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Samstag, 14. Mai 2016

Tage der Trauer

Gestern, am 13. Mai gegen 19 Uhr ist Elli nach 14 Jahren gegangen. Es war ein sonniger Tag mit milden 20 Grad. Mittags, als ich zu Bett ging, merkte ich bereits, dass Elli verändert war; sie fraß nicht und mochte sich kaum mehr bewegen, sie lag in der Sonne auf der Wiese. Dann schlief ich knapp drei Stunden, da lag sie tot an ihrem zweiten Lieblingsplatz.

Weil der Anblick der Fliegen grässlich ist, wickelte ich sie in mein Bettlaken. So verbrachte sie, eigentlich abwesend, die Nacht im Garten mit meinem Geruch, und ich war auf Nachtschicht, also ebenfalls abwesend, doch in meinen Gedanken jede Sekunde bei ihr. Nur, wo ist sie? Ich möchte glauben, sie ging in vollkommene Glückseligkeit auf. Genau das werde ich, es ist mir egal, ob's stimmt oder nicht, der Glaube erschafft Realität.

Heute morgen nach der Arbeit schaufelte ich ihr Grab dort, wo sie meistens lag. Den Stein, neben dem sie starb, setzte ich ihr darauf. Die weiße Rose aus Porzellan legte ich dazu und Blumensamen verstreute ich um den Stein, deckte auch sie mit Erde zu und goß das Grab. Die Begrenzungssteine nehme ich nach einiger Zeit wieder weg, so dass nur der Stein zu Ellis Grab werden wird.

Aus Respekt vor meiner Weggefährtin zeige ich kein hochauflösendes Foto ihres leblosen Körpers, dennoch zeige ich dir die tote Elli, weil der Tod zu uns gehört wie alles andere auch, und weil ihr Tod ab jetzt zu mir gehören wird, bis dass ich selber sterben werde. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns einmal wieder.

Nun bleibe ich ein paar Tage offline, die Zeit der Trauer hat begonnen.


Kommentare:

  1. ich auch,bin auch bei euch.

    Stufen

    Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
    Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
    Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
    Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
    Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
    Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
    Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
    In andre, neue Bindungen zu geben.
    Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
    Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

    Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    An keinem wie an einer Heimat hängen,
    Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

    Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
    Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
    Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

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  2. Elli hatte ein schönes Leben.Ich fühle mit Dir.Ralf mit Morti

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  3. Bestürzt und ratlos.
    Ruhe in Frieden Elli.

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