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Sonntag, 20. Januar 2013

Solidarität

Ich bin unerschütterlich optimistisch. Aber so zwischen all der Betriebsamkeit, die ich mir selbst verordne hier zu Hause, kriecht manchmal die nackte Panik heraus. Was soll ich nur tun? Ich kann doch nichts anderes als Zeitungmachen. Ich habe nie etwas anderes gemacht. Ich wollte nie etwas anderes tun.
Das zitierte Mo aus dem Blog "Absprung".

So geht es der überwiegenden Mehrzahl der arbeitenden Bevölkerung seit 1998, seit Rot/Grün, seit Schröder und Hartz IV. Das muss ich gar nicht ausführen (Niedriglohn, Leiharbeit, sterben konventioneller Arbeit zugunsten Niedriglöhner und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Altersversorgung = zukünftige Altersarmut etc.) - Das wissen alle aber interessierte kaum Journalisten damals, im Gegenteil, die meisten hatten sich direkt oder indirekt kaufen lassen.

Doch nun kommt es in der gehobenen Mittelschicht an. Seit Jahren berichte ich darüber als kleiner Blogger, es interessierte keine Sau, doch soll ich nun weinen, wenn es mittlerweile die Journalisten selbst trifft, die Mittelschicht, die über viel größere Sprachrohre und Blogs verfügt?

Ein Teil in mir sagt: Sollen sie doch was anderes arbeiten, müssen wir auch alle! Und das ist Realität. Aber dennoch gewinnt die Intelligenz in mir ihre schwache Oberhand und sagt: Wir sitzen alle in einem Boot - und gut ist, wenn wir uns solidarisieren und an einem gemeinsamen Strang ziehen, statt uns gegenseitig zu bekämpfen.

Wenn wir eine andere Gesellschaft wollen, ein anderes wirtschaftliches System und einen anderen Umgang untereinander, dann müssen wir das in einer Demokratie auch zeigen = wählen. Und das gilt auch für potentiell arbeitslose Journalistinnen.

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