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Donnerstag, 2. Juni 2016

Tag 4 des Murmeltiers

Tag 4 ohne Telefon und Internet. T-Online (der Service) sagt, er wisse nicht, was los sei und daher auch nicht, wann etwas repariert ist. Ihre Messungen würden kein Ergebnis zeigen und daher sei mein Anliegen in die nächste Instanz verschoben worden. Soso, die nächste Instanz. Den Begriff "nächste Instanz einer Schadensroutine" kenne ich doch irgendwoher. Windows, diese typischen, merkwürdig übersetzen Begrifflichkeiten aus dem amerikanischen Technikvokabular, die im Grunde genommen bedeuten: ein Techniker kümmert sich weiterhin darum, der Telefon-Service-Hansel weiß nichts.

Ich weiß aber inzwischen, dass mein Router keine Fehlfunktion hat, ein anderer geeigneter Router funktioniert an seiner Stelle ebenso wenig.

Zwischenzeitlich bekomme ich immer mal wieder lustige SMS von Robotern mit Fragen, ob ich denn mit dem Service zufrieden sei. Sage ich, dass ich unzufrieden bin (immerhin, du brauchst Hilfe, rufst den Service an, dort sagt man dir, dass man nichts sagen kann), fragt Mr. Robot-Man nach dem Grund meines Anliegens. Hallo? Der Grund? Tippe ich auf dem alten Handy umständlich als Antwort "seit Montag kein Telefon und kein Internet, du dumme Maschine", meldet sich eine Mitarbeiterin (ich glaube, sie war trotz fehlender hörbarer Individualität doch real) und erklärt in vielen entschuldigenden wie abgelesen wirkenden Worten, sie wisse nichts und könne auch nichts genaues sagen. Ich muss also warten. Das weiß ich doch, tu ich ja (was sonst?), T-Online aber nicht, denn sofort nach diesem Anruf meldet sich erneut ein Roboter: "Sie hatten kürzlich mit unserem Support Kontakt. Wie zufrieden sind Sie mit ihm?" Tippe ich die im Antwortmenü vorgegebene Ziffer für "unzufrieden" ein, wiederholt sich das Spiel. Ein Mitarbeiter meldet sich emotionslos fast mechanisch und entschuldigt sich für das Ungemach aber ohne konkrete Infos. Egal, was ich frage, seine Antworten lauten immer gleich: "Das kann ich Ihnen leider nicht beantworten". Gut, ich warte halt weiter. Aber Mr. Robot-Man gibt nach wie vor keine Ruhe und simst mir auffordernd, erneut Zahlen zur Beurteilung des Services einzutippen …

Gefangen in einer Zeit- und Ereignisschleife.

Ach, übrigens findet E-Plus (für den Aldi-Internet-Stick) kein Netz bei mir zu Hause und ein Smartphone besitze ich nicht (also keinen alternativen Internetzugang). Um diesen Eintrag zu veröffentlichen und um meine E-Mails wenigstens ein mal pro Tag abzurufen, nutze ich heute den Zugang meiner Nichte. Zu Hause sind alle Monitore schwarz.

Kommentare:

  1. Georg, Wir haben schon wieder eine Parallele. Wir kämpfen beide mit der Technik.

    Was Du jetzt geballt erleben musst, kann ich noch gut nachfühlen. Es ist schlimm, wenn man als Einzelperson das Gefühl hat, es mit einem riesigen Gebilde zu tun zu haben, dem aber irgendwie das Hirn fehlt und Bereitschaft, Fehler einzuräumen.

    Fritzbox, t-online ist mir noch in dunkler Erinnerung. Ich möchte nicht wissen, wie oft ich früher wegen eingebauter Netzwerkkarte etc. meinen Rechner aufgeschraubt und in die Ecken gekrochen bin, wo die Telefondose hingen. - Dabei wußten die Mitarbeiter, dass in der betreffenden Region Ausfälle sind.

    Mit dem Wechsel auf einen anderen Anbieter und auf Glasfaser, dachte ich dann, fein raus zu sein. Und das bin ich über die letzten Jahre auch irgendwie.

    Doch den Umzug später habe ich als die Hölle erlebt, in der Du jetzt steckst. Es hat eine Woche gedauert mit dem Anschluß im Haus. Eine Woche ist eigentlich nicht so tragisch, wenn man es vorher weiß. Aber in neuer Umgebung und abseits vom Schuß - wenn man gar nichts weiß, wenn man nicht telefonieren, nicht richtig Radio hören und fernsehen kann, geschweige denn surfen und mailen, das wünsche ich keinem.

    Jetzt kämpfe ich auch gerade mit der Technik. Aber ich habe sie mir selbst eingebrockt. Habe mir meine Installation zerschossen und mir steht nun einige Tage Arbeit ins Haus, auf einem Gebiet, auf dem ich nicht so gut zuhause bin.

    Hoffe also, wir können uns bald wieder lesen.

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    1. Ja, liebe Kurbelursel, da warst du wahrlich eine Leidensgenossin. Momentan habe ich eine kleine Alternative gefunden, mit der ich wenigstens mehrmals täglich meine Post abholen kann. Minimales Sufen und Kommentieren ist aber das Maximale dieser Alternative - dennoch bin ich heilfroh, das zu können, denn eine komplette Woche (oder zwei? Wer weiß, wer weiß) kommunikativ abgeschnitten von der Welt zu sein, ach, das ist wie eine tibetanische Zwangs-Mönchsklausur, also eher wie ein Gefängnis inmitten der Freiheit oder so.

      Bis die Tage.
      kaffeedampfende Grüße

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