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Samstag, 4. Juni 2016

Praxisuntaugliche Sicherheitsauflagen

Nach der Ockhamschen Gesetzmäßigkeit liegt die Wahrheit meist in der einfachsten bzw. plausibelsten Möglichkeit für das Zustandekommen eines Ereignisses, was auf mein technisches Kommunikationsproblem angewandt soviel bedeutet wie: am Montag geschah offensichtlich Offensichtliches; der Blitzschlag in die Freilandtelefonleitung, die vom Haus bis zur Bundesstraße führt und dort erst in die Erde geleitet wird, hat eine Überspannung erzeugt, die meinen Router geschrottet hat. Das war am Montag die erste Vermutung von Ursache (Blitz) und Wirkung (Verbindungsunterbrechung) und das bestätigte der Techniker heute vor Ort.

Neuer Router für 100 Euro. Schau mal, was auf auf Seite 1 des Beipackzettels steht direkt neben den Bildern des Verpackungsinhaltes, unübersehbar. Wie soll man dieser Aufforderung denn nachkommen können, wenn man z.B. arbeitsbedingt 14 Stunden außer Haus ist oder wenn man schläft? Vorsorglich den DSL-Stecker aus der Wanddose ziehen? Wozu braucht die Fritzbox dann die Funktion eines Anrufbeantworters?


Kommentare:

  1. Praxistauglicher Tipp:
    Meinen durch Blitzschaden geschrotteten Anrufbeantworter hat die Hausratversicherung bezahlt.
    Sonniges Wochenende wünscht dir Marianne

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    1. Nachdem es vor ein paar Jahren meine Hausratversicherung abgelehnt hatte, einen ähnlichen Schaden zu begleichen, da die Überspannung nicht durch einen direkten Blitzeinschlag entstanden sei, hatte ich diese Versicherung gekündigt. Seither besitze keine Hausratversicherung mehr.

      ABER

      Indirekt wird natürlich ein Schuh daraus. Vier Jahresbeiträge der Versicherung habe ich seither schadlos eingespart, was durchschnittlich in etwa 300 bis 400 Euro entspricht. Somit kostet eine Versicherung deutlich mehr als ein Schaden. Jaja, ich klopf auf Holz, dass es auch dabei bleibt.

      Das bedeutet konkret:

      20 Jahre habe ich zwischen 60 und zuletzt fast 100 Euro pro Jahr eine ungenutzte Hausratversicherung bezahlt. Glücklicherweise war in diesen Jahren nichts Schlimmes geschehen. Wie gesagt, dann wollte sie einen eher geringen Schaden nicht bezahlen. Aber egal, ca. 1.500 Euro habe ich für NICHTS bisher bezahlt. Selbst wenn der große Fernseher einmal durch ein entsprechendes Ereignis kaputt gegangen wäre, so wäre dieser Schaden nicht so hoch gewesen wie die Kosten für die Versicherung gegen diesen Schaden.

      Was wäre aber wenn …? Jajaja, durch das Ausmalen möglicher Ereignisse oder durch die blumige Schilderung vermeidbaren Übels anderer Zeitgenossen - insbesondere nicht selten durch die Versicherer mittels indirekter bezahlter Berichterstattung in den Medien - sowie durch sensationslüsterne Reality-Soaps sind wir alle natürlich sehr empfänglich für den uns angebotenen vermeintlichen Schutz. Aus einer sicheren Umgebung heraus, aus einer sicheren Lage - halt mit sicherem Abstand andere zu beobachten und durch ihre schlimmen Schicksale die eigene Gänsehaut als emotionales Zeichen eines eigenen echten Lebens wahrzunehmen, das ist wohl eine Art Grund- oder Urinstinkt menschlichen Verhaltens. Versicherer profitieren seit jeher genau davon - denn wenn die Ratio alleine entschiede, so würde die von mir vorher angedeutete Rechnung glasklar aufzeigen, dass die Versicherung als Schutz (fast!) immer teurer kommt als der entstandene Schaden.

      Das geht sogar noch weiter: Militärische Nichtangriffspakte, gegenseitige Bündnisse als Schutz bzw. Versicherung gegen Angriffe von außen gehören in diese Kosten-Nutzen-Rechnung genauso mit hinein - und wenn man dem 20. Jahrhundert mit seinen Abermillionen Opfern, mit dem durch "gegenseitige Versicherungen der Staaten" vermeintlichen Schutz die Kosten in Form von Tod, Elend, Not und Zerstörung gegenüberstellt, wird (für die Opfer) die Ineffizienz von Versicherungen noch deutlicher.

      Marianne, du weißt ja, ich komme viel zu schnell vonet Höcksken aufet Stöcksken. Muss jetzt zur Arbeit, ist auch wohl besser so, was ;-)

      Liebe Grüße

      PS: Bei dir nahe der nichtexistenten Stadt müsste es doch auch die Tage regelrecht unwettermäßig gewittert haben oder?

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    2. Keine Ahnung ob es in der Stadt deren Namen man nicht nennen darf gewittert hat. Ich wohne da ja nicht mehr.
      Aber ich habe schon lange nichts mehr von meinen Kumpels gehört. Oh je, ich glaube da sollte ich mal anrufen...

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    3. Kann es die Kumpels denn überhaupt geben, wenn diese Stadt doch gar nicht existiert? Oder sind die Kumpels nicht bloß Geschichten deiner kreativen inneren Schaffenskraft? Bist eigentlich du überhaupt real? Fragen über Fragen ;-))

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  2. Und wenn Du nicht schläfst und wenn Du da bist, dann machst Du das genau drei mal. Danach fängst Du an, abzuwägen, ob es wirklich sooooo schlimm kommen könnte. ....

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    1. Stimmt, Kurbelursel, das gehört dann irgendwie oder ab einer gewissen Zeit quasi statistisch einkalkuliert in die Lebenserwartung eines bestimmten Gerätes.

      Gegen das schlechte Gefühl ist der Router nun zusätzlich via Telefonkabel durch folgende USV "abgesichert":

      https://www.amazon.de/APC-Back-UPS-550VA-230V/dp/B002US9AYC/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1465064354&sr=8-1&keywords=APC+Back+UPS+ES+550VA

      Anführungsstriche deshalb, da ich äußerst skeptisch bin, ob eine USV dieser Preisklasse überhaupt mehr als Stromschutz leisten kann. Im Übrigen hat der Telekom-Techniker auch davon abgeraten, da der Anschluss über eine USV zu Störungen führen kann. "Kann" - deshalb habe ich es trotzdem gemacht, und noch stört nichts, die Leistung ist, soweit ich das ohne Messgeräte durch einfache Up- und Downloads feststellen kann, störungsfrei.

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  3. Interessant. Da könnte ich mich auch nochmals genauer mit befassen.

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