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Samstag, 26. November 2016

Hedonistische Freude oder pure Dekadenz

Folgendes ist politisch und ökologisch so inkorrekt wie (dieser Satzbau für die Grammatik und wie)  während des ungenutzt fließenden heißen Wassers am Waschbecken sich in aller Seelenruhe die Zähne zu putzen - aber es zeugt gleichermaßen von der kulturellen Errungenschaft, über die bloße Existenzsicherung hinaus und fernab jeder ökonomischer Vernunft, dem reinen Genuss zu frönen. Fast würde ich wagen, zu sagen, dies zeige einen gewissen Stil. Also, die den Strom verschwendende Elektroheizung böllert eine Stunde lang unbekümmert auf höchster Stufe vor sich hin, denn trotz der schon recht kalten Witterung, lasse ich die Tür nach draußen weit offenstehen. Mit hochgelegten Beinen sitze ich auf einem bequemen wippenden Drehsessel, lausche wunderbarer Musik aus dem kleinen ufoähnlichen Bluetooth-Lautsprecher und genieße den durch den Temperaturunterschied hervorgerufenen Flow des Luftaustauschs, der ganz und gar nicht zugig unangenehm wirkt, sondern eher wie in mediterranen Gefilden abends am Strand sitzend wohltuend den Körper und die Seele umweht, ja geradezu sanft massiert. Die E-Dampfen zeigen unter diesen physikalischen Besonderheiten keinerlei obstruktive Tendenzen und mein Schwelgen im feinen Nebel des edlen köstlichen Liquids wird mit einer seltenen und dadurch um so wertvolleren Entspannung in einer besonderen Art der Blauen Stunde belohnt. Alles während meiner Arbeitszeit, das finde ich beinahe schon obszön schön.

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