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Montag, 24. Oktober 2016

Dualismus der Eitelkeit

Es ist dasselbe in groß, was tagtäglich im Kleinen irgendwo im Web geschieht: jemand zeichnet einen Menschen aus und erwartet Dank dafür. So etwas ist eine vergiftete Auszeichnung in zweierlei Hinsicht, denn zum einen heischt der Auszeichnende damit um eigene Aufmerksamkeit und zum anderen benutzt und verführt er dafür den Ausgezeichneten. Es ist also ein Dualismus der Eitelkeit.

Bob Dylan steigt durch seine "Missachtung", die er dem Nobelpreiskomitee zeigt, in meiner persönlichen Achtung von Tag zu Tag. Und noch eines, liebe Medienvertreter und (meist selbsternannte) Literaturexperten: Bob Dylan ist kein "singender" Poet oder gar ein "Sänger"-Poet oder ähnliches, ihr müsst da nichts relativieren, versucht es doch einfach mit Poet. Und macht euch mal schlau, was das wohl für ein Ding ist, ein Poet. Huuhh, beängstigend, ein Poehhht ...

Für diejenigen, die es immer noch nicht verstanden haben: ja, Dylan schreibt Poesie, Singer-Songwriter sind Poeten und der Literatur-Nobelpreis ist die pure Eitelkeit mit Soße.

Kommentare:

  1. Man hätte den Preis endlich an Philip Roth verleihen können, das ist längst überfällig. Dylan ist einiges jünger als Roth, nächstes Jahr hätte auch gelangt;-)

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    1. Phillip Roth war und ist zu umstritten, das werden die Norweger bestimmt nicht machen. Die geben lieber jemanden, der nix tut, einen Preis, siehe Obama.

      Es gäbe auch etliche andere Autorinnen und Autoren für diesen Preis - jedes Jahr im Grunde dieselben Diskussionen.

      Bei den Naturwissenschaften ist es einfacher: alles ist verifizierbar. Und Journalisten sind eh zu doof, Naturwissenschaften zu kapieren, deshalb finden sie dort auch nichts zu schreiben. Aber bei den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, da labert jeder mit. Menschen halt. Wie wir zwei beide gerade jetzt und hier ebenfalls ;-)

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