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Donnerstag, 8. September 2016

"OBS-Engine" gut aber nicht alltagstauglich

Da bin ich noch mal kurz, denn nachher kauft jemand den OBS-Verdampfer und sagt, ich hätte ihn empfohlen. Nein und ja, innerhalb eines Tages kann ich sagen, er ist definitiv nicht alltagstauglich. Aber der "OBS-Engine" ist ein super Spaß-Verdampfer, denn es bereitet großes Vergnügen, ihn zu dampfen, doch für unterwegs im Rucksack oder für die Jackentasche ist er ungeeignet. Warum?

1. Er besitzt vier riesige Liquidlöcher, in die Watte verlegt wird. Er würde eher absaufen statt zu kokeln und fordert daher eine ordentliche Befeuerung und einen ebensolchen Zug. Um ihn vergleichbar moderat zu dampfen wie ich es mit den Cubis-Verdampfern mache (0,5 Ohm-Köpfe bei 25 Watt), müsste man von den vier Liquidöffnungen zwei verschießen. Unter 35 Watt braucht man ihn gar nicht erst zu betreiben, egal mit welcher Wicklung. Ich habe ihn verschieden, schlussendlich mit Kanthal gewickelt, 32er Draht, 2 mal 10 Windungen = 2 Ohm geteilt durch 2 = 1 Ohm Widerstand. Dann geht's mit 35 Watt. Aber ein Nuggeln oder ein genüssliches Dampfen funktioniert generell nicht, denn er fordert tiefe Züge und zeigt einen entsprechend hohen Strombedarf. Er säuft auch wie ein Loch - sorry, das muss ich so sagen. Zuerst freute ich mich über den großen 5-ml-Tank, doch der leert sich sogar schneller als ein 3 oder 4-ml-Tank eines Cubis. Angesichts seines hohen Energiebedarfs ist der "OBS" eigentlich auch weniger für einen einzelnen Akku geeignet.
2. Er leckt auf zweierlei Weise, egal was andere User behaupten. Und zwar ist das schon konstruktionsbedingt der Fall.
2.1 Der Verschlussring der Befüllung schiebt sich ungefähr einen Millimeter an einer Seite über eine Dichtung. Die so erreichte Festigkeit dichtet zwar ab - aber nicht dauerhaft, denn wenn das Gerät im Rucksack oder in der Jackentasche transportiert wird oder der Ring durch häufige Benutzung der Airfolw zwangsläufig mitberührt wird, so löst sich dieser Ring unmerklich wieder ein wenig von der Dichtung. Das reicht schon aus, um minimales Liquid austreten zu lassen. Manchen Usern mag das egal sein, doch die klavierlack-optische Oberfläche der Guardian-3-Pfeife wird dadurch bereits zu schmierig. Ich mag kein Liquid an meinen Fingern, kein bisschen, das ist der Grund, weshalb ich überhaupt nach unten dichte Verdampfer benutze, da andernfalls bei allen anderen Verdampfertypen mindestens aus der Airflow Liquiddampf austritt, das sich sofort in unmittelbarer Nähe auf die Finger und aufs Gerät niederlegt und mir bereits zu feucht ist; etepetete, jaja, so bin ich nun mal. Ich wasche mir auch mindestens 10 bis 20 mal am Tag die Hände, also auch schon bevor ich mit dem Dampfen begonnen hatte, immer schon :-)

2.2 Durch den Verdampfer kann man ganz normal atmen, so breit sind sein Kamin bzw. das Luftzugröhrchen und die offene Airflow. Das ist alles prima, um riesige Wolken zu dampfen, das leckt aber ebenso prima, falls der Verdampfer längere Zeit nicht hochkant steht. Größtenteils Kondenswasser aber nicht nur und wie gesagt, das ist mir zu viel.
3. Geschmacklich ist er genauso gut wie der Cubis oder der Flashi. Er macht in dieser Hinsicht nichts besser aber auch nichts schlechter. Wer einen Cubis oder Flashi sein eigen nennt, gewinnt durch den Kauf des OBS diesbezüglich also nichts. Einzig - und nun folgt Punkt 4

4. die Optik ist klasse. Er sieht wirklich sehr gut aus, ist leicht und überdies erstklassig verarbeitet. Es ist ein sehr guter Verdampfer, der für meine Outdoor-Arbeitseinsätze allerdings leider meist weniger geeignet ist.

Nun, ich habe kurz mit ihm gesprochen, wie denn unser Verhältnis in Zukunft aussehen könnte. Ein hektisches Dasein, oft outdoor nachts auf Baustellen unterwegs, sei ihm zu viel, sagte er. Daraufhin fragte ich ihn, wie es denn mit seinem Familiennachzug gehalten werden solle. Er schaute mir unversehens direkt in meine Augen und antwortete, sein Naturell sei das eines Einzelgängers und im Grunde sei er froh darüber, von seiner Familie weit entfernt zu sein. Dann sah er zum Tisch hinüber und bat mich freundlich darum, einen Platz neben dem Glastank-Flashi, den Pfeifen und den Baby-Flashis einnehmen zu dürfen. Dort in dieser honorigen Gesellschaft, so waren seine Worte, fühle er sich sehr wohl, nach so etwas habe er sich bereits gesehnt, als er noch in der Fließbandreihe der Fabrik seiner Herstellung neben stets seinesgleichen stand. Wer bin ich denn, ihm diese Bitte auszuschlagen?

Fortan wird er auf einem iStick 60 als Tischdampfe betrieben. So bleibt er trocken und zeigt in einer kulturell bunten Welt der Dampfmaschinen den anderen Honoratioren von Zeit zu Zeit mit 40+X Watt, was er alles kann.

FORTSETZUNG: Eine nicht unerhebliche Ergänzung

Jetzt bin ich aber wirklich bis nächsten Mittwoch komplett offline. Bis denne, gehab dich wohl.

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Kommentare:

  1. Also Ich muss so in ziemlich jedem Punkt widersprechen und wenn du auf MTL scharf bist ist ein dual coil RTA wohl einfach die falsche Wahl.
    Versteh so ein gehetze nicht, der Kopf ist einer der besten seit langem auf dem Markt und hier wird er so zerrissen.Da dies auch Anfänger eher abschreckt diesen zu kaufen finde ich hierbei am schlimmsten.
    Und wer sich so oft die Hände wäscht hat eine Zwangsstörung und sollte sich behandeln lassen.
    Hau rein

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    1. ps. Ich dampfe ihn seit 4 Wochen und habe keiner deiner
      "nach-einem-Tag"-Erfahrungen. Und ernsthaft diesen RTA mit dem Cubis zu vergleichen nimmt diesem review völlig die Glaubhaftigkeit. Sorry aber manchmal sollte man das Internet mit seiner Meinung verschonen, vorallem wenn sie dermaßener Stuss ist.

      Tut mir leid ich konnte nicht anders.

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    2. 1. ist dies hier kein "Review", 2. solltest du lesen lernen und 3. bist du das beste Beispiel dafür, wieso das Dampfen leider viel zu oft in Verruf kommt.

      Ich kann auch nicht anders und unterstütze wohlwollend dein indirekt ausgesprochenes Schweigegelübde. Auf dass du klug und weise wirst.

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