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Dienstag, 27. September 2016

Schlaf-Wach-Kunst und faule Ausreden

Obwohl der Datums-Header nichts Besonderes vermuten lässt, sind zwischen Montag und Dienstag für mich quasi zwei Tage und Nächte vergangen. "Hä?" Nun gut, folgendes:

Zuerst konnte ich Sonntag nicht schlafen, war also zur Arbeit gefahren nach durchgemachter "Nacht", dann konnte ich danach am Montag ebenfalls nicht schlafen, habe wieder durchgemacht und bin dann real Montagabend zu Bett gegangen und Dienstagmorgen, was für mich aber eigentlich noch Montagabend gewesen wäre, nach 12 Stunden aufgewacht. Ein paar Tage habe ich jetzt frei, andernfalls hätte ich mir so etwas natürlich nicht erlauben können.

Zu kompliziert? Falls du neu in diesem Tagebuch sein solltest, es ist, nun ja - wie kann ich's nur verständlich sagen? - irgendwie halt alles zeitlich anders hier, das heißt, um 12 Stunden verschoben. Was für dich morgens 5 Uhr bedeutet, ist für mich 17 Uhr, was für dich Mitternacht ist, bedeutet meinen Mittag und ich gehe zu Tisch, und was für dich reichlich spät am Abend ist, na? Genau, das ist mein Vormittag. Alles versetzt um 12 Stunden. Das ist merkwürdig, denn mittags wechselt mein Tag, nicht nachts, wenn er für dich wechselt. Verwirrend, ich weiß. Eigentlich aber doch wieder nicht, aber zu verstehen im Sinne von Nachempfinden ist das kaum, ja, sogar für meine Chefin und für die Kollegen der Tagesschicht - die rufen nämlich oft dreist tagsüber an, obwohl sie genau wissen, dass sie die Kolleginnen und Kollegen damit mitten in ihren Nächten aus den Schlaf reißen. Jaja, deshalb klingelt mein Telefon längst nicht mehr für jeden ;-)

Von Zeit zu Zeit durchzumachen - ohne Alkohol und Drogen freilich - ist darüber hinaus sehr gesund. Hierzu habe ich aber bereits etliche Male geschrieben. Kurz zusammengefasst: so etwas resettet gewissermaßen die Software im Gehirn. Durch die Überbelastung des fehlenden Schlafs durchlebt man unterschiedliche Stadien: ungeheure Schaffenskraft und Kreativität, Euphorie, Augenblicke, die wie in Zeitlupe vergehen, halluzinogene Momente bis schlussendlich der Knock-Out - obwohl ich das eigentlich nicht gerne als "Zusammenbruch" bezeichne, denn im Grunde holt sich nur der Schlaf sein Recht und sagt ein wenig genervt aber ziemlich autoritär: "So, nun reicht's mir! Schluss jetzt. Schlafe gefälligst!" Hast du dann kein Bett in der Nähe, könnte es missverständlich werden, denn dann denken die Mitmenschen, du seist bewusstlos oder stündest unter Drogen (was gewissermaßen gar nicht mal so falsch aber ein anderes Thema ist) und holen den Rettungswagen - dabei schläfst du nur, wurdest von innen in den Stand-By-Modus geschaltet.

Warum das gesund sein soll, fragst du? Weil durch diesen Neustart sämtlicher überflüssige Müll aus dem Cache geleert wird und jedes Programm in seinen Werkseinstellungen neu ausgeführt wird. Mit dieser Metapher eines Rechners lässt sich das am besten vorstellen, finde ich. Natürlich ist es komplizierter, im Prinzip dennoch ähnlich. Wer beispielsweise an Depressionen leidet, findet hier im individuellen Spiel von Reiz, Überlast und Reset ein wirksames Medikament abseits der Pharma-Industrie und ohne Heilkunst-Scharlatanerie. Aber wie gesagt, ein weites Feld, um das es heute ja gar nicht geht.

Es geht um die Franzosen und um ihren Film.

Ist es nicht bezeichnend irgendwie, ich weiß auch nicht genau wie - vielleicht: "irgendwie hatt ich's doch geahnt", also die vollmundig angekündigte Uraufführung von "Beyond The Cloud" auf YouTube findet jetzt doch erst nach der Messe statt. Eigentlich sind wir belogen worden und Tausende Klickzahlen wurden so für die Internetseite der Messe generiert. Ich glaube ihnen die technischen Unzulänglichkeiten nicht, die sie als Entschuldigung anführen, denn das klingt wie eine dämliche Ausrede eines Schülers für ihr/sein Zuspätkommen im Unterricht, als ob man so etwas nicht vorher wüsste; die Untertitel seien fehlerhaft, also geht’s noch? Wenn ich schon belogen werde, dann möchte ich das nicht auf solch eine plumpe Art, sondern bitteschön ein wenig intelligenter.

Naja, dir wünsche ich einen angenehmen Dienstag, einen wunderschönen Herbsttag, der es überhaupt nicht nötig hat, sich für ihn zu entschuldigen.

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