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Freitag, 21. Oktober 2016

Frei nach R. Mey: es gibt keine TV-Serien mehr ...

Netflix ist ja eine schöne Sache für Serien-Fans. Es ist klar, dass ein Sender nicht ausschließlich Qualitätsserien ausstrahlen kann, so viele gibt es schließlich nicht und durch ständige Wiederholungen, vergrault man nur die Zuschauerinnen und Zuschauer. Also gilt es eine gewisse Ausgewogenheit bei der Auswahl der angebotenen Serien zu wahren, was ich mir durchaus ziemlich schwierig vorstelle.

Du erkennst an diesem einleitenden Satz bereits, dass meine Erwartungen an die als Mystery-Serie angekündigte TV-Serie "Glitch" nicht besonders hoch waren. Manche Serien, die nicht zu den besten gehören, erwähne ich nicht einmal, andere, deren Albernheit bereits in der Beschreibung zu erkennen ist, quittiere ich mit einem großzügigen Lächeln. Was aber "Glitch" hier abliefert, sprengt mein Schulbenotungssystem und ist einfach nur dermaßen grottenschlecht, dass ich mich als Zuschauer von Netflix definitiv verarscht vorkäme - Konjunktiv, da ich kein Zuschauer von Netflix bin. "Glitch" hatte ich anderweitig besorgt und mir die Serie mangels Alternative in zwei mal drei Stunden während meiner derzeit äußerst langweiligen Nachtschichten angesehen. Schlimm, es war wirklich schlimm.

Geschichte = Schrott, Drehbuch = Schrott, Location = Schrott, Musik = Schrott, Effekte = Schrott, Regie = Schrott, Schauspieler = Schrott. Wer Schrott nur von einem Schrottplatz her kennt aber Schrott gerne auch mal in einer anderen Form dargeboten bekommen möchte, dem bietet sich mit "Glitch" eine neue Form seiner Präsentation.

Es ist nach wie vor für mich unbegreiflich, wie jemand so etwas finanzieren kann. Mafia Geldwäsche? Welchen Vorteil, welchen Mehrwert könnte sonst eine Investition in eine Produktion von Schrott bieten? Ich frage mich, wer in Gottes Namen, eine solche Produktion dann noch am Ende kauft? Das Recyclingunternehmen "Schönmackers", das hier im Rheinland den Müll entsorgt? Nein, Netflix hat's getan. Netflix hat billigsten australischen Schrott für die eigenen Zuschauerinnen und Zuschauer angeschafft. Netflix muss definitiv zu viel Geld zur Verfügung haben, da sie es schon zum Recycling hergeben.

Kommentare:

  1. Du hast so recht, es wird eng in Serienland. Alles Interessante wurde schon geschaut. Wir haben noch einige wenige auf dem Zettel die wir antesten, aber ich bin gefühlt schon in der Kündigungsschleife. Den teuersten Flop hat sich Netflix mit Baz Luhrmann's "The Get Down" geleistet. Da haben wir nicht mal die erste Folge durchgestanden.Unerträglicher Murks.
    Und bei den eingekauften Filmen handelt es sich fast ausschließlich um schon zigfach durchgenudeltes altes Zeug.

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    1. Tja, eine Firma, gegründet zum Geldverdienen, nicht als Qualitätsverbreitungsstelle. Es könnte sein, dass sie sich nun auf dem Höhepunkt ihrer Geldanhäufung befindet und dass ab jetzt abgeschöpft wird. Es würde mich nicht wundern, wenn Netflix in einem Jahr pleite ist bzw. nur noch als Name irgendeiner weiteren solcher Art Geld-Firma existiert.

      So dreht sich die Mühle des Kapitalismus immer weiter, immer schneller, immer dreister. Wir stoppen das ja nicht, sondern drehen uns begeistert mit auf diesem Karussell - mich inbegriffen, ich bin da nicht besser als alle anderen.

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