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Samstag, 8. Oktober 2016

Sport oder Bewegung?

Kurbelursel (dort unter "sonstiges") hat auf dieses interessantes Thema hingewiesen, bei dem neben den anderen wichtigen Gesichtspunkten der Ernährung aber immer wieder die alte Tretmühle bedient wird, indem die Bewegung mit dem Training oder dem Sport verwechselt wird.

Bewegung, das ist das Zauberwort, nicht aber Sport. Der Sport ist kein Problem, dicke Sportler gibt es kaum. Es gibt aber Menschen, dazu zähle ich mich ebenfalls, die haben an Sport keinen Spaß. Training macht ihnen keine Freude. Wenn wir allein schon das Wort Sport hören, ziehen wir uns sofort einen Riegel Schokolade zum Trost unseres schlechten Gewissens rein, das wir als Sportverweigerer nämlich von der Umwelt massiv eingeredet bekommen. Mit dem Sport als erhobenem Zeigefinger Übergewichtige zu motivieren ist definitiv kontraproduktiv.

Es hat lange gedauert, bis auch ich den Unterschied von Sport und Bewegung in Zusammenhang mit der Ernährung überhaupt erst verstanden hatte. Astrid half mir seinerzeit dabei sehr durch ihre vielfältigen Artikel auf ihrer Internetpräsenz. Sport ist seither für mich völlig unwichtig geworden (also auch zu unwichtig für ein schlechtes Gewissen), denn es kommt einzig auf ausreichende Bewegung an, die sich in vielfältiger Art und Weise ausführen lässt, teilweise ohne es selber bewusst zu bemerken (zum Beispiel wenn statt eines Aufzugs die Treppe genommen wird oder man sich auch mal ein paar Meter zu Fuß statt mit dem Wagen bewegt). Vom Hundespaziergang, die Wahl des Fahrrads für kurze Wegstrecken, vom Federballspiel mit den Kindern vorm Haus, eine kleine spontane Runde Tischtennis oder der manuellen wöchentlichen Autowäsche statt der Benutzung einer Waschstraße mal ganz zu schweigen. Für Bewgung braucht man sich nicht umzuziehen, es wird keine Bewegungsbekleidung benötigt. Zum Einkaufen gehen, nicht fahren, kurze Wege ebenso zu Fuß erledigen, auch mal etwas ein Stück mit den eigenen Armen und Händen tragen und das Getragene aufgrund der Anstrengung hinterher viel mehr zu würdigen bzw. wertzuschätzen, so einfach geht Bewegung.

Überall dort, wo einem die Bewegung als Service oder Komfortleistung abgenommen wird, können wir sie uns wieder zurück holen. Wir sollten uns die Bewegung nicht ungefragt nehmen lassen. Wir sind keine Babys, die gepampert werden müssen und noch nicht so gebrechlich, dass wir nicht alleine über die Straße gehen könnten.

All diese vielen Kleinigkeiten machen letztlich den Sport als Leistungsübung, sowie als ungesunden Stressfaktor überflüssig. Für mich als einen nicht mehr ganz so jungen Menschen, der sich also nicht mehr ständig bei allen Dingen des Lebens mit anderen messen will, hat der Sport als Wettkampf gottlob ausgedient. Sport ist Bewegung aber Bewegung nicht gleich Sport. Bewegung ist viel mehr als Sport, Bewegung ist frei und befreit gleichermaßen.

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