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Dienstag, 19. April 2016

Steuerhinterziehung

Hehe, die Chinapost war heute hier :-)  Zwar ist das Päckchen vom Zoll mal wieder aufgeschnitten und durchwühlt worden aber nicht beanstandet. Zwei Wochen war diese Chinapost nur unterwegs, das ist Rekord. Ein paar weitere Päckchen, zum Teil schon vor sechs Wochen bestellt, sind noch auf dem Weg. "Was war drin?" Weiß ich nie so genau, pro Monat bestelle ich zwischen 20 und 50 Euro etwas aber da der Versand so lange dauert, vergesse ich's regelmäßig. Also gibt es monatlich immer eine nette kleine Überraschung.

"Georg, du lenkst ab. Was heute im Päckchen war, interessiert"
. Achja, Dampfkram halt. Etwas für 30 Euro, das in deutschen Shops zwischen 60 und 90 Euro kostet. Original mit Authentifizierungs-Code, habe ich online beim Hersteller überprüft, der Code stimmt sogar. Könnte der Code gefälscht sein? Unwahrscheinlich, denn bei diesen Preisen wäre der Aufwand dafür zu hoch. Gefälschte Code-Angaben habe ich schon gesehen, die sehen anders aus und können meist nicht verifiziert werden. 30 Euro sind für chinesische Verhältnisse ja auch schon viel Geld, China-Kopien würden fürs selbe Gerät 10 bis 15 Euro kosten.

"Georg, du hast aber die Allgemeinheit um die Mehrwertsteuer betrogen". Richtig, 6 Euro, ich bin bereit, sie zu bezahlen, werde sie meinem monatlichen Spendenbetrag zufügen.

"Georg, das ist dasselbe Verhalten wie Uli Hoeneß zeigte; du darfst nicht selber bestimmen, wofür die Steuer ausgegeben wird. Dies wäre Selbstherrlichkeit, wie die Medien seinerzeit moralisierend geschrieben hatten". Tja, es ist tatsächlich ein moralisches Problem, stimmt, denn soll ich die 6 Euro nun beim Finanzamt einzahlen oder sie Greenpeace spenden? Was wäre sinnvoller? Oder soll ich sie einfach behalten und trotzdem weiter auf Steuerhinterzieher schimpfen? Was würdest du tun?

Kommentare:

  1. Nicht Steuer hinterziehen, habe ich mir eben geschworen.

    Normal achte ich drauf, dass ich die Spanne zwischen 20 und 25 Euro nicht überziehe, damit ich die Einfuhr des Artikels nicht nachträglich verzollen muss.

    Ist mir leider nun doch passiert. Es ging ca. um 1,50 € (wegen Dollarschwankungen nicht genauer zu beziffern möglich) und das führte wohl zu einer ominösen Angabe auf dem kleinen Päckchen, die den Zoll näher interessierte.

    Nun könnte ich entweder reichlich umständlich zum nächsten Zollamt reisen, oder der Dt. Post 28,50 € geben, nur damit sie mir das Teil bringt.

    Da bleibt man doch gerne SteuerNICHThinterziehner - lässt das Wunschteil wieder dort hin zurück abdampfen, woher es kam und ist künftig wieder weniger sorglos beim Bestellen ;-)

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    1. Ein Zöllner, ein Verwaltungsakt, unnötige Umweltbelastung durch Anfahrtswege - alles wegen 1,50 EUR. Wäre ich Zöllner, würde mich diese Sinnhaftigkeit meines Berufs in eine Sinnkrise stürzen.

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  2. Es hat sich Neues ergeben.
    Habe nochmals rechcherhiert und heraus gefunden, dass das Bestellte gerade mal 22 Euro gekostet hatta.

    Also habe ich ans Zollamt geschrieben und sämtliche Belege (Artikelangebot, Photo vom Päckchen und PayPal-Auszug) als PDF mit geschickt.

    Mir wäre das Abholen nicht gut möglich und 28,50 bei einem Warenwert von 22 Euro würden dazu führen, dass der Artikel zurück ginge und erneut verschickt würde.

    So machte man dort für mich eine Ausnahme. Im Beisein des "Postbeamten" (dachte, die gibt es gar nicht mehr) wurde beim Zoll mit meinem Einverständnis das Päckchen geöffnet, geprüft und ging dann wieder in den weiteren Versand an mich.

    Heute früh stellte es ein Lieferservicebediensteter einfach an die Haustüre. - Ich meine, ich wohne auf dem Dorf und da wird nix geklaut.
    Trotzdem, es laufen doch einige Kinder dran vorbei. - Und im Hinblick auf das geänderte JugendschutzG ... - naja.

    Jedenfalls wollte ich das zuende erzählen, damit sich hier Mitlesende gegebenenfalls darauf einstellen, bei Bestellungen in Drittländern darum nochmals deutlich zu bitten, was auf der Außenseite des Päckchens zu lesen sein muss: z.B. wohl der korrekte Preis in der hier geltenden Währung.

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    1. Liebe Kurbelursel, darf ich ein wenig aus meiner Erfahrung plaudern?

      Du appellierst an die Vernunft oder versuchst bestimmte Regelmäßigkeiten, Gesetzmäßigkeiten, Bestimmungen und Verordnungen zu finden oder ihnen zu entsprechen, wenn es um Post aus Fernost geht - das ist leider beim Zoll alles unerheblich, denn du bist dort immer jedem einzelnen Zöllner in seiner Tageslaune auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Er braucht sich an kaum etwas zu halten, kann für alles und jedes Ausnahmeregeln oder besondere Maßnahmen heranziehen - es ist vielleicht so ähnlich wie beim Einwanderungsbeamten der USA, der hat alle Vollmachten, und wenn ihm deine Nase nicht passt, entscheidet er gegen dich.

      So auch beim Zoll. Ob mit echter Rechnung oder fingierter, ob außen, innen oder gar nicht deklariert, du hast keine Gewähr für einen störungsfreien Handel. Wahrscheinlich ist ein Container am Hamburger Hafen unbeobachteter als die Millionen Postsendungen, die uns per Päckchen und Paketen täglich erreichen. Erstaunlich - das ist aber meine Erfahrung.

      Von 10 Päckchen kommen 9 bei mir an, eines wird beanstandet und ich muss es beim Zoll auslösen. Je mehr Dokumente ich dorthin mitbringe desto verwirrter sind die Beamten. Wenig ist hier gleich mehr. Die Paypal-Rechnung reicht aus, mehr bringt den Zoll nur durcheinander. Logik überfordert generell die meisten einzelnen Beamtinnen und Beamten, damit können sie nicht umgehen und holen in einem solchen Fall erfahrene Kollegen zur Hilfe herbei. Zöllner der vordersten Reihe sind in der Regel nicht besonders klug. Das ändert sich bei ihnen erst mit den Lebensjahren ähnlich wie bei Polizisten, dann stehen sie aber nicht mehr vorne.

      Von den 9 nicht bzw. kaum beanstandeten Päckchen erreichen mich etwa 6 mit "vom Zoll befreit Aufklebern" ohne Probleme, 3 sind vom Zoll geöffnet und wieder verklebt worden. So in etwa sieht meine persönliche Statistik aus.

      Insgesamt ist erst ein Päckchen zurück gegangen, da ich es hätte in Frankfurt auslösen müssen (50 Euro Wert vs. 400-KM-Reise). Spezial-Versandarten sind also eher kontraproduktiv, am besten ist das "Zollamt um die Ecke" bei dem der Standardversand landet.

      Versicherter Versand macht im Falle eines Falles ebenfalls nur Ärger in Form eines krautwüchsig formulierten E-Mailverkehrs (China übersetzt per Google-Translator, du die Antwort genauso oder per Schulenglisch, die Chinesen verstehen aber eh nur, was sie wollen und so weiter und so fort). Kann man Glück haben oder nicht. Verloren habe ich erst eine einzige Sendung. Wert 30 Euro = abgeschrieben und unbezahlbaren Ärger erspart. Ich kenne jemanden, der hatte es mal durchgezogen und bekam nach einem halben Jahr eines solchen E-Mailverkehrs für seine verlustige Lieferung im Wert von auch so um die 20 Euro dann einen Warengutschein. Ok, wer's mag und daran vielleicht sogar Spaß hat ;-)

      Manchmal ist verloren aber gar nicht verloren, meine längste Lieferzeit betrug ein dreiviertel Jahr (Gearbest 2014).

      Seit der TBD 2 bestelle ich monatlich mehrere kleine Päckchen nur noch in China oder England. Eigentlich brauche ich gar nichts mehr zu kaufen, habe genug von allem bis statistisch über 2050 hinaus. Aber ich verschenke und tausche auch mittlerweile gerne. Aktuell steht hier an: ein original verpackter "Cuboid" 150-Watt-Akkuträger in Schwarz gegen einen neuen "Cubis Pro" Verdampfer. Ersparnis für den Tauschenden = knapp 20 bis 30 Euro. Na? Interesse? :-)

      So, mehr fällt mir gerade nicht zum Thema ein. Wie immer viel zu viel, ich weiß, ich weiß.

      Deinen Blogrückzug kommentiere ich bewusst nicht. So viel Platz wäre hier nicht und schlussendlich weißt du selber, was du tust. Ich find's schade aber sehe es nicht als endgültig an.

      Viele Grüße

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  3. Hallo Georg,

    was hältst Du von meiner Vermutung: möglicherweise werden Zollprobleme ein wenig künstlich geschaffen, seit die Post sich den Service des Verzollens von ihrem Kunden vergolden lässt? - Also seit Herbst 2015 etwa.

    Du hast langjährigere und vielseitigere Erfahrung mit dem Bestellen in China, als ich und könntest das sicher besser einschätzen.

    Deine Statistik kann ich so unterschreiben, wenn nicht sogar noch verbessern. Insgesamt gibt es beim Bestellen in China nur selten Probleme.

    Lieben Gruß
    Kurbelursel

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    1. Weiß ich nicht, Kurbelursel, das weiß ich wirklich nicht, bin versucht zu sagen, im Zweifel für den Angeklagten. Ich bin aber auch ein Mensch, der zuerst nie etwas Böses hinter den Dingen argwöhnt - damit habe ich mich in der Vergangenheit allerdings schon oft vertan. Also keine Ahnung, kann ich nüscht zu sagen.

      China - wenn Europa so weitermacht mit seinen Einschränkungen der (Handels-) Freiheit, wozu auch die unseligen Subventionen für alles Mögliche gehören, dann wird China bald alles herstellen und verkaufen, was wir nutzen. Und wir werden jammern und Europa wird mehr und mehr verarmen, dann gibt es Revolutionen und weiß der Geier, was danach kommt. So lange wird China von unserem eigenen Unvermögen und von unserem Streit profitieren, Zoll hin, Zoll her.

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Zu alten Blogeinträgen (ab dem zweiten Monat ihrer Reifung) kannst du leider nicht mehr kommentieren, denn um die Lagerung all meiner täglich aromatisierten verbalen Liquide über Jahrzehnte hinweg im Auge zu behalten, geschweige denn ihre Kommentare, bin ich als einzige also einzelne verantwortliche Person schlicht überfordert. Ja, so isses nun mal. Danke trotzdem für dein Interesse.