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Dienstag, 11. Oktober 2016

Gärtnerische Bewegung und Röstaroma

Gartenarbeit, nein, mag ich nicht. Mein Garten ist ein "Wildgarten". Wie dem auch sei, hin und wieder muss ich dennoch die ansonsten alles überwuchernden Brennnesseln entfernen. Ein bisschen Gartenarbeit ist also schon nötig. Gut.

"Georg! Auf was möchtest du hinaus? Wenn du mit solch einer überflüssigen Einleitung beginnst …"

Das ist schon wichtig, da es nämlich mein folgendes Fehlverhalten erklärt. Also jenes, welches aus der mangelhaften Erfahrung bei der Gartenarbeit herrührt. Der Entschluss, die Brennnesseln zu entfernen, fiel nämlich spontan, die Handschuhe (Haha! Nein, das isses nicht!) liegen immer griffbereit. Aber die E-Dampfe musste ich spontan auf der Wiese abstellen. Sie fiel natürlich um und lag nun auf der Seite. Macht ja nix, dachte ich bei mir, wenn was leckt, dann düngt es höchstens die Wiese. Die silberne Enginess von und zu OBS mit dem weiten Ofenrohr-Driptip war's übrigens, denn große Wolken mache ich jetzt im kühler werdenden Herbst besser draußen als bei geschlossenen Fenstern drinnen. Erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner entnehmen außerdem bereits der Begrifflichkeit "Wiese", dass damit nur ein ungepflegter ehemaliger Rasen gemeint sein kann. Ja, richtig, mit Maulwurfhügel und allerhand Wildkraut und vor allen Dingen stets ungeschnitten.

"Georg! Zur Sache!"

Die umgefallene seitlich liegende E-Dampfe, jaja, ich meine, ich konnte doch nicht ahnen, dass sie sich direkt auf einer Ameisenstraße befand, das Gras war viel zu hoch, um dies anfangs zu erkennen. Jedenfalls fand für mich zuerst locker eine Stunde Körperertüchtigung statt. Das ist gut als Kompensation bei Bewegungsmangel. Am Ende suchte ich die sexy Enginess, fand sie alsbald, nahm sie flüchtig in Augenschein, wischte sie kurz ab, strich das Gras aus ihrem hübschen Gesicht - und setzte an für einen tiefen Zug wohlschmeckenden Schokoladen-Dampfes. Ich zog - bis im Mund etwas kleines leicht Knusperiges von meiner Zuge wahrgenommen wurde. Es schmeckte nussig, wie ein winziges Stückchen Erdnuss mit Haferflockenrest, das zwischen die Zähne geraten war und sich nun gelöst hatte. Nur, ich habe seit Monaten keine Nüsse oder überhaupt irgendwelche Knabbereien mehr gegessen. Augenblicklich war mir klar, um was es sich dabei handeln musste.

In einem angewiderten Schwall heftigen Prustens entledigte ich mich dieses Etwas, spürte es noch ein weiteres Mal zwischen den Lippen, kurz vorm weit Fortspucken, es fühlte sich immer noch "schokokrispig" an aber auch weich, also mit Weichteilen, insgesamt ein interessantes Geschmackserlebnis. Wäre nicht so viel Ekel dagewesen und kein Schreck, ich müsste sagen, dass dieser Gesamteindruck von schoko-nussigem Geschmack mit der weich bis knusprigen "Haptik" schon ziemlich gut war. Doch, doch, eigentlich schon.

Welches Insekt es nun genau war? Zu 99 Prozent eine oder mehrere Ameisen. Nach dem nussigen Geschmack zu urteilen, war wenigstens eine bis zur Wicklung vorgedrungen und mindestens teilgeröstet.

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