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Dienstag, 16. Januar 2018

Auflösung | "Stoppt Schulz"

Zuerst die Auflösung des gestrigen Bilderrätsels. Tada! Tusch! Es war ein … Reißverschluss :-)

Klick aufs Bild, dann erkennst du es besser.

Und dann kamen mir beim Lesen über die Beschimpfungen, die gestern dem SPD-Schulz auf einer seiner Zustimmungs-Touren für das Ergebnis der Sondierungen entgegengebracht wurden, Bilder meiner eigenen Erinnerung in den Sinn. Als junger Mann war ich mit einigen hauptsächlich weiblichen Aktivisten (was übrigens der wahre Grund meines Mitmachens war) 1980 in Kleve auf einer Freiluftwahlveranstaltung der CDU, zu der Franz-Josef Strauß mit einem Hubschrauber eingeflogen wurde. Seine Rede war von Anfang bis Ende eine reine Schimpftirade gegen links und gegen die SPD - heute wäre so etwas als Hassrede verboten, er wäre quasi von der Bühne direkt abgeführt worden. Es war so arg, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen. Du erinnerst dich? Helmut Schmidt bezeichnete er sowieso als Vaterlandsverräter, das waren aber eher seine gemäßigteren Töne. Uns als Störer nannte er Ratten und Schmeißfliegen. Genau, ich hatte gestört. Meine planmäßige persönliche Störaktion bestand aus einem visuellen Protest: inmitten von Strauß-Fans stand ich einsam und von allen weiblichen Schönheiten verlassen und hielt ein an einem Besenstiel befestigtes großes Stoppt-Strauß-Schild empor. Heroisch ertrug ich stumm die wüstesten Beschimpfungen der um mich Herumstehenden - aber was heute ebenfalls nicht mehr vorstellbar ist: niemand entriss mir das Schild, keiner berührte mich, es bleib lediglich bei verbalen Attacken.

Jedenfalls, weil ich grad so in Erinnerungen schwelge, habe ich mal ein wenig gebastelt und halte nun, 38 Jahre später, erneut ein Schild in die virtuelle Höhe:


Montag, 15. Januar 2018

Bilderrätsel

Klick drauf = ein wenig größer
Sieben ist ja eine magische Zahl, nicht wahr? Heute beginnt eine siebentägige Woche, "sieben Fässer Wein können uns nicht gefährlich sein", hinter den sieben Bergen leben die sieben Zwerge, "Seven of Nine" - und als Primzahl ist die Sieben auch bekannt.

Weil es so etwas schon länger nicht mehr hier gab, folgt heute mal wieder ein Bilderrätsel. Mit der Sieben. Was könnte das wohl sein? Der siebte geschälte Maiskolben etwa?

Den Bildausschnitt musste ich leider so eng wählen, da es andernfalls zu offensichtlich ist. Die Schwierigkeit besteht weniger im Erkennen des Gegenstands, jeder Mensch benutzt ihn, als vielmehr in der Zuordnung aufgrund des kleinen Ausschnitts. Jajaja, lange Rede, kurzer Sinn: viel Spaß beim heiteren Rätselraten am Beginn einer siebentägigen noch rätselhaften Woche.

Sonntag, 14. Januar 2018

Serien-Tipp: "Electric Dreams"

Sehr ähnlich wie "Black Mirror" ist die gleichfalls exzellente britisch-amerikanische Serie "Electric Dreams". 10 Folgen, wobei jede Folge eine Kurzgeschichte des Science-Fiction-Autors Philip K. Dick umsetzt. Viele bekannte Gastschauspieler geben sich die Ehre.

Meine persönliche Bewertung auf einer Skala von 1 bis 10 (10 bedeutet unübertreffliche Spitzenklasse):

- Das wahre Leben (Real Life) | 8
- Autofac | 10
- Menschlich ist (Human Is) | 7
- Vertraue mir (Crazy Diamond) | 6
- Der Haubenmacher (The Hood Maker) | 7
- Fosters neue Welt (Safe & Sound) | 10
- Der unmögliche Planet (Impossible Planet) | 9
- Der Pendler (The Commuter) | 8
- Tötet Alle Anderen (Kill All Others) | 6
- Das Vater-Ding (Father Thing) | 8

Vielleicht oder wahrscheinlich wirst du die Folgen anders gewichten, denn dies ist nur meine individuelle Geschmacksbewertung. Es ist für jeden etwas dabei, ein breites Spektrum an Themen auf vielfältige Art und Weise verfilmt. Wer "Black Mirror" mag, wird hiervon ebenso begeistert sein.

Samstag, 13. Januar 2018

Neue Linke - eine gute Idee

Ein hochinteressanter Artikel, meine ich, auch wenn er auf "Spiegel Online" steht. Die Idee einer neuen linken Partei als Sammelbecken für alle Menschen, die von der heutigen linken und sozialdemokratischen Politik unzufrieden sind, halte ich für gut. Die AfD ist diesem Vorhaben schon einen Schritt voraus, allerdings für die enttäuschten CDU- und FDP-Anhänger. Sollte es eine neue linke Partei geben, so wäre sie und die AfD am Ende das Resultat der politischen Unfähigkeit unserer alten Volksparteien und sie würden diese ablösen, es wäre das Ergebnis viel zu langer Zeit der Großen Koalition, denn so etwas darf nur als Ausnahmeerscheinung für maximal eine Legislaturperiode existieren, nicht aber (fast) durchgängig seit 2005 der Normalzustand sein. Es wäre auch sinnlos, die bisherige Linkspartei zu spalten, doch eine völlig neue Partei mit klarer Ausrichtung ohne diese durchgeknallten west-linken Spinner und mit realitätsbezogener Politik, das fände sofort meine Zustimmung. Ja, Wagenknecht und Lafontaine, macht es, fangt damit an! Ich wäre dabei.

Es wäre jedenfalls das Ende der etablierten völlig korrupten Volksparteien und (hoffentlich) auch das Ende der links-grünen Erziehungsberechtigten, die mit mächtiger medialer Unterstützung eine Sprach- und Denkpolizei etabliert haben, die das Volk beherrschbar und mundtot macht. Die Journaille bekäme riesige Probleme. Alles in allem betrachtet brächte es mehr Ehrlichkeit (darüber lässt sich streiten) und mehr Vorteile als Nachteile mit sich. Die Idee ist geboren, wohin wird der Storch nun das Baby bringen?

Orientierungs- und charakterlose SPD

Vor knapp 8 Wochen sagte Martin Schulz: "Wir stehen für den Eintritt in eine Große Koalition nicht zur Verfügung; diese Konstellation wurde abgewählt. Wir scheuen Neuwahlen nicht." Und kurz vor den Sondierungen twitterte er noch: "In eine Regierung von Angela Merkel werde ich nicht eintreten." 

Nööö, die Umstände haben sich nur binnen weniger Wochen ins glatte Gegenteil verändert, so dass zuerst die SPD Verantwortung übernahm, indem sie den Wählerwillen respektierte und direkt danach Verantwortung übernimmt, indem sie denselben Wählerwillen missachtet. Oder wie Henryk M. Broder treffend formuliert: "'Wenn das schiefgeht, ist meine politische Karriere zu Ende', soll Schulz im kleinen Kreis gesagt haben. Gleiches gilt für Angela Merkel und Horst Seehofer. Sie kämpfen um ihr politisches Überleben. Die Angst vor Neuwahlen ist das Einzige, was sie verbindet."

SPD, du bist und bleibst eine abgewrackte Partei-Hure, schlimmer als es die alte FDP je gewesen war. Bloß auf deinem morschen Kahn wird keiner mehr lange trockenen Fußes verweilen, denn sollte es tatsächlich zu einer Großen Koalition kommen, so werden dir keine 4 Jahre mehr bleiben bis zu deinem endgültigen Untergang.

Wie viele Lügen - sorry: Unwahrheiten - vertragen die Bürgerinnen und Bürger eigentlich? Darüber kann man sich mal seine Gedanken machen; ich wünsche dir einen nachdenklichen Samstag.

Freitag, 12. Januar 2018

Lesetipp: Ken Follett

Keine Experimente! Mangels gegenwärtiger Lektüre, von der ich sicher weiß, dass sie mich gut unterhält, habe ich mich mal wieder dem guten alten Ken Follett zugewandt. Mehr brauche ich eigentlich nicht zu schreiben, denn mein Geschmack trifft hier voll und ganz den der breiten Masse - überhaupt ist der Massengeschmack nicht automatisch und überall der schlechteste, was sich die pseudo-avantgardistischen obercoolen Lesedummis mal hinter ihre Ohren schreiben sollten. Es gibt Kritiken über Ken Folletts Romane, in denen handelt es sich nicht oder kaum um das Geschriebene, sondern die Werke werden aufgrund ihrer Autorenschaft abgelehnt, ohne sie gelesen zu haben. Das ist mit ein Grund, weshalb viele Autorinnen und Autoren im Laufe der Zeit oft unter Pseudonymen schreiben. Jedenfalls habe ich mit dem Lesen des Romans "Das Fundament der Ewigkeit" begonnen, über den in diversen elitären Lesezirkeln naserümpfend und hochmütig Zerreißorgien gefeiert werden. Auf meine online gestellte Frage, ob der Herr Kritiker denn den Roman überhaupt gelesen habe, erhielt ich die Antwort: "Wozu denn? Bei Follett weiß man doch eh, was man bekommt". Da musste ich ihm dann allerdings ausdrücklich zustimmen, denn nachdem ich mit der Lektüre begonnen hatte, vergaß ich die Zeit und alles rings um mich herum; die Stunden flogen nur so davon und trugen mich in eine vergangene Welt weit jenseits des Hier und Heute - und wären da nicht die täglichen Pflichten, und gäbe es nicht die Biologie, die etwas gegen ununterbrochenes tagelanges Lesen einzuwenden hat, ich flöge in einem Non-Stop-Flug vom Anfang des Romans bis zu seinem Ende.

In diesem Sinne, vielleicht begegnen wir uns ja mal auf dieser wunderbaren langen Reise mit einem Follett im E-Reader.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Serienbesprechung: "Cardinal" und "Das Haus des Geldes"

"Cardinal", die 1. Staffel von bisher zweien (geplant sind wohl 3) der kanadische Krimiserie ist ziemlich gut. Was heißt "ziemlich"? Zum einmaligen Anschauen prima geeignet. Nachdem der Fall und alle Zusammenhänge aufgeklärt wurden, lohnt eine Wiederholung aber m.E. nicht. Eigentlich entspricht diese Staffel genau meinem ersten Eindruck eines durch und durch gelungenen längeren Krimis. Absolut empfehlenswert. In einer Bewertungsskala von 1 bis 10 bekommt "Cardinal" von mir eine glatte 8.

Was die Serie nicht ist und auch nicht sein muss, was aber von uns verwöhnten Serienjunkies, ohne dies zugeben zu wollen, dennoch viel zu oft erwartet oder erhofft wird, ist das ganz Besondere, das Neue, das Einmalige oder Außergewöhnliche. "Cardinal" ist "nur" ein guter herkömmlicher Krimi, hervorragend gespielt, komplett durchdacht und routiniert in Szene gesetzt.

"Das Haus des Geldes". Eine Staffel, 13 Folgen, von denen ich allerdings erst 8 gesehen habe (es kostet Überwindung, die restlichen 5 anzuschauen, was ich aber trotzdem machen werde). Hier wird eine Beurteilung schon ein wenig schwieriger, denn einerseits ist die Serie spannend erzählt, hat ein gutes Thema und ist gelungen in Szene gesetzt, andererseits existieren etliche Logikfehler, unwahrscheinliche und manchmal einfach nur abstruse Vorgehensweisen und Handlungen der betroffenen Akteure. Das größte Manko dieser Serie ist aber ihr offenkundiger Sexismus, der sich in flachen Witzen und einer längst überwunden geglaubten Charakterzeichnung der weiblichen Darsteller offenbart.

Vor 20/30 Jahren als in Folge der Emanzipationsbewegung Frauenrollen in Filmen/Serien von bloßen Objekten für bzw. rund um die Handlungen männlicher Hauptdarsteller eigene Charaktere bewilligt bekamen, war es noch Usus, die weibliche Wesenszeichnung aus Blickrichtung der Frauenzeitschriften zu beschreiben, das heißt, eine Hauptdarstellerin musste sich zuallererst durch ihren Körper und ihre sexuellen Beziehungen definieren, ihre Sorgen und Nöte galten allein dem Zwiespalt aus Familie und ihrer Arbeitswelt, sie war bei letzterem vermehrt dem Kampf der Geschlechter ausgesetzt. Sie hatte sich gegen derbe Witze und Vorurteile der antiquierten Männerwelt zur Wehr zu setzen. Ob dies jemals so in der Realität dermaßen geballt der Fall war, weiß ich nicht, jedenfalls wurden all die meiner Meinung nach männlichen Klischees und Fantasien kompakt in solche Rollen und Bilder eingefangen. Es waren Männer, die schließlich in einer anderen Welt sozialisiert waren und nun ausführlichere Frauenrollen in die Drehbücher schreiben mussten und dazu die Regie ausübten. Diese Zeit ist aber längst vorüber. Heute ist die Frauenrolle eine gleichberechtigte und sie ist ebenso komplex angelegt wie die ihrer männlichen Kollegen.

Bei "Das Haus des Geldes" werden wir wieder in die Zeit vor 30 Jahren zurück katapultiert: viele flache Witze wie zum Beispiel "bei Frauen ihres Alters ist ihr Verhalten sicher den Hormonen geschuldet", Familien- und Beziehungskonflikte, die eine professionelle Arbeit ihrer dargestellten Figuren erschweren, und natürlich müssen sich alle Hauptdarstellerinnen im Verlauf der Serie mindestens ein mal bis auf die Unterwäsche vor bekleideten Männern ausziehen. Nun könnte man sagen, dieses Frauenbild sei bei einer spanischen Serie nicht verwunderlich, das lasse ich aber in einem längst vereinten Europa im Zeitalter der Massenkommunikation nicht gelten und behaupte, hier zeichnen schlichtweg ziemlich sexistische Männer für die Serie verantwortlich. Ihr vermeintlicher Humor wird aus heutiger aufgeklärter Sicht zur abgrundtiefen Peinlichkeit. Ich könnte das auch fies ausdrücken und feststellen, "Das Haus des Geldes" ist eine Serie fürs bildungsfeindliche (also nicht wirtschaftliche) Unterschichten-Fernsehen. Bewertungsskala 1 bis 10: 4.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Zweimal Powernapping

Meine lieben Leserinnen und Leser, huch (überraschter Ausdruck des persönlichen Erstaunens), heute ist's spät, nicht wahr? Ja, ich war zwei Mal eingeschlafen: zum einen mitten während der Arbeit. Also das wird heutzutage als "Powernapping" sogar von vielen Ärzten empfohlen und hört sich mit diesem modernen Begriff wesentlich angenehmer an als lediglich eingeschlafen zu sein, denn hierbei wird trickreich der Fokus der Betrachtung weg vom Schlaf und hin zu seinem Resultat verschoben, auf die durch den Schlaf resultierte Energiegewinnung: müde = schlafen = topfit. Das sah dann wie folgt aus: ich begab mich nach dem stündlichen Rundgang (Rundfahrt mit dem Fahrrad) draußen in voller Montur (bei einer Temperatur um die 4 Grad der eines Astronauten sehr ähnlich) auf eine Parkbank, aß eine kleine 50-Gramm-Tüte Chips, nahm ein paar Schlückchen meines Heißgetränkes zu mir und schaute auf die Uhr, die 2:10 Uhr in der Nacht anzeigte. Die nächste Erinnerung war der erneute Blick auf selbige Uhr, deren digitaler Stundenanzeiger eine Stunde vorgerückt war auf 3:10 Uhr. Zuerst dachte ich noch an eine Zeitumstellung, doch dann wurde mir angesichts des kalten Kaffees und meiner guten Laune in Verbindung mit einem munteren Bewegungsdrang schnell klar, dass dies als das medizinisch heilende Ergebnis eines recht kompakten "Powernappings" anzusehen war. Die folgende Rundfahrt hätten Passanten, so es sie um diese nächtliche Uhrzeit denn gegeben hätte, als die eines fröhlich pfeifenden ausgeschlafenen Frühsportlers empfinden können.

Der zweite Schlaf war anderer Natur. Müde verabschiedete ich meine Medienpräsenz Ende des vergangenen Jahres und wachte heute wieder auf, was sich am 10. Januar allerdings doch nicht nach einer so langen Zeitspanne wie der Schlaf Schneewittchens anhört. Powernapping medial sozusagen. Verwundert stelle ich nun fest, dass von der SPD, vom Wahlverlierer der Bundestagswahl, in deren Folge das resolut vorgebrachte Auftreten "es wird keine Große Koalition mit der SDP geben", nun Kompromissforderungen an die Wahlgewinner gestellt werden, wie die eines mächtigen Königs, der sich gnädig an sein Volk wendet: ich regiere euch nur, wenn ihr genau das macht, was ich will. Es ist unfassbar, wie sich die SPD auch weiterhin nach all den Jahren selber zerlegt. Eine Partei, die erstens die Wahl verloren hat, wünscht sich nun zweitens mit Vorhaben, die gegen den Willen von 90 Prozent der Bevölkerung sind, ihr Königreich zurück. Sollte sie damit angesichts des schlafenden Schneewittchens Angela tatsächlich Erfolg haben, so werden ihre künftigen Wahlergebnisse zwischen 10 und 15 Prozent liegen. Zeige mir auf der Welt eine einzige Partei, die binnen weniger Wochen sich ebenso radikal selbst auflöst. Rational lässt sich das nicht mehr in Worte kleiden, es muss als Metapher die Märchenwelt herhalten, die SPD als böser Wolf oder als fiese Schwiegermutter oder so. Der ausgeruhte fröhlich pfeifende Frühsportler jedenfalls ist angesichts des "Power-Off-Deppen-Nappings" der SPD nun definitiv die AfD. Ich sage dies wertfrei, es ist einfach faktisch so.

In diesem Sinne, guten Morgen um 16 Uhr, ich frühstücke jetzt erst mal. Schönen Feierabend und bis morgen in alter Frische.