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Sonntag, 19. Juni 2016

Europa - alles auf Anfang

"Europa? Ja, aber nicht so." Das könnte auf dem Buttom an meinem Revers als mündiger Bürger dieses Landes stehen. Wenn ich es begründen würde, würde mir Populismus und Verallgemeinerungen vorgeworfen werden bis hin zur Verbreitung von Stammtischparolen oder gar der Unterstellung einer rechten Gesinnung. So sind die Menschen halt, sachlich bleiben ist nicht ihr Ding.

Letztendlich braucht es aber auch nicht detailliert begründet zu werden, denn jedermann und jede Frau weiß sowieso, dass Europa in der jetzigen Form hauptsächlich eine Wirtschaftsunion ist als ein gemeinsamer Werteverbund. Konzerne schreiben den EU-Politikern die Gesetze auf (siehe TPD 2 oder TTIP), die diese dann wie Marionetten verabschieden. In dem heutigen Europa werden wir niemals eine Entflechtung des Energiemonopols bekommen und in Bereichen wie der Landwirtschaft, der Gesundheit, des Militärs oder dem Finanzsektor werden die entsprechenden Konzerne ihre Monopolstellungen sogar weiter ausbauen. Keine Angst, ich beginne jetzt nicht über Umwege mit einem Europa-Bashing.

Europa gehört reformiert, darin ist sich, glaube ich, jeder vernünftig denkende und vor allen Dingen unabhängige, (noch) nicht gekaufte Mensch einig und zwar losgelöst von seiner politischen Gesinnung.

Aber wer sollte es tun? Wer reformiert Europa? Die Bürger mit Sicherheit nicht. Ihnen wird die direkte Demokratie verboten bzw. nur so weit erlaubt, so lange sie keinen Schaden damit anrichten können, so lange sie also nichts strukturelles verändern können. Politische Parteien werden gekauft oder diffamiert, nötigenfalls verboten. Wenige aus der Masse herausragende charismatische Menschen würden einen politischen Aufstieg ebenfalls nur bis zu einem gewissen Punkt im wortwörtlichen Sinne überleben.

Was früher in den einzelnen Ländern geschah, damit sich die Macht und das Geld durchsetzen konnte, das geschieht heute in einem viel größeren Rahmen europaweit, das heißt, der kleine Bürger hat nicht die Chance einer Möglichkeit, daran etwas zu verändern. Europas Grenzen werden nicht die Grenzen (politisch wie geografisch) der Monopole bleiben, sie werden Europa in einen neuerlichen Weltkrieg führen. Nicht die Frage ob, die Frage lautet nur wann dies geschehen wird. Krieg ist seit jeher die zwingende Logik von Korruption und Macht.

Auswandern geht eigentlich auch nicht mehr, denn was in Europa geschieht, ist die Blaupause für eine Weltregierung. Immer wünschte ich mir eigentlich genau sie, eine Weltregierung nach dem Vorbild der "Föderation der vereinten Planeten", nach Gene Roddenberrys Vision der Gemeinsamkeit aller unterschiedlichen intelligenten Lebewesen - hier auf der Erde halt der Menschen - unter Wahrung individueller, regionaler, religiöser und kultureller Eigenheiten; das war der Traum Vieler seit den 1960er Jahren. Heute muss ich zugeben, Europa ist nicht der erhoffte erste Schritt in diese Richtung, sondern Europa ist ein gefährlicher Irrweg. Zuerst muss der politische Wille für eine Union vorhanden sein, dann sollten die gemeinsamen Ziele dargelegt werden, über sie hat von allen Menschen persönlich abgestimmt zu werden und das Ergebnis dieser Wahl sollte eine mindestens 3/4-Mehrheit Zustimmung finden, erst danach kann das Haus Europa errichtet werden. Zuerst der Plan, dann der Bau, andernfalls stürzt alles irgendwann ein.

Naja, für diese meine Gedanken (quasi als Wort zum Sonntag) werde ich sowieso nur ausgelacht, ist mir aber egal, das Schlimme finde ich jedoch, dass wir alle vollkommen ohnmächtig wie dumme Marionetten längst keinen Einfluss auf das zukünftige Geschehen mehr haben. Es ist völlig wurscht, welche politische Partei du Morgen wählst, ob Links, Mitte, Rechts oder einen vermeintlichen Erlöser - Europa kann nur ganz von Neuen durch seine Menschen erbaut werden. Und dazu muss es - wahrscheinlich - zuerst zerstört werden.

Kommentare:

  1. Vielleicht ein wenig gefährliche Gedanken, vor allem der letzte Satz. Jenachdem wie er ausgelegt wird, wie umfassend diese Zerstörung ausfallen sollte. Aber auslachen sollte dich niemand für diese Gedanken, denn wer ein wenig nach- oder besser noch mitdenkt, muss zu dem selben Schluss kommen.
    Liebe Grüße
    die Mira

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    1. Ach, ich habe jetzt lange an einem Antwort-Kommentar geschrieben, immer wieder neu angesetzt aber auch immer wieder das Geschriebene verworfen, denn es könnte und es würde missverstanden werden, je nachdem von wem. Also lass ich's bleiben.

      Ich bin zu alt für eine Revolution. Zu alt, zu schwach, zu ängstlich. Für die paar Jahre, die mir noch bleiben, richte ich mir ein Plätzchen in einer Nische ein. Unsere Generation wird nichts mehr verändern, wir können nur für kommende Generationen hoffen, hoffen auf einen Neuanfang, der vielleicht gelingt, denn nur da etwas 99 von 100 mal schief gegangen war, heißt es nicht zwangsläufig, dass nicht ein mal auch ein Treffer dabei sein kann und die Menschen eine bessere Welt erschaffen.

      Das einzige, was ich heute tun kann, ist denjenigen jungen Leuten, die aufbegehren und die Veränderungen fordern, meine moralische Unterstützung zukommen zu lassen und dabei mitzuhelfen, sie aufzumuntern.

      Liebe Grüße, Mira

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