.

.

Donnerstag, 15. September 2016

Sicherheitsbedenken

Heute erreichte mich eine E-Mail aus China, in der mir leidvoll mitgeteilt wurde, dass ein Päckchen, was schon sehr lange unterwegs zu mir war, zur Vernichtung anstünde. Jaja, da musste auch ich erst mal schlucken. Aber nicht der böse deutsche Zoll ist dafür verantwortlich, sondern es befand sich im Paket u.a. ein rechteckiges Gerät aus Metall mit einem fest verbauten Akku. So etwas scheint an den Außengrenzen Europas unbekannt zu sein, denn nach Angabe des chinesischen Händlers, habe eine Röntgenanlage bei der Paketuntersuchung einen gefährlichen Gegenstand gemeldet, was in Zeiten der Terrorabwehr gleichbedeutend ist mit: ab in die Tonne.

Ein juristisches Vorgehen dagegen ist sinn- und zwecklos, da der Grund "Sicherheitsbedenken" ein unumstößlicher ist - in Diktaturen ist dies sogar die 0-8-15-Begründung für alles und jeden. Sicherheitsbedenken legen die üblichen Gesetze, Rechte und Regeln des Zusammenlebens lahm, darüber sollte auch ich mir vielleicht doch mehr Gedanken machen. Aber abgesehen davon wäre der Warenwert sowieso zu gering gewesen, als dass sich ein EU-Staatsbediensteter mit dem Fall beschäftigt hätte. Eine erneute Sendung schloss der Chinese als Empfehlung aus. Mir schien es so, als sei auch er von diesem Vorgehen überrascht gewesen - ok, inwieweit ich mit meinen schlechten Englischkenntnissen in einer E-Mail eines Chinesen, mit ebensolchen ausbaufähigen Sprachqualitäten und ohne ihm dabei Angesicht in Angesicht gegenüber zu stehen, zwischen den Zeilen etwas zu verstehen vermag, sei mal dahin gestellt.

Jetzt kann ich sauer sein und schimpfen, depressiv sein und weinen oder mich cool und ungerührt meinem Schicksal ergeben, in allen Fällen ändert das nichts: Europa hat Angst vor Box-Mods. Normalerweise bestelle ich kein Gerät mit fest verbautem Akku, nur dieses eine Mal. Zumindest ist das also eine lehrreiche Erfahrung für mich.

Als Verschwörungstheoretiker könnte ich auch meine Zweifel anmelden und behaupten, die Sicherheit würde angesichts der TPD 2 und des derzeitigen restriktiven Vorgehens seitens der Behörden gegen den internationalen Handel mit E-Dampfgeräten lediglich vorgeschoben. Oder es wäre für mich, wäre ich denn ein Misanthrop, ein weiteres Mosaiksteinchen im Bild einer schlechten, verabscheuungswürdigen Menschheit, die ich jetzt also erst und zu recht, quasi mit Beleg, meiden würde - egal was ich mir auch einfallen ließe: es ändert nichts.

Der chinesische Händler bot mir das Geld zurück oder entsprechende Rabattpunkte als eine Gutschrift. Letzteres war dann die Option meiner Wahl. 80 Euro Guthaben im E-Dampf-Chinashop, hey, auch nicht schlecht. Damit lässt sich doch allerhand anfangen, nicht wahr.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen