlich verändernden Terrasse dient als Metapher für das Verstreichen der Zeit der anderen datenbasierten Kalenderseite; beides findet dann ihre jeweiligen Schnittpunkte in den Impressionen des eigenen Daseins. All das nicht ausführlich, sondern als ein Abriss, also Stichwort gebend. Das ist wiederum im wortwörtlichen Sinne fantastisch.

Beim Lesen dieses wunderbaren Blogeintrags erinnerte ich mich unwillkürlich an die Szene der Verfilmung von H. G. Wells' "Zeitmaschine", in der der Wissenschaftler George bei der ersten testweisen Betätigung des Hebels die Maschine ganz langsam in Gang setzte und die Umgebung sich im Laufe der Jahre in Zeitraffer zu verändern begann. Oh, wie liebe ich solche Metaphern, diese Art des Erzählens, die Verbindung der Außenwelt mit der des Inneren, die Darstellung abstrakter, scheinbar komplexer Dinge und Zusammenhänge anhand ganz einfacher und naheliegender Bilder. Und schon öffnet sich der eigene Zeitstrudel beim Blick in die nähere Umgebung.

Ein Blogeintrag, der ziemlich nachwirkt. Eine klasse Idee. Sowieso Miss Pig: schreibt eher selten, doch wenn, dann meistens etwas Besonderes.

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