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Freitag, 20. Mai 2016

Verworrene Zeitfetzen wehen im Wind wie zerrissene weiße Laken auf der Wäscheleine

Situationsbeschreibung: Die riesige Halle ist menschenleer, kein Flüchtling ist mehr da. Die "Zimmer", das sind mit Bauzäunen abgesperrte kleinere Bereiche hauptsächlich für Familien und ausgestattet nur mit Feldbetten sowie einfachen weißen, leicht wabernden Sichtschutzplanen, warten vorerst auf neue Bewohner. In dieser ehemaligen Sporthalle sitze ich momentan ganz alleine. Die Orientierungsbeleuchtung spendet Zwielicht, die Uhr zeigt gerade exakt 3 Uhr, die Heizung ist vorhin wieder angesprungen und ein gewaltiges Gebläse sorgt für ausreichend Belüftung. Es rauscht hör-, sicht- und spürbar. Dazu klingt aus den kleinen Lautsprechern meines Laptops Musik. So verloren sie in der Halle auch sein mag, so klar höre ich sie sogar weit entfernt, leise, in der Intensität der Frequenzen schwankend aber klar. Dann stelle dir vor, du gehst in dieser Halle um die Zäune und nimmst im Hintergrund wie in einem akustischen Hauch wehend Ennio Morricones "Once Upon A Time ..." wahr, Elli in den Gedanken - es wirkt unfassbar surreal.

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