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Donnerstag, 30. Juni 2016

Diktatur Österreich?

Derzeit reden viele so viel über die Briten. Das geht aber auch anders: Die Österreicherinnen und Österreicher, die, die etwas in ihrem Staat zu sagen haben, die Entscheidungsträger sozusagen, diese Ösis haben allen Anschein nach ein gewaltiges Problem mit der Marktwirtschaft und der Freiheit allgemein.

Nachdem mehr oder weniger bekannt ist, dass sich ein mögliches Problem durch den Einbruch beim Absatz der Tabakprodukte aufgetan hatte (die Menschen kauften vermehrt die gesündere Alternative der E-Dampf-Geräte), verbot Österreich schlichtweg den Internethandel von E-Zigaretten und deren Liquids. Das glaubt einem eigentlich schon kaum ein Mensch, so vollkommen irrsinnig ist dieses Verkaufsverbot. Noch dazu leben wir 2016 und Österreich liegt mitten in Europa, doch in ganz Österreich ist der Onlinehandel dieser Produkte tatsächlich seit letzten Monat eingestellt worden - unter Strafe bei Zuwiderhandlung, wer online harmlose E-Dampfen verkauft, wird bestraft.

Dieses merkwürdige Verständnis der Österreicher, das man ja immer noch irgendwie mit Verbraucher- oder Gesundheitsschutz bemänteln könnte (obwohl es faktisch unsinnig ist aber man könnte halt trotzdem einfach so tun als ob), zeigt sich in einem weiteren Verbotsbestreben für ein völlig anderes Produkt nun wahrhaftig offen als pathologisch wahnhafte Erscheinungsform einiger mächtiger Alpenbewohner, denn laut Heise-Online fordern die Privatsender aufgrund einer durchgeführten Studie der österreichischen Regulierungsbehörde "RTR" (Rundfunk und Telekom Regulierung) ein Verkaufsverbot für Radioapparate ohne Digitalempfang. Wozu denn das? Um den einbrechenden Markt der Digitalgeräte zu stützen. Unglaublich, nicht wahr. Wenn auch dieses absurde Gesetzesvorhaben durchkommt, darf künftig niemand in Österreich mehr ein UKW-Radio verkaufen (hier ein ausführlicherer Info-Link).

Dazu fällt mir dann wirklich nichts mehr ein, ich kann also nur noch Asterix und Obelix sprechen lassen: "Die spinnen, die Ösis".


Nachtrag (18 Uhr): Ich möchte noch kurz auf den möglichen Einwand reagieren, man solle doch bitte nicht jedes irrwitzige Ansinnen irgendeines Vereines ernst nehmen.

Das stimmt natürlich. Deshalb kann ich das bestehende Online-Verkaufsverbot für E-Dampfen und Liquid auch nicht ernst nehmen, obwohl mir das Lachen im Halse stecken bleiben würde, wenn ich selber in Österreich lebte und auf Online-Bestellungen angewiesen wäre.

Die Vereinigung der Privatsender ist sicher etwas anderes als ein Schrebergartenverein; von daher ist sein Ansinnen schon beachtenswert - eben erst recht, da das Verbot des E-Dampfgeräte-Handels, trotz dass man darüber angesichts seines Irrsinns vorher nur Spott übrig gehabt hatte, Realität geworden ist (was übrigens keine Kritik an Europa befeuern soll, denn die EU fordert mit Einführung der "TPD2" kein Handelsverbot). Genauso liegt die Sachlage bei einem beabsichtigten Verbot von UKW-Radios. Denn wenn sich zur (österreichischen) Irrationalität ganz viel Geld gesellt, sind viele Absurditäten binnen erstaunlich kurzer Zeit möglich. Ja, das war jetzt kompliziert ausgedrückt und bedeutet, dass Österreichs Politik überproportional korrupt ist. In korrupten Ländern ist alles möglich, eben auch ohne Recht und Gesetz und auch jenseits der Vernunft. Und wenn die Politik ein Spiegel der Gesellschaft ist und ist, wie sie ist, dann lässt sich diese Gesellschaft eben genauso kaufen - was schlussendlich wiederum vieles der österreichischen Politik erklärt und weshalb man nichts in Österreich jemals (wieder) überheblich unterschätzen sollte.

Hachja ... ich fahre jetzt besser zur Nachtschicht, was. Den Menschen UKW-Radios verbieten zu wollen - ich fass es einfach nicht. Geld gebiert groteske Ideen.

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