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Mittwoch, 7. Dezember 2022

Tag 5: Nachklang

Der Tag 5 beginnt, und ich würde sagen, die Gesundheit ist zu 90 Prozent wiederhergestellt, allein die Tachonadel der kräftemäßigen körperlichen Regeneration zittert wohl so bei 75 bis 80 von Hundert. An die Jüngeren unter uns: mechanische Tachonadeln, die noch durch Wellen angetrieben wurden, verschleißen leicht und zittern daher oft im Laufe ihres irdischen Daseins.

Heute mal etwas Lustiges und Erstaunliches zugleich:

Als gebürtiger Niederrheiner habe ich die meiste Zeit meines Lebens am mittleren und unteren Niederrhein verbracht. Die Sprache, also der Dialekt, ist dort nicht einheitlich, mehr noch, manchmal unterscheidet er sich in Orten geradezu fundamental, obwohl diese nur wenige Kilometer voneinander getrennt liegen. Darüber hatte ich schon vor Jahren ausführlich geschrieben. Diese Sprachgrenzen werden durch ehemalige natürliche Gegebenheiten gebildet wie etwa der Rhein oder große Waldgebiete, die in vorindustrieller Zeit zu durch- bzw. überqueren ein echtes Risiko darstellten, das von der Normalbevölkerung nur dann eingegangen wurde, wenn es unbedingt erforderlich war, was in einem schnöden Bauern- oder Handwerkerdasein eigentlich nie der Fall war. Die Population der Menschen verbreitete sich hauptsächlich in und um den Ort der Geburt herum. Allein hierzu könnte man brennend interessante Bücher verfassen. Das erwähne ich jetzt aber nur, um das Folgende besser zu verstehen.

Am mittleren linken Niederrhein wird vornehmlich in einem rheinländischen Zungenschlag geredet, am unteren linken Niederrhein istꞌs ein völlig anderer, ein holländischer Dialekt. Nicht nur der Klang der Worte ist verschieden, sondern auch die Redewendungen haben zum Teil überhaupt nichts miteinander zu tun. Wohlgemerkt liegen diese Sprachgrenzen mitunter innerhalb weniger Kilometer. Heutzutage sind diese Grenzen natürlich verwischt. Kommunikationsprobleme gibt es höchstens, wenn du mal bei alteingesessenen Bauern direkt ab Hof Lebensmittel einkaufst und dich mit den Alten unterhältst, die in der Annahme, du seist aus dem selben Ort, munter Platt sprechen. Sobald sie bemerken, dass du sie nicht verstehst, wechseln sie natürlich sofort ins Hochdeutsche. Auch verschwindet der Dialekt immer mehr, das mag so mancher beklagen oder auch nicht, doch wo etwas verloren geht, entsteht fast immer auch etwas Neues. Es hat sich eine Art neuer Dialekt in schriftlicher Form entwickelt, der durch die Smartphones und SMS-Tipperei in Form von Abkürzungen entstand und in Verbindung mit alten Redewendungen rätselhaft erscheint. Da ich selber als Smartphone-Verweigerer und ein nur seltener SMS-Schreiber dies natürlich besonders auffällig bemerke, musste ich das folgende Rätsel erst mal lösen, bevor ich auf eine SMS antworten konnte.

Zwei äußere Umstände für mein Unverständnis kommen noch hinzu: 1. der malade Zustand von Körper und Geist in den letzten Tagen und 2. die Tatsache, dass mein Handy mittlerweile nur noch im G1 und G2-Netz Empfang hat. Das führt nämlich dazu, dass in dem Funkloch, in dem ich wohne, allein draußen oder in der unbeheizten Diele am Fenster überhaupt eine Netzverbindung herzustellen ist (die Verbreitung der Netzabdeckung ohne LTE ist seit der Abschaltung des G3-Netzes also für mich sogar rückläufig). Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bekam eine SMS, in der es hieß: "tuste mind ne woche drüber".

Was heißt das?

Im Kalten am Fenster wollte ich nicht stehenbleiben, ließ das Handy dort liegen und begab mich wieder in meine warme Höhle. Und vergaß diesen Satz. Heute Morgen am Fenster bei der Abfrage eventuell neuer SMS-Nachrichten erschien er wieder. Da es mir besser geht, überlegte ich am Fenster stehend, was das wohl heißt. Ins Hochdeutsche übersetzt: "Darüber tust du mindestens eine Woche". Nun ist auch mein geistiger Zustand wieder einigermaßen fit, so fiel die Bedeutung wie Schuppen von den Augen. Es bedeutet: "dein Magen-Darm-Infekt dauert mindestens noch eine Woche". Ich finde die Art des Denkens, die in "tuste mindestens eine Woche drüber" verborgen liegt einfach nur herrlich und faszinierend zugleich, denn hiermit werden zwei Informationen parallel vermittelt. Zum einen ist es die Dauer der Infektion. Das hätte der Absender aber auch einfach schreiben können, doch es hätte in gewisser Weise zu oberlehrerhaft geklungen, denn er wollte ja keine medizinische Information mitteilen wie etwa "dieser Infekt dauert so und so lange". Zum anderen bedeutet der Satz soviel wie "du wirst mindestens noch eine Woche krank sein", was als Genesungswunsch ja absolut negativ und ungeeignet wäre. Noch dazu wird mit dieser Redewendung der passive Zustand, das Ausgeliefertsein, ins Gegenteil gerückt und als aktive Bewältigungsstrategie deklariert. In etwa wie ein morgendlicher Abschiedsgruß an jemanden, der sich auf seinen Weg zur Arbeit begibt: "gutes Gelingen!" oder "Frisch ans Werk!". Des Weiteren wird jede negative Eigenschaft vermieden als da wären "daran knappst du noch eine Woche" oder "daran arbeitest du noch eine Woche". Das wertneutrale und überall am Niederrhein universal gebräuchliche "Tu" beinhaltet beides, ein positives wie negatives Geschehen. Zudem wird die Zeit der Gegenwart mit der Zukunft kongenial verknüpft, wenn es heißt "darüber tun". Mit "darüber" ist also die Zeitspanne gemeint: "damit bist du eine Woche lang beschäftigt", durch die Verbindung mit "tust du" bleibt der aktive Charakter aber erhalten. Ebenfalls ist die grammatikalische Anordnung dieser plattdeutschen Redewendung faszinierend, denn es wird ja nicht hervorgehoben, dass ich "darüber" (also während der Zeit der Krankheit) ihr nur tatenlos ausgeliefert bin oder dass die Krankheit etwas mit mir macht, obwohl genau das natürlich auch gemeint ist, sondern durch das Voranstellen von "tust du" wird die aktive Tätigkeit (des Leidens aber gleichsam des Genesens) besonders betont.

Nachsinnend finde ich die kreative und wort-sparende Grammatik des Dialekts klasse und sie passt sich nahtlos an die moderne buchstaben-sparende Schreibweise der sozialen Medien an. Es ist eine wunderbare Symbiose von alten und neuen Ausdrucksweisen.

So, das erst mal zum Frühstück, heute melde ich mich bestimmt nochmal. In diesem Sinne: Tuste ma n ganzen Tach drüber = lass dir das heute mal durch den Kopf gehen ;-)

Dienstag, 6. Dezember 2022

Bericht von der Zielgeraden - Das königliche Mahl

Seit dem frühen Samstagmorgen habe ich nun sagenhafte 4 Riegel alter, vor einem Jahr abgelaufener Kinderschokolade und eine Handvoll (ein Kinderhändchen) Rosinen schnabuliert. Letztere mehr nach Vogelart gepickt. Das fand nicht durchgehend Zustimmung bei den Bewohnern in und um die höhlenartigen heiligen Hallen meiner Behausung, denn mit dieser Aneignung einer für den Niederrhein doch arg kulturfremden Essweise schauen die Wintervögel an der Fütterungsstation auffallend besorgt durchs Küchenfenster. Gestern Abend gegen 22 Uhr (10 Uhr MEZ) sah ich bereits einen, der mit einem kleinen Schild im Schnabel aufgeregt vor dem Fenster hin und her flatterte. Es trug die unmissverständliche Botschaft: "Wage es bloß nicht, auch noch unser Essen anzurühren! Wir schicken dir sonst die Katze rein!" Von kleinen, kaum winterharten Vögeln, denen ein paar ungeheuer schwer zu überlebende Monate bevorstehen, kommt diese Drohung in etwa einer Verwünschung gegen einen Katholiken mit dem Teufel gleich. Somit zwingt mich mein Gewissen zwecks lokalbiologischer Arterhaltung und für die weitere friedliche Koexistenz, im Laufe des Tages ein erstes menschliches Mahl zu mir zu nehmen. Obwohl ich noch keinerlei Appetit verspüre und erst recht kein bisschen Hunger. Aber wenn Picken nicht erwünscht ist, bleiben ja nur ein paar Bissen übrig.

Der Alki in mir ruft unterdessen: "Ach, wat schert dich dein Geschwätz von vor 20 Jahren? Trink dich einfach satt! Prösterschen! *hicks* Zum Wohle!" Wobei wir mit ihm selbstredend wieder bei netten Versuchen teuflischer Verführungskünste angelangt wären, denn wer weiß, von wem er quasi als Katzenersatz zu mir gewünscht worden ist? Es tummeln sich in den zwielichtigen Vierteln des eigenen Hirns bekanntlich stets auch die nicht wohlwollend gesonnenen Zeitgenossen, die sich grundsätzlich jedem Protest anschließen, Hauptsache, er hat den Sturz der Regierung meines inneren Königreichs zur Folge. Schon sehe und höre ich sie auf dem Prachtboulevard zum Großhirn skandieren: "Hurra! Dystopie im Altersheim!"

Natürlich gibt es in meinem Inneren auch die woken Nachgeborenen, flauschige "Aktivist:innen" die nichts sehnlicher wünschen als das Ende des alten Königs, der mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet, über die Frau Nancy Faeser vor Neid erblassen würde, das Gestrige vehement hochhält und sein Reich vor der Moderne zu bewahren trachtet. Dass ihr eigenes wokes Dasein mit dem Ende des Königreichs gleichsam aufhört zu existieren, so denn der letzte Wille des alten Herrschers, niedergeschrieben und besiegelt in der Bulle seiner Patientenverfügung, die gebührende Beachtung und konsequente Berücksichtigung findet, und die über den Tod hinaus bis in die Ewigkeit verbindlich regelt, das Gehirn nicht wegen eines kurzfristigen Profits zum Verhökern noch gebrauchsfähiger Organe als besseren Ersatz für eine Kühl-Gefrierkombination energiekosten-günstig künstlich durchbluten zu lassen, also so weit denken die lieben Geschwister königlichen Geblüts bei ihrem vermeintlich überlegenen Fortschrittsgetue dann doch eher weniger bis gar nicht. Aus allen Richtungen rennen sie herbei und wollen rechtzeitig auf den im Bahnhof wartenden Zug der Revolution aufspringen: "Solidarität mit den Vögeln! Der König pickt sich fett an ihrem Essen! Nieder mit dem König!"

Du magst am heutigen Eintrag erkennen, wie schwierig es ein König in seinem eigenen Reich mitunter hat. Die Rebellion stets im Nacken, von Umstürzlern umgeben, mehr und mehr modernen Staatsphilosophien ausgesetzt, die nur das eine Ziel verfolgen: Das Alte und Morsche muss weg, Schluss mit der Monarchie! - Da kann selbst ein König es sich nicht erlauben, mit den gefiederten Gesellen vorm Küchenfenster sich's zu verderben. Also auch ohne Hunger oder Appetit werde ich in wohlbegründeter Absicht nachher kräftig, männlich und vor allen Dingen menschlich aber mit königlichen Tischmanieren in etwas beißen und es sodann vollends verschlingen, auf dass der nachfolgende Rülps im tiefen Bass erklingen mag, um einerseits die zwitschernden Vögel von ihren Sorgen zu befreien und andererseits als eine drohende Mahnung nach innen verstanden zu werden.

Bis Morgen. Bon Appetit.

Montag, 5. Dezember 2022

Zwischenstandsmeldung

Ums nüchtern auszudrücken: 65 % meiner Wenigkeit sind wiederhergestellt. Durchfall und Erbrechen sind gottlob weg - kein Wunder, isꞌ ja nix mehr drin, was raus möchte. Länger als zwei bis vier Stunden am Stück kann ich allerdings nichts machen, denn dann bin ich schon wieder erledigt wie nach 48 Stunden ohne Schlaf. Das Bettchen als neuer Sehnsuchtsort des Wohlbefindens, könnte man sagen, Ziel einer Pauschalreise innerhalb der eigenen vier Wände. Weshalb die Kerzenheizung seit Samstagmorgen übrigens aus ist und die normale Gasheizung die Wohnung erwärmt - die Kerzen bringen nur für einen längeren Aufenthalt etwas, und da selbst die kurzen Intervalle zwischen Schlaf und Wachsein von einer Art geistiger traumhafter Umnachtung geprägt sind, würde das meinem Aufsichtsgebot widersprechen: ich glaube, es könnten sich die Bäume im Garten plötzlich auf den Kopf stellen und ich würde am Fenster minutenlang sinnieren, ehe ein "Oh!" des Erstaunens den Brechmund verließe. Schleichende Kognition oder Leben in Zeitlupe.

Hunger? Gott bewahre! Essen igitt! Nicht die Spur von Appetit auf irgendetwas. Sogar auf den Genuss des geliebten E-Dampfens verzichte ich - *hüstel* weitgehend.

Alle anderen Begleitumstände sind aber in den Hintergrund getreten: Kopfschmerzen sind kaum noch vorhanden und wenn, dann nur nach längerem Lesen und auch nur, wie man sie allgemein als Überanstrengung kennt. Sie sind aber nicht mit echten Kopfschmerzen der Menschen vergleichbar, die unter chronischen heftigen oder migräneartigen Schmerzen leiden. Diese Armen können eh nur ein müdes Lächeln erübrigen, wenn andere von ihren Wehwehchen als Sensation berichten. Für sie selber bedeutet deren Schwere Tage der Erholung. Also lieber mal den Ball flach halten. Dasselbe gilt für die Gliederschmerzen - auch hier: alles ist relativ.

Insgesamt ist abzusehen, dass in ein paar wenigen Tagen alles wieder gut sein wird. Was mich daran besonders freut, ist die Tatsache, diesem Virus kein weiteres Mal mehr zum Opfer zu fallen. Das eigene Immunsystem ist schon ein ausgezeichneter Arzt, hält Mittel und Methoden bereit, in der Symbiose mit den Abermillionen Viren stets eine Art Ausgeglichenheit zu erzielen. Mehr noch, die Viren trainieren das Immunsystem und halten es fit. Wenn wir durch immer mehr Medikamente, Masken, Lockdowns und Impfungen unsere Immunsysteme verkümmern lassen oder sogar zerstören, kann der harmloseste Virus zur tödlichen Gefahr werden. Weshalb dieses Immun-Training bei Kindern auch so unsagbar wichtig ist und eine Kinderimpfung gegen harmlose Viren wie Corona ein Verbrechen darstellt. Verbrechen an Kinder aus Profitgier - das zieht sich wie ein roter Faden durch der Geschichte unserer Zivilisation. Überall und bis heute.

Inneres Ich: "Aha, du wirst wieder frech. Wer so frech ist, kann auch wieder zur Arbeit."

Um einen Rückfall oder Zusammenbruch zu vermeiden, habe ich diese Woche noch frei genommen (richtig gelesen, nicht krankgeschrieben, Urlaubstage genommen, denn sonst hätte ich ja zum Arzt gemusst, zu den Kurpfuschern und Schlächtern, den ollen Scharlatanen). Jedenfalls weiß ich selber, dass derart geschwächt knapp 25 bis 30 Kilometer zu Fuß und mit dem Fahrrad pro kalter Nacht nicht so ganz vorteilhaft wäre. Zumal der Arzt meines Vertrauens, das Immunsystem, mir auch ohne Worte deutlich ein paar Tage Ruhe verordnet hat.

Aber frech sein, oja! Das klappt wieder prima. Wo soll ich beginnen? Wie wäre es mit einer Schimpftirade gegen den Protzbau des Berliner Regierungssitzes? Diese Nasen haben damit begonnen, von deinem und meinem Geld die Blase, in der sie leben, luxuriös auszugestalten: Für 777 Millionen Euro (keine Sorge, ein paar Milliardchen werden sich noch hinzu gesellen) wird das Bundeskanzleramt umgebaut - "Umbau" oder "Anbau", das sind verschleiernde Begriffe für eine Verdoppelung des Bestehenden. Beidseitig der Spree mit Untertunnlung, Brücken, Gärten, feinen Wandelgängen zur Erholung für die Besucher aus der realen Welt draußen usw., Servicebauten mit Geschäften (u.a. Frisöre, ihre Notwendigkeit hat uns der Lockdown gezeigt) und was man sonst noch alles braucht für die Erquickung unserer Damen und Herren Politiker - eine Stadt in der Stadt. Achtmal größer als das Weiße Haus und das trotz Energiekrise, Ukrainekrieg und der Tatsache, dass momentan viele Familien nicht mehr wissen, wie sie heizungstechnisch über den Winter kommen. Die Mainstreammedien werden diesen Bau nicht großartig kritisieren, denn clever, wie seit der Patronin Merkel die Verantwortlichen geworden sind, haben sie den Pressevertretern ein Angebot gemacht, das sie nicht ausschlagen können: sie erhalten dauerhaft eigene Büros und werden fortan zum immerwährenden Teil dieser elitären Blase mitten im Machtzirkel des Landes. So schafft man treue Medien bis in den Untergang.

Oder wie wärꞌs mit frech in dem Sinne, dass ich mich frage, weshalb man hierzulande in den Medien kaum etwas von den Demos in Italien hört und ob ihr Verschweigen nicht eventuell pure Politik ist, die aber nicht Aufgabe der Medien wäre. Unter dem Motto "Waffen runter, Löhne rauf!" versammelten sich vorgestern in Rom tausende Menschen, um gegen die Verteuerung der Lebenshaltungskosten und gegen den Waffen- und Finanztransfers in die Ukraine zu demonstrieren.

Zur Anregung auch deines frechen Geistes habe ich ein paar interessante Leseempfehlungen. "Warum gibt es in der Bundesliga keine schwarzen Torhüter?" oder "Was ist mit der Liebe zwischen Frau und Mann?" Falls du bei diesem Titel einen Zusammenhang mit dem folgenden erkennen solltest, nein, es gibt ihn nicht: "Ich kann kein Geld mehr ausgeben, ohne kontrolliert zu werden."

Samstag, 3. Dezember 2022

Krankmeldung

Boah, was bin ich ausgeknockt! Es hat mich voll erwischt. Magen Darm. Ich schaffte es nicht mehr bis ins Bad und kotzte im weiten Strahl schlecht gezielt in die Spüle. Natürlich auch mit Scheißerei verbunden, was sonst. Dazu dann das allgemeine Abwesenheitsgefühl, halt krank auf ganzer Linie.

Dieser Magen-Darm-Virus geht gerade im Bekannten- und Verwandtenkreis um. Meine Großnichte sowie meine Nichte hatten ihn letzte Woche ebenfalls und auch schwer. Die beiden leben zwar im selben Haus, doch in einer anderen Wohnung. Ich hatte sie über eine Woche lang nicht persönlich gesehen, nicht eine Sekunde lang. Somit scheinen diesem Virus noch ganz andere Übertragungsarten zur Verfügung zu stehen, von denen wir bis heute gar nichts wissen.

Wie dem auch sei: Du liest jetzt gewissermaßen meine Blog-Krankmeldung. Weiß du, wie die gegessenen Frikandels mit Kroketten und Mayo aussehen, wenn sie nach einem rund zweistündigen Aufenthalt im Magen/Darm wie eine Explosion oben und unten herausschießen? Der menschliche Körper ist nicht immer nur schön. Nene.

Medikamente? Ich? Sicher nicht! Mein Immunsystem funktioniert noch recht gut. Und die Kopf- und Gliederschmerzen einfach zu betäuben, hat nicht gerade etwas mit Heilung zu tun. Die letzten 20 Jahre war ich nicht mehr "so richtig" krank, nur ein paar Erkältungs-Omikron-Viren, was nach zwei Tagen vorbei war, wenn ichꞌs überhaupt bemerkt hatte. Aber diese Magen-Darm-Verstimmung bekam ich noch nie.

Was hat sich geändert? Was ist heute im Gegensatz zu früher anders? 3 Jahre Maskentragen und Impfungen für fast alle, was in seiner Gesamtheit zur Schwächung der allgemeinen Immunabwehr Aller geführt hat und alte, längst im Zaum gehaltene Viren erneut aktiviert.

Jetzt setze ich mich mal ein Stündchen mit einer Wasserflasche aufs Töpfchen. Mal schaun. Es fehlt eine gedruckte Zeitungsausgabe, um etwas der scheißenden Langeweile entgegenzusetzen :-)

Freitag, 2. Dezember 2022

Die Nachtigall

Kalt aber trocken und daher sehr schön war die Nacht. Sind sie meistens während der Woche, ich meine: schön ruhig. Gegen 1 Uhr ist dann alles still, da liegen die Leute in den Betten, denn am nächsten Tag müssen sie ja wieder früh raus. Die Leute, nicht die Betten. Der Morgen beginnt langsam ab 4 Uhr, dann hört man die ersten Autos auf der Landstraße. Am Wochenende istꞌs natürlich anders. Klar. Jedenfalls tapste gegen 3 Uhr vor der Bank, auf der ich saß, ein unscheinbarer kleiner Vogel. Er sah neugierig zu mir herüber und wusste anscheinend, dass von mir keine Gefahr ausging. Dicht bei mir pickte er auf dem Boden rum, flog eher in weiten Hüpfsprüngen hin und her, ins Gebüsch, kam wieder hervor, herein, heraus - schließlich flog er in einen Baum neben der Bank. Ich rätselte noch, um welchen Spatz es sich wohl handeln mochte - da begann er ein Konzert: Wie wunderschön! Laut und melodisch, ein Potpourri bunter Strophen. Einfach herrlich. Direkt neben mir! Ja, genau, es war die Nachtigall.

Die Klänge der Natur sind doch nach wie vor die schönsten, nicht wahr? In diesem Sinne, gehab dich wohl. Bis morgen.

Ach, das Bild oben: Wusstest du, dass es eine deutsche Goldmünze gibt, die die Nachtigall zeigt? Ich wusste es nicht. Kostet auch nur schlappe 391,40 Euro ;-)

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Stealth-Luisa

Der neue Tarnkappenflieger der USA, der "B-21 Raider" soll am morgigen Freitag, dem 2. Dezember hier erstmalig vorgestellt werden. Transportflugzeug oder Tarnsportflugzeug, bemannt als Langstreckenflieger oder unbemannt als Kurzzeitluisa, Radarschlucker, listig in der 6. Generation und angepriesen wie ein neues Computerspiel. Ich werde mir das Vorstellungs-Theater des Nurflüglers sicher anschauen, bin sogar als Laie ziemlich gespannt auf diesen Flugapparat.

Trotzdem konnte ich meine Bastelfingerchen nicht im Zaum halten, ist der Flieger doch das ideale Gefährt für unsere Luisa Neubauer, die olle Vielfliegerin. Darin hätte sie endlich ihre Ruhe und könnte die Aussicht ungestört genießen:

Mittwoch, 30. November 2022

Verlorener Respekt

Sehr gut zusammengefasst: "Wissenschaft im freien Fall" oder als Alternativ-Titel: "Neuigkeiten gibtꞌs nur beim Frisör".

Auch ich habe jeden Respekt verloren.

Respekt verloren vor dem grün-linken Haltungsjournalismus, der hierzulande die Demos der Corona-Maßnahmenkritiker als Nazi-Demos verunglimpft aber die gleichen Demos in China über den Klee als Demonstrationen für die Freiheit lobt.

Respekt verloren vor der Polizei, bei denen 20+x-jährige  Rentner verprügeln bis in den Tod (der Tod wird natürlich nicht als Folge der Prügel gewertet, ganz ähnlich wie bei dem Fall, der mir wohl für immer im Gedächtnis bleiben wird, als nämlich ein türkischer Jugendlicher ein Mädel schlug, das daraufhin stürzte und starb aber deren Todesursache später vor Gericht mit der Heftigkeit des Aufpralls ihres Kopfs auf den Boden erklärt worden war, nicht aber durch den versetzten Schlag. Seither weiß ich, dass man einen Menschen totschlagen kann, dies aber juristisch nicht als ursächlich für einen Totschlag gewertet werden muss. Der Täter kam nach etwas über einem Jahr frei).

Respekt verloren vor dem Verfassungsgericht, dessen Chef und Merkelfreund regelmäßig zum Abendessen ins Kanzleramt fuhr, um dort in Ruhe Strategien zu besprechen.

Respekt verloren vor Politikern; allen voran eine Außenministerin, die ihren Lebenslauf fälschte, die log und die Menschen betrog, was das Zeug hält, weil sie ohne Betrug nichts vorzuweisen gehabt hatte, das auch nur ansatzweise eine Kompetenz für dieses Amt belegt hätte, die aber doch unbedingt klüger als Joschka Fischer erscheinen wollte. Seither lacht die Welt uns Deutsche für diese Frau aus, die überdies noch nichts anderes fertiggebracht hat, als in Dauerschleife nach Krieg und immer mehr Waffen für die Ukraine zu rufen. 

Respekt verloren vor der gesamten Bundesregierung; begonnen beim Kanzler, der im CumEx-Skandal verwickelt ist aber sich an nichts mehr erinnern möchte; über eine Verteidigungsministerin, die von "langen Rohren" bei Geschützen schwadroniert und mit ihrem Sohn im Bundeswehrflieger in den Urlaub nach Sylt reist; bis hin zu einem Wirtschaftsminister, für den es einen seltsamen, nicht erklärbaren Unterschied zwischen dem Nichtproduzieren von Waren und der Pleite gibt, der Kernkraftwerke vom Netz nimmt und sie durch eine Neubefeuerung stillgelegter Kohlekraftwerke ersetzt (CO2-Steuereinnahmen sind dann halt besser als Null-Einnahmen für klimaneutrale Kernreaktoren) - ach, ich könnte die Liste weiterführen, doch was bringtꞌs? Außer dass ich mich nur aufrege.

Mauscheleien in der EU, Schattenregierung hinter dem senilen Opa der USA, ständige Änderungen am Grundgesetz, Abwicklung der Wirtschaft wie damals bei der "Treuhand", Gelddruckerei ohne Ende (ich habe nicht einmal mehr Respekt vor den wenigen Euroscheinen in meinem Portemonnaie) und so vieles, vieles mehr. Wo sollte und könnte man da aufhören?

Das aller-aller-aller Schlimmste aber ist, dass die Beteiligten einfach so weitermachen können, weil die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler diese Gestalten unterstützt oder nicht mehr zur Wahl geht (was gleichsam eine unterstützende Folge hat), weil sie weiter der "Tagesschau" glaubt und weil die meisten schlicht genauso verblödet sind wie fette Mäuse, die bereits im Haus geboren wurden und die, setzt du sie in einer Lebendfalle gefangen draußen aus, in dieser für sie fremden Umwelt nicht einen Tag mehr überleben können. Das musst du mal beobachten: einige gehen neugierig auf eine wilde Draußenkatze zu oder laufen wenigstens vor ihr nicht mehr davon, weil sie jeden Sinn vor Gefahren verloren haben.

Jaja, so ist das. Einen schönen Restmittwoch wünsche ich noch.

3-Punkte-Tag

Heute nur kurz, denn dass sich kein Schwein für meine Schwurbeleien wie die gestrige interessiert, verwundert natürlich nicht, und wahrscheinlich würden mich ebensolche von anderen fremden Menschen genauso desinteressieren. Zudem istꞌs ein längerer Text, also ich meine "lang" im Vergleich zu den auf Twitter oder Facebook üblichen Ausmaßen. Stichwort "verlorene Lebenszeit" und so. Deshalb heute wieder ein kurzer 3-Punkte-Tag. Drei für sich selbst sprechende Kurzmeldungen ohne lästige Kommentare meinerseits:

1. Stichwort Geisterfahrerin: Dem "Center for Civil Liberties" wurde vorigen Monat der Friedensnobelpreis verliehen. Die Leiterin dieser Organisation heißt Alexandra Matwijtschu. Sie spricht sich für mehr Waffen an die Ukraine aus und meint: "Es ist für mich eine merkwürdige Situation und ein klares Zeichen, dass mit dem gesamten internationalen System etwas nicht stimmt, wenn eine Menschenrechtsanwältin um Luftabwehrsysteme bittet."

2. Stichwort Umkehrschluss: Die negative Sonntagsfrage von INSA kommt zu dem Ergebnis, dass 38 % der Bevölkerung gegen die Grünen eingestimmt sind. Auf die Idee, auch nur kurz den Umkehrschluss zu bemühen, kommt die Bild-Zeitung allerdings nicht. Deshalb an dieser Stelle: 62 % der Wählerinnen und Wähler haben nichts (oder nicht genug) gegen die Grünen einzuwenden.

3. Stichwort moralisches Smartphone: Elon Musk sagt: "Wenn die freie Rede sogar in Amerika verlorengeht, liegt nur noch die Tyrannei vor uns." Apple, Google und Twitter streiten sich. Naja, wie dem auch sei. Dabei könnte es aber sehr bald geschehen, dass Elon Musk nun ebenfalls Smartphones bauen wird. Das wäre dann allerdings schon interessant.