Montag, 21. Januar 2019

Blutmond

Letzte Nacht gegen 3 Uhr wollte ich zum Mond sehen, gucken, ob man schon etwas von der Mondfinsternis erkennen kann. Jaja, ich wusste, dass sie erst ab 4 Uhr beginnt, aber ich dachte, schau doch mal, vielleicht sieht man schon etwas. Wie das halt so ist. Jedenfalls war er nicht da. Kein Mond weit und breit. Nanu?, fragte ich laut in die Nacht, schaute mich um und es war beinahe taghell - eben wegen des Vollmonds. Steht er hinter einem Haus oder einem Baum und ich kann ihn nur nicht finden? Also begab ich mich ein paar Meter weiter zu einem Sportfeld. Da konnte er sich nicht vor mir verstecken. Und? Nichts! Ich schaute nach links, nach rechts, nach vorne und hinten, zweifelte wirklich einen Moment an meinen Sinnen. Gerade als ich logisch versuchen wollte, dem Grund der Helligkeit auf die Spur zu kommen, fiel der Groschen mit einem lauten blechernen Ploing. Ich hob den Kopf und - da war er. Genau über mir. Er grinste schelmisch, zwinkerte mir zu und sprach: "Na, da hättste beinahe den Wald vor lauter Bäumen übersehen, was? Gleich zeige ich dir das Spektakel, nur noch ein klein wenig Geduld."

Und? Hast du sein Versteckspiel auch gesehen?

Sonntag, 20. Januar 2019

Winter is comming

Ein Winterzug ohne Oberleitung
schnaubend, stampfend, zuverlässig
Uuuaahhaa, ab heute Abend stehen mir dienstlich eine Woche lang Frostnächte bevor. Frei habe ich dann wieder bei Tauwetter. Nein, nein, so schlimm, wie es sich liest, soll das gar nicht klingen, denn erstens wird's nicht regnen und zweitens habe ich die Zehenwärmer vom letzten Jahr schon eingepackt. Und ich habe extra für diese Woche die Driptips der Arbeits-E-Dampfen aus Metall durch Kunststoff-Driptips ausgetauscht, denn wenn du solch ein frostig-kaltes Metall an den Mund hältst, dann zieht sich solidarisch jede Pore am ganzen Körper bibbernd zusammen.

Schönes Winterwetter haben wir, wie es sich gehört. Man kann den Kühlschrank wieder ausschalten und die Sachen draußen lagern. Macht natürlich keiner, obwohl es eigentlich absurd ist, bei Minusgraden vor Tür und Fenster in der warmen Wohnung extra dafür zu bezahlen, damit ein Kasten sich energetisch anstrengt, dieselbe Temperatur wie draußen zu erreichen. Das erkläre mal jemandem unter Verwendung des Begriffs der Logik.

"Pah, Logik. Ich darf zitieren: ꞌWo steht geschrieben, dass die Menschen logisch sind?ꞌ Na, rate mal, woher das stammt."

Das ist aus dem Film "Star Trek IV - Zurück in die Gegenwart". Die smarte Meeresbiologin Dr. Gillian Taylor antwortet damit dem leicht konfusen Mr. Spock auf seine Feststellung: "Diese Wale auszurotten ist doch eigentlich nicht logisch."

Einen von jeder Logik befreiten, rein emotionalen und sehr menschlichen Wintersonntag wünsche ich dir: have fun im Frost und Spaß in the Schnee.

Samstag, 19. Januar 2019

Soundtrack von "Escape at Dannemora"

Den Soundtrack der kurzen Serie "Escape at Dannemora" gibt es jetzt als Playlist bei YouTube. Fast alle sind super Songs. Also nicht allein diese an Genialität grenzende Serie verdient viele Preise, auch ihr Sondtrack ist bemerkenswert.

Flüssigkeitshaushalt

Das sind nur die Flüssigkeiten für meinen Dampfkram, hinzu kommen noch zwei große "Bisley-Schränke" voller Hardware (ca. 60 Akkuträger, mindestens so viele Verdampfer und ungezähltes Zubehör, Erweiterungen usw.), das lässt sich kaum fotografieren, darum lass ichꞌs auch gleich ganz bleiben. Außerdem gehtꞌs ja heute um Flüssigkeiten.

Oben in der Diele stehen sämtliche fertig gemischten Liquids, also auch in den Literflaschen der ehemaligen Basen. Dort mische ich auch. Die kleinen Flaschen der Aromen lagern in den Schubladen. Mit der alten Karteikiste auf Rollen, die ich nur mal fürs Foto dahin gerollt habe, hatte das Ganze seinen Ursprung genommen. Wie du sehen kannst, etliche Spritzen sind noch vorhanden, die ich aber bereits seit Jahren nicht mehr benutze, sondern heute alles aus dem Gefühl und aus größeren Gebinden zusammenmische.

Was macht die Menge für einen Sinn bei 11,1 ml Tagesverbrauch? Keinen! Zum Wegschütten ist es mir aber zu schade. Hin und wieder kann ich mich dampfend durch die alten Liquids schmecken ähnlich wie bei einer Weinprobe. Das birgt nicht selten erstaunliche und positive Geschmackserlebnisse.

In der Maisonette unter der Treppe, abgeschottet im Kühlen und im Dunkel (und im Blitzlicht dermaßen umgebungsverstaubt, dass ich dir nur einen mini Ausschnitt davon zeigen kann), befinden sich die Basen, Aromen und Nikotinlösungen in größeren Gebinden bei Brot und Vorräten aller Art. Der Gefrierschrank ist ausgeschaltet, er dient lediglich als Staubschutz. Bis auf eine 300-Gramm-Tafel Milkaschokolade, die ich erst bei diesem Foto entdeckt habe, sind dort nur Flüssigkeiten fürs Dampfen drin. Kanister stehen um den Schrank herum. Die ältesten Flüssigkeiten sind aus 2013, die neusten aus 2018. Nikotin und PG (Propylenglycol) wirken antibakteriell; ohne Verunreinigung durch Gepansche und ohne eine offene Reaktion mit Sauerstoff sind sie kühl, dunkel, trocken und natürlich durchgehend geschlossen gelagert locker viele Jahrzehnte haltbar. Einzig VG (Glycerin) bewahre ich nicht lange auf und kaufe es just in Time beim Pferdehändler - nein, er handelt gar nicht mit Pferden, richtig muss es heißen, im Handel für Pferdepflege oder so.

Denke nun bloß nicht, dies alles sei sehr viel, ich habe schon Kellerräume anderer Zeitgenossen gesehen, dagegen sind meine Fläschchen und Kanister die reinste Probierstube. Auch gebe ich nicht viel Geld dafür aus, doch selbst bei nur rund 30 bis 50 Euro pro Monat des Gesamtetats, also vorwiegend für Hardware, für Flüssigkeiten kaum noch einen Euro, läpperte sich seit 2012 halt allerhand an. 30 bis 50 Euro pro Monat ist immer noch viel weniger (ist es nicht ein toller Begriff? "viel weniger") als Rauchen oder Trinken kostet, und das wäre dann am Ende des Monats verraucht oder weggesoffen, meine alten Flashis von 2013 funktionieren hingegen noch heute tadellos und das alte Liquid schmeckt besser als jedes neu gekaufte. Noch dazu könnte ich heute ein kleines E-Dampf-Museum eröffnen.

Wer jetzt meint, es sei doch mittlerweile reichlich und genug Dampfkram vorhanden, um für dieses Hobby bis ans Lebensende kein weiteres Geld mehr ausgeben zu müssen, dem entgegne ich stets mit der Frage, ob er oder sie nicht auch längst genug Schuhe besitzt, die ihn oder sie für den Rest des Lebens gut und bequem laufen ließen und vor dem Kauf neuer Schuhe bewahrten? Es gibt auch Menschen, die Stricken gerne und haben schränkeweise Wollknäul bevorratet, die sie ihr Leben lang nicht mehr wegstricken können. Heimwerker betreiben nicht selten kleine voll ausgestattete Werkstätten, und Hobbyköche besitzen Vorratsräume voller Lebensmittel, Zutaten und Küchengeräte, die mich oft an Folterkammern erinnern, die jedenfalls eine Schiffsbesatzung auf einer Nonstop-Weltumsegelung abwechslungsreich ernähren könnten. Last but not least bietet ein wohlgefüllter Weinkeller ein ähnliches Bild - würdest du dem Weinliebhaber, dem Hobbykoch, dem Handwerker oder dem Handarbeits-Freund je die Frage nach einem Wann-Ist-Genug stellen?

In diesem Sinne, ein pralles Leben benötigt auch prallen Genuss. Lass es dir schmecken und hab Freude an deinem Tun.

Freitag, 18. Januar 2019

Statusmeldung

Okay, vielleicht lagen die Erwartungen zu hoch, denn "Gunpowder" kann aus meinem persönlichen Punktesäckchen nur 6 ergattern, die Hände und Arme der Serie sind einfach zu klein, um mehr dieser großen und großartigen Punkte tragen zu können. Es fehlt dem Dreiteiler das gwisse Etwas. Die Historie wird zwar perfekt in Szene gesetzt und cineographisch routiniert abgespult, trotzdem erinnert "Gunpowder" viel eher an eine Doku-Serie als an ein Schauspiel vor geschichtlichem Hintergrund. Dafür hätten 90 Minuten völlig ausgereicht. 

Mein inneres Ich meldet sich derweil mit neuem Selbstbewusstsein zurück: "Nunja, du wärst nicht glücklich, wenn du nicht immer etwas auszusetzen fändest."

Die Woche Liebsein ist längst vorüber, also bewerte ich diese Bemerkung als eine der üblichen Provokationen, als reine Freude am Ärgern, die keiner weiteren Beachtung würdig ist ;-)

Ansonsten nix weiter los in meinen heiligen Hallen und unter der wallenden Hülle aus wabernden Wogen eines Vaping-Waldbeer-Wohlgeruchs. Ebenso wenig tut sich Interessantes in den geriatritischen Gewölben georgianischer Gehirngänge, so dass ich mich alsdann bis morgen verabschiede: gehab dich wohl.

Donnerstag, 17. Januar 2019

Stressless

Die britische Comedy-Serie "Catastrophe" von und mit Sharon Horgan und Rob Delaney bekommt aus meiner persönlichen Punktesammlung 7 von 10 Punkte. Das entspricht immer noch einem satten "Gut". Sie besteht aus derzeit 3 verfügbaren Staffeln à 6 halbstündigen Episoden. Es handelt sich dabei um wirklich gelungene Comedy, die das Verhältnis und den Alltag eines Paares mittleren Alters humorvoll beschreibt. Intelligenter Humur, keine platten Schenkelklopfer wie bei den üblichen TV-Comedys. Dennoch ist gerade die Kurzweil der 30-Minuten-Folgen für ein Binge-Watching ungeeignet, sogar wenn eine Staffel in nur 3 Stunden "durch" ist, denn ein 3 Stunden langes Lustigsein, 3 Stunden aneinandergereihte Gags, so gelungen sie auch sein mögen, so etwas wird einfach langweilig, allerdings täglich 2 Folgen, also jeden Tag eine Stunde Humor, das kann "Catastrophe" prima vermitteln.

Der geneigte Lesende weiß, dass ich mich derzeit noch durch die Staffeln "Shameless" binge. Ich gebe zu, alle Staffeln hätte ich mir nicht besorgen sollen, denn Unterbrechungen des Binge-Watchings durch andere Serien empfinde ich als Wohltat; es kostet eine gewisse Überwindung, mich jedes Mal dieser doch ziemlich flachen Comedy erneut zu widmen. Wenn das Nicht-Sehen demnach mehr Freude bereitet als das Ansehen, dann sagt es eigentlich alles. Trotzdem habe ich mir in den Kopf gesetzt, mich durch alle Staffeln zu quälen. Einen gewissen Anteil masochistischen Erbguts befindet sich somit auch in meiner familiären Datenbank der Gene.

Heute liegt die britische Miniserie (nur 3 Teile à 60 Minuten) "Gunpowder" an, und ich freue mich schon sehr daruf, denn es ist viel Gutes über sie zu lesen. Meine Freude steigt erheblich, bietet sie doch einen weiteren Tag Pause von "Shameless".

Mehr ist in meinem Dasein am heutigen freien Donnerstag und also auch hier im Tagebuch nicht zu erwarten; ich bin aktuell über nichts vollumfänglich informiert, da ich mich auch weiterhin noch den News verweigere. Wette, es geht medial diese Restwoche hauptsächlich um Spekulationen bezüglich des Brexits? In Ruhe abwarten, was wie werden wird, das kann ja kaum jemand mehr. Hysterisches Geschnatter tagein, tagaus. Derweil wünsche ich dir einen souveränen ruhigen Donnerstag. Bis morgen.

Mittwoch, 16. Januar 2019

Rätselauflösung: If I Had A Hammer ...

"Und esse gerade lecker ..." Dosenravioli :-) Okay, große Nahaufnahmen verfremden alles! So war es beim gestrigen Bilderrätsel auch. Oft offenbaren sie doch erstaunlich neue Blickwinkel oder Ansichten sogar von Gegenständen, die wir unser Leben lang benutzen und glauben, sie längst in und auswendig zu (er-) kennen.

Wenn ich - hier rechts - aus dem gestrigen Rätsel ein klein wenig herauszoome, dann wird die Lösung schon klarer. Aber was es mit der Küche zu tun hat, zeigt erst das große untere Bild: die Dose Ravioli bekomme ich nämlich mit dem alten Dosenöffner ohne Hammer nur mit wortwörtlich leidlichem Handballen-Auweh geöffnet. Deshalb ist der Hammer nicht nur ein Werkzeug der Handwerkskunst, der Rechtsprechung oder der Mordlust, nein, für mich ist er gleichwohl ein unverzichtbares Küchengerät für die Zubereitung des Genusses einer meiner Leibspeisen. Buon appetito!

Dienstag, 15. Januar 2019

Ich liebe Nahaufnahmen :-)

Uuuuuund: ein Bilderrätsel. Was mag das wohl sein? Kennt jeder, hat jeder schon mal in der Hand gehabt, ist nützlich aber kann auch gefährlich sein. (Verwirrender) Tipp: ich benutze es ziemlich oft in der Küche. Vorhin auch - und esse gerade lecker ...