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Mittwoch, 14. September 2016

Altruismus und "Dampfeuphorie", passt das?

Unmittelbar nach ihrem ersten Erscheinen wurde Jasmin alias die "Dampfeuphorie" bereits von "Kurbelursel"  am 5. September gefunden und auf ihren News-Seiten verlinkt

Diese News-Seiten sind ähnlich gepflegt wie ein Presseportal: täglich erfährst du kurz und knapp Neues aus der Dampferszene und kannst dich bei Interesse per Klick sofort dorthin begeben, um dich ausführlicher zu informieren. Das Besondere an diesen News-Seiten sind ihre privaten Meldungen, die genauso Beachtung finden wie offizielle oder gewerbliche News. Das ist bei Presseportalen leider nicht der Fall, weshalb sie auch stetig unter einer sinkenden Besuchszahl leiden, geschlossen werden, unter anderem Namen neu eröffnet werden, wieder ihre Eigentümer wechseln, erneut anderes Design und so weiter und so fort. Den gewerblichen Betreibern der Newsportale sind die Leserinnen und Leser gleichgültig bzw. nur in so weit von Interesse, wie sie virtuell den eigenen realen Geldbeutel zum Erklingen bringen können. Da "Mered.de" nicht kommerziell betrieben wird, kann "Kurbelursel" sich frei von diesen geldgierigen Zwängen ihrem Hobby des E-Dampfens widmen und bei der Gewichtung der täglichen News deren inhaltliche Bedeutung angemessen berücksichtigen. Ihre News-Seiten sind für mich als interessierten Laien daher zur unverzichtbaren täglichen Lektüre geworden.

Du hast also keine Chance, wenn du etwas zum Thema E-Dampfen schreibst, machst oder tust, von "Kurbelursel" unentdeckt zu bleiben, weshalb mich die prompte Info zur "Dampfeuphorie" auch keineswegs erstaunte und ich dorthin klickte.

"Jasmin-Dampfeuphorie" ist eine Vloggerin, also jemand, die ein Video Blog betreibt. Diese Bezeichnung wird seit Erhöhung der Bandbreite fürs Surfen im Internet "äußerst kreativ" in Abwandlung eines textbasierten Blogs, des "Web Logbuchs", durch den Tausch des Buchstaben "Bs" mit einem "V" kenntlich gemacht - also ein Vlog und kein Blog. Eigentlich ein Video Podcast, für das sich in der Dampferszene der Begriff des "Reviews" eingebürgert hat. Ein "Reviewer" ist im Grunde genommen ein Warenanpreiser, also ein Vetreter. Jeder Depp erstellt mittlerweile zu jedem erdenklichen Thema ein Review, in der Hoffnung, es auf YouTube einzustellen und dadurch Millionen Dollar Reichtum, Ruhm und Ehre einzuheimsen. In gehobeneren Kreisen sind das übrigens die Banker, die Seriosität durch Schauspieler darstellen lassen aber in Wahrheit nichts anderes als schmierige Versicherungs-Drücker sind - oder anders ausgedrückt: "Wer nichts wird, wird Wirt. Und ist's ihm nicht gelungen, versucht er's mit Versicherungen".

Mensch, Georg, komm doch mal zur Sache!

Tschuldigung, genieße gerade meinen ersten freien Tag mit einer funktionierenden Tastatur, in der ich glatt als Spiegel der Fanatsie versinken kann.

Aufgrund einiger Irritationen über die berufliche Tätigkeit im "wahren Leben" der "Dampfeuphorie" und ihrer ersten, feldbuschartig naiven Herangehensweise, bekam diese neue Vloggerin sofort starken Gegenwind zu spüren. Du weißt ja, jeder zeigt mit seinem Finger gerne auf andere, die Empörung ist grundsätzlich zu einem Volkssport geworden und sexistisches Gesabbere ist unausrottbar und, wie's scheint, ebenso nicht aus der virtuellen Welt zu schaffen. Dieses Gefeixe über die "Dampfeuphorie" musste also erst mal durch die Foren gehen und dort abgearbeitet werden. Die schlimmsten Trolle werden bei Nichtbeachtung schnell wieder still, das ist eine goldene Regel im Umgang mit ihnen.

In den neusten beiden Videos (hier und hier) geht es der "Dampfeuphrie" ums Draht-Wickeln. Das ist der zentrale Bestandteil des elektrischen Dampfens, das A und O dieses wunderbaren Hobbys. An der eigenen Fertigung des Heizdrahts und der Watte trennt sich die Spreu vom Weizen gewissermaßen, Wickelvideos sind deshalb eine Art Kompetenzbeweis in der Dampferszene. Und hierbei brilliert die "Dampfeuphorie" wie ich es selten zuvor gesehen habe ("Kurbelursel" hatte mal EVOD-Köpfe gewickelt, den Link dazu findest du unten im Nachtrag). Zum ersten Mal vor der Kamera zu wickeln, dann auch noch die mini-mini-kleinen Cubis-RBA-Köpfe, das ist schon eine großartige Sache. Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich muss leider wegen meiner fortschreitenden Alterssehschwäche ("oooch") fürs Wickeln bereits eine Art "Visor nach Art Geordie La Forge" tragen. Echt jetzt.

Bei vielen anderen "Reviewern" (also Vloggerinnen und Vloggern) wird zusätzlich extra stylisches Werkzeug benutzt, das selbstverständlich nebenher völlig überteuert angepriesen wird (Vertreter halt). Es werden auf dem Markt mittlerweile ganze Sets verkauft. Die alte Flachzange aus Opas Werkzeugkoffer tut's hingegen meistens sogar am Besten.

Die "Dampfeuphorie" verzichtet in diesen Videos endlich auf ihre verlegene Klein-Mädchen-Naivität, spricht selbstbewusst als erwachsene Frau und zeigt beeindruckend, was sie kann. Ohne damit anzugeben, vermittelt sie ihr Wissen und ihr Geschick in der Art, dass eine Anfängerin oder ein Anfänger aus diesen Videos auch einen Nutzen gewinnen kann. Mir selber hatten ähnliche Vorführungen bei den eigenen Wickel-Anfängen sehr geholfen. Oft und gerne wird dieses Wickeln von vielen "YouTubern" absichtlich enorm verkompliziert dargestellt, als ob diese Damen und Herren eine Wissenschaft betreiben würden, die "Dampfeuphorie" beweist hingegen, dass Wickeln gar kein besonderes Geheimnis ist und jede Frau und jeder Mann mit einfachen Standardwerkzeugen E-Dampf-Wicklungen leicht selber herstellen kann. Bravo! Ihr Verdienst für die Verbreitung des nichtkommerziellen E-Dampf-Hobbys gebührt großen Dank. Übrigens ist mein Eindruck von ihr so ähnlich wie der, den ich vom aufrichtigen Erklärer und Vlogger "Dampfpost Bavaria" habe. Beide und "Kurbelursel" tun etwas in ihrer eigen unverkennbaren Art und Weise für die Neulinge und für die vielen Interessierten, ohne sie dabei lediglich wegen eigener Geld- oder Ego-Interessen zu benutzen. Altruismus nennt man so etwas. Und um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, Altruismus und Jasmin alias Dampfeuphorie sind prima miteinander vereinbar.

Nun denn, besuche die neuste Vloggerin rund ums E-Dampfen. Sie ist kompetent, eloquent, klug und aufrichtig. Eigenschaften, die es verdienen, durch deine und meine Weiterverbreitung mehr und mehr beachtet zu werden.

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Nachtrag: The Missing Link

Kommentare:

  1. Herrlich. Schön, wieder von Dir zu lesen.

    Georg, mit den Begriffen, das sehe ich etwas anders.
    Ein Vlog ist ein Blog. Also so, wie Du ihn auch betreibst. Nur eben nicht per Text, sondern per Video.

    Und sowas hat den Nachteil, dass ihn Suchmaschinen nicht "lesen" können.

    Anders herum hat er den Vorteil, dass sich manche Menschen vielleicht leiber etwas erzählen und zeigen lassen.

    Manchmal machst Du in Deinem Blog ein Review aber eben nicht immer.
    Ein Review ist die Besprechung von etwas, also analog einer Buchbesprechung oder einer Besprechung eines Dampfutensils.

    Danke, dass Du nochmals Nickis Kanal aufgreifst. Ich finde nämlich auch, dass sie das Ganze recht gut macht und eine Bereicherung der Dampferszene darstellt.

    Weil Du danach gesucht hast:
    Meine Wicklung mit Glasfaser http://www.mered.de/bcc-verdampferkoepfe-wickle-glasfaser
    und hier für Watte: http://www.mered.de/bcc-verdampferkoepfe-wickle-watte

    Ja und mit Aufgeschnappt möchte ich gerne das Bild gerade rücken. Jeder Deppe, der für ein Schundblatt, das vielelicht sogar nur online existiert, bekommmt von der Dampferszene mehr Aufmerksamkeit, als aktive Dampfer. D.h. das ist nicht meine private Empfehlung, sondern es ist schlichtweg die konkrete Weitergabe für eine Zurkenntnissnahme dessen, was Dampfer tun.
    Viele haben ihr Eiland - sie als Guru und da unten die User. Aber sie beachten nicht, was Kollegen tun.
    Wer, wenn nicht wir, soll das dann aber anerkennen?

    Wie können wir nur derart unsere Ressourcen vor lauter Nabelschau verschleudern?

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    1. Ja, so meinte ich es auch mit den "Vlogs".

      Ich hoffe und glaube, dass sich die "prominente Dampferszene" ändern wird, je mehr Dampferinnen und Dampfer existieren. Würden Reviewer tatsächlich Besprechungen abhalten, wäre es ja fantastisch, in Wahrheit tun sie aber alles andere als das (Ausnahmen bestätigen die Regel).

      Für das Aufmerksam-Machen bist du mittlerweile unverzichtbar geworden. Und was das Verschleudern betrifft, hey, die Dampfer der ersten Stunde waren keine hellen Geschöpfe. Ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob sie die revolutionäre Sprengkraft ihres Treibens überhaupt erkannt hatten. Und heute gerät das Dampfen bereits ohne jeden Übergang einer gesellschaftlichen Diskussion vom Assi-Produkt zu einer Lifestyle-Marke. Also entweder oder. Berlin, die hippe Wohngegend des Prenzlauer Bergs lässt grüßen. Die Kraft und Kreativität einer gesellschaftlichen Erscheinung wird ungefragt für sich und die eigenen Zwecke vereinnahmt und Kultur damit kommerzialisiert. Pfui Teufel! Ich denke, das wird ebenfalls der Kultur des E-Dampfens widerfahren. Um so wichtiger bleiben unkommerzielle starke Projekte.

      Wie schon öfter erwähnt, es wäre ein kurzer Blick in die Glaskugel schon sehr reizvoll: E-Dampfen 2030 - was sähen wir da?

      Lieben Nachtgruß

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.