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Freitag, 24. Mai 2019

Drei Jahre Pause

Vor ziemlich genau drei Jahren hatte ich hier in diesem Tagebuch die Serie "Madam Secretary" kurz besprochen. Sie gefiel mir schon damals, doch es gab nur die erste Staffel. Danach hatte ich diese Serie tatsächlich vergessen. Heute existieren eine zweite, dritte und vierte Staffel, alle jeweils um die 22 Episoden. Eine fünfte Staffel beginnt in diesen Tagen und mit einer kürzeren sechsten Staffel soll dann endgültig Schluss sein. Gegenwärtig bin ich am Ende der zweiten Staffel angelangt. Die nächsten Staffeln befinden sich bereits in einem Seien-Ordner. So, das zur allgemeinen Info. Wie bewerte ich denn heute im Gegensatz zu 2016 diese Serie?

Grundsätzlich genauso, doch zwischenzeitlich besitze ich mit "House of Cards" eine gute Vergleichsmöglichkeit. Jene Serie wird bei der Kritik seit Jahren überschwänglich gelobt. Ich gehe mal davon aus, dass sie hauptsächlich deshalb so gehypt wird, da sie das Klischee eines korrupten, machtbesessenen und mörderischen Politikbetriebes der USA widerspiegelt. Das wollen die Menschen sehen, denn so werden die eigenen Vorurteile und negativen Ansichten prächtig untermauert. Wie dem auch sei, jeder wie er mag. "House of Cards" ist auch in meinen Augen eine hervorragende Serie - bis Staffel 6, ab da finde ich sie leider nur noch schlecht, denn ohne Kevin Spacey ist "House of Cards" wie "Dallas" ohne Larry Hagman als J.R..

"Madam Secretary" ist anders, konservativer und positiver. Ja, auch unterhaltsamer und familientauglicher aber deshalb nicht weniger intelligent als "House of Cards". Es kommt eben darauf an, was man erleben möchte: wer Negatives zelebrieren will, ist mit Kevin Spacey als Frank Underwood prima bedient. Wer aber offen für ein breiteres Spektrum menschlicher Charaktereigenschaften ist, der trifft mit Tea Leoni als Außenministerin Elizabeth McCord die richtige Wahl.

Jedenfalls könnte ich jetzt weiter so dahin schwafeln oder mich wieder "Madam Secretary" widmen. Da nehme ich lieber die zweite Option wahr und sage Tschüss bis morgen. Natürlich vergesse ich nicht, dir noch einen angenehmen Freitag zu wünschen.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Defätistisches

Es ist wie verhext: Momentan habe ich reichlich Zeit, um ellenlange Tagebucheinträge zu schreiben, es gibt auch genügend Themen, zu denen ich etwas (für mich selber) sagen könnte, es sind Aufreger vorhanden genauso wie lustige Ereignisse, überdies läuft mein Serien-TV beinahe rund um die Uhr, auch da gäbe es einiges zu berichten - doch was ist? Ich kann mich zu nichts Schriftlichem aufraffen.

Vieles ist mir einfach nur egal (geworden), die Welt entwickelt sich, wie sie es will, nicht wie ich es will. Ob es sie Morgen nicht mehr gibt oder ob es eine neue andere Welt geben sollte, all das kann im Heute kein Mensch sagen, schon gar nicht herbeiführen. Klug ist, wer seine Nische zum Überwintern sucht, glücklich kann sich schätzen, wer sie gefunden hat und unbeachtet von allen anderen in Ruhe einfach sein Leben lebt. Die Zeitspanne ist viel zu kurz für jede Aufregung.

"Ja aber!", ruft mein inneres Ich, "was ist mit der Ungerechtigkeit? Dem Leid von Mensch und Tier auf dieser Erde? Der Pflicht, etwas dagegen zu tun? Dem Kampf für Gerechtigkeit?"

Ungerechtigkeit war immer da, bleibt da und sie wird es ewig geben. Selbst dann, wenn gar keine Menschen mehr existieren. So empfindet das junge Kätzchen, das sich schreiend und wehklagend in den Fängen des Fuchses befindet, sein schlimmes Leid und den bevorstehenden unausweichlichen Tod als himmelschreiende Ungerechtigkeit. Jahre später, wenn der Fuchs alt und grau mit morschen Knochen und verhungernd vor seinem Bau liegt, dann wird er sich genauso wütend und verzweifelt zugleich in seiner Sprache an die Geier wenden, die ihn, wie er meint, völlig zu Unrecht nicht seinen endgültigen Tod abwarten und ihn beginnen, bei lebendigem Leib zu zerreißen. Wieder Jahre später werden jene Geier alt geworden und nicht mehr schnell genug sein, um rechtzeitig ihre Köpfe aus den Kadavern zu nehmen, oder sie werden zu schwach sein, um schnell genug ihre schweren Schwingen zu schlagen und ein letztes Mal noch in die Freiheit der Lüfte zu entkommen - denn die junge Raubkatze wird sie spielerisch trotz aller Proteste töten und sie zur Freude der Insekten anschließend einfach liegenlassen.

Die Welt wird nicht besser oder schlechter durch menschliches Handeln, nur das eigene Gefühl verleiht uns Edelmut oder Scham. Keiner kämpft für eine bessere Welt, sondern um sich selber besser in der Welt zu fühlen. Der Wettbewerb der guten Menschen um einen vorderen Platz in der Riege der Besten benötigt Gegner und erzeugt nichts anderes als wieder nur Verlierer. Je höher der Platz auf der Leiter der guten Menschen, desto mehr schlechtere Menschen gibt es darunter.

Inneres Ich: "Das ist aber eine ziemlich defätistische Weltsicht. Bist du seelisch ermattet?"

Ganz und gar nicht, mein liebes inneres Ich. Manchmal gibt es nur Momente, an denen alles klar vor dem inneren Auge erscheint. Alles Leben mag seinen Sinn haben, doch Moral und Ethik sind ungeheure Übertreibungen des eigenen biologischen Triebs, halt nur in Worte gefasst und somit für uns verständlich, doch schon ein Kätzchen oder ein Fuchs verstehen diese Worte nicht mehr. Moral und Ethik sind Rechtfertigungen für das Macht- und Einflussstreben unserer eigenen Natur; jedes Bakterium, jede Fliege, jede Mücke, jeder Fisch, jeder Vogel, jeder Flugdrache, jeder Dinosaurier und jeder Lurch, jedes Tier und jede Pflanze, ja, sogar die Erde selbst - jedes Leben in und um uns herum hat nichts damit am Hut. Wir sind dem Universum völlig wumpe.

Inneres ich: "Geh schlafen, Georg. Das ist ja kaum auszuhalten!"

Gut, 4:50 Uhr zeigt die Uhr, tatsächlich Zeit fürs Bettchen. Es ist die wahre Freude, während freier Tage zu Bett zu gehen und keinen Wecker stellen zu müssen. Gute Nacht derweil.

Mittwoch, 22. Mai 2019

30 Liter Liquid

Letztens hatte ich ja mal den täglichen Liquidverbrauch ausgerechnet, das waren ca. 11 Milliliter. Seit ich e-dampfe hat sich die Menge nicht wesentlich verändert. Es sind also rund 30 Liter Liquid, die über die Jahre meine Lunge durchweht haben.

Resultat: Trotz meiner angeborenen Faulheit und der daraus resultierenden körperlichen Bewegungsarmut ist meine Kondition im Vergleich zu vorher ins Unermessliche gestiegen. Es gibt seither keine Atemnot mehr und kein Schnappen nach Luft zum Beispiel während oder nach einem anstrengenden Treppenanstieg. Auch huste, röchle oder schnaube ich nicht.

Weiterhin habe ich in diesen 7 Jahren keinen grippalen Infekt mehr bekommen, der nicht binnen 24 Stunden überstanden gewesen wäre. Das war vorher ganz anders nämlich gegenteilig der Fall: die kleinste Erkältung zog sich hustentechnisch tage- oder wochenlang dahin.

Mein Blutdruck ist eher zu niedrig als zu hoch, meine Hände zittern nicht mehr. Besonders auffällig wird es beispielsweise bei filigranen Tätigkeiten oder dabei, eine Flüssigkeit auf einem Löffel zum Mund zu führen. Früher brauchte ich Konzentration und oft zwei Hände dafür.

Meine Haut ist geschmeidiger geworden. Das über die Poren ausdünstende Glycerin erspart jede Feuchtigkeitscreme.

Die Nase, die Jahrzehnte nutzlos in meinem Gesicht durch die Welt getragen worden war, hat eine neue Daseinsberechtigung erhalten: vor 7 Jahren begann sich mir ein bisher wenig bekanntes Universum der Düfte und Gerüche zu erschließen. Seither kann ich übrigens das Leben der Hunde viel besser verstehen. Heute wittere ich sogar, wenn eine Person, die nicht auffällig riecht, kurz vor mir den Raum verlassen hat, den ich gerade betrete. Während der Arbeit bei bestimmten Kontrollgängen des nachts benutze ich mittlerweile gleichermaßen eine Lampe wie meine Nase, nicht selten verzichte ich auf die Lampe und verlasse mich gänzlich auf den Geruchssinn. Natürlich hat diese feinere Wahrnehmung auch ein paar geruchsmäßige Schattenseiten - du glaubst ja gar nicht, wo überall draußen Scheiße liegt, und die stammt bei weitem nicht allein von Tieren. Das ist aber ein gesondertes Thema, über das ich irgendwann einen Extraeintrag schreiben möchte. Autoabgase ist auch so ein abendfüllendes Programm.

Parallel zum besseren Riechen stinke ich nicht mehr. Es gibt kaum schlimmere Gerüche als die des kalten Rauchs, der vielen Menschen (nicht allen, ich glaube, es ist Veranlagung) aus den Hautporen dünstet. Also nicht allein die Kleidung stinkt, es stinken Raucherinnen und Raucher sogar, wenn sie nackt sind.

Egal wie viel ich e-dampfe, eine belegte Zunge gehört als ein verblassendes Bild der Erinnerung der Vergangenheit an. Bis vor 7 Jahren dachte ich noch, das Weiß oder Weißgelb auf der Zunge sei normal, stamme vom Essen oder woher auch immer, dass aber eine Zunge oft 24 Stunden am Tag rot wie die Lippen sein kann, war mir bis dahin unbekannt.

Der Genuss des E-Dampfens ist heute für mich derselbe wie der des Kaffeetrinkens. Bekömmlich, stimulierend oder beruhigend, je nach Situation, und absolut förderlich für mein geistiges und körperliches Wohlergehen.

In diesem Sinne: heut dampfe ich dir was. Oder wie wär's denn mal mit viel Dampf? (Dort nach unten scrollen und den Videotrailer anklicken.)

Dienstag, 21. Mai 2019

Feminismus-Debatte

In diesem kurzen Video spricht Tamara Wernli jeden Punkt an, der zum Thema wichtig ist, finde ich. Und du? Trifft sie damit auch deine Meinung oder nicht?


Top und Flop

Die zweite Staffel von "Fleabag" ist genauso gut wie die erste. Normalerweise mag ich die kurzen 25-minütigen Formate überhaupt nicht leiden, doch bei dieser Serie ist es ausnahmsweise anders. 9 von 10 persönlichen Bewertungspunkten.

Dann habe ich mir noch den Spielfilm "The Mule" angeschaut. Die ganze Zeit fragte ich mich, was wohl der Sinn dieses Films sei. Okay, Lebenshilfe für den rechten Weg oder so. Der Inhalt geht folgendermaßen: Opa, ein aufrechter Mann, ein Blumennarr und Gärtner, ist pleite. Um Geld anzuschaffen, wird er kriminell, bleibt aber persönlich eine gute Seele, mehr noch, denn durch seine neue Arbeit wird er erst zu einem wirklich besseren Menschen, ein "Spätblüher", wie per Zeigefinger kurz erwähnt wird, denn sein Leben lang hatte er sich nicht um die eigene Familie gekümmert und den Kontakt zu ihr gemieden, doch jetzt als Fahrer eines Drogenkartells nutzt er den gewonnenen Wohlstand, um Frau, Tochter und Enkelin finanziell zu unterstützen. Am Ende wird er natürlich erwischt (wo kämen wir denn hin, wenn Kriminalität sich auszahlte?), bekennt sich selber schuldig, erntet schnulzige Liebe seiner biologischen Blümchen, Achtung ob seiner Geradlinigkeit sogar bei der Polizei aber kommt für den Rest des Lebens ins Gefängnis. Das wiederum macht ihm gar nichts aus, da er sowieso 90 Jahre alt ist und sich dort endlich zufrieden und lächelnd dem Gärtnern widmen kann.

Diese Geschichte hätte man vielleicht mit viel Humor als eine Komödie umsetzen können, aber nein, bis auf ein paar wenige schlaffe Gags entspricht er viel eher einem pädagogischen ZDF-Fernsehfilm aus dem Vorabendprogramm. Bewertung: 3 von 10 Punkten. Warum nicht nur einen Punkt? Weil der Film professionell gedreht wurde und die Dramaturgie stimmig ist.

Montag, 20. Mai 2019

Freie Nächte

Teil 1: Habe ab jetzt ein paar Nächte frei. Hurra! Deshalb heute später mehr* in diesem Tagebuch, muss erst mal schauen, wie ich mich so tag-nacht-rhythmisch organisiere. Aber vorher schaue ich gleich die 2. Staffel von "Fleabag". Sind 6 Episoden à nur 25 Minuten. Dazu sagt der Serienjunkie: Hoppla, schon vorbei?

Schönen Montag! Haste Arbeitstag? Oooch, kriegste Mitleid ;-)  Gemein, nicht wahr?

Teil 2; Nachtrag, 17:20 Uhr: Das Hoppla war vorbei, der Monitor schwarz und ich? Kann mich an keinen Inhalt erinnern = eingeschlafen. Hachja, ganz was Neues.

Also Wiederholung ist angesagt, bis morgen dann in diesem Kino-Schlafsaal.

Sonntag, 19. Mai 2019

Analogisches

Mein inneres Ich, die intrigante Sau, hat mich seit Monaten mit versteckter Kamera strache-mäßig beobachtet und gestern mein sekundenkurzes Einnicken während des Dienstes als Filmschnipsel in Zeitlupe der Beobachterin gemeldet. Ihre Untersuchung läuft noch. "Skandal!", rufen derweil Millionen kleiner Gehirnzellen. Ich bin sprachlos ob der Niedertracht des eigenen Mitbewohners. Neuwahlen werden gefordert. Wenn es dazu kommt, hoffe ich, dass das miese falsche Stück in mir, dieses Ziegen fickende Etwas böhmermannscher Natur, ein für allemal seines Postens enthoben und mit Schimpf und Schande für immer aus mir verbannt werden wird.

Ob ich da nicht etwas durcheinanderbringe, möchtest du wissen? Der Denunziant bleibt schließlich unbehelligt, der Denunzierte wird aus der Stadt gejagt. Nun, wenn ich untergehe, ersäuft das innere Ich zwangsläufig mit mir. Wenn das Land untergeht, geraten alle Denunzianten in Seenot.

Gutꞌ Nacht und bis morgen, der Schlaf der Gerechten liegt vor mir.

Samstag, 18. Mai 2019

Strache-Video - geht der Schuss nach hinten los?

Eine Woche vor der EU-Wahl taucht ein illegal aufgenommenes Video auf, das Strache in einem Gespräch im privaten Rahmen unter Genuss von reichlich Alkohol nicht gut aussehen lässt, in dem Schauspielerinnen reiche Russinnen darstellen und das mit versteckter Kamera in einer extra zu diesem Zweck angemieteten Villa gedreht worden ist. Zwei Jahre lang wurde es in einem Giftschrank für seine jetzige  Verwendung aufbewahrt - liebe Leute, das ist der eigentliche Skandal.

Wer hat mit welchem Geld Strache diese Falle gestellt? Wo und bei wem wurde das Video seit Sommer 2017 versteckt und wer ist für die gestrige Veröffentlichung verantwortlich?

In dem Video weist Strache mehrfach darauf hin, dass alles, was besprochen wird, ausschließlich im Rahmen der Gesetze und nur vollkommen legal vonstatten zu gehen habe. Das ist kein Skandal. Es geht um Einflussnahme auf die Medien, ein Thema, über das sich sämtliche politischen Akteure aller Parteien seit es Medien gibt die Köpfe zerbrechen. Auch das ist überhaupt kein Skandal.

Es geht weiterhin um mögliche Spenden und Vorteilsnahmen. Darf ich in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass die Herkunft von Schäubles Geldkoffer bis heute ungeklärt ist?

Was und wie während privater Urlaubsunterhaltungen in linken Kreisen über die Medien und den Einfluss auf sie geredet wird, steht dem Strache-Video sicher in nichts nach. Privat unterhalten sich Menschen halt frei und ungezwungen, das kann man keinem zum Vorwurf machen. In welcher Art und Weise Linke über Medien, Staatsmacht und ihre politischen Gegner privat reden, dagegen benimmt sich Strache zahm wie ein Waisenknabe. Also die Empörung von Spiegel, SZ & Co. ist die pure Heuchelei.

Liebe Österreicherinnen und Österreicher, ihr sollt von den Gegnern der Regierung benutzt werden, um euch an der Nase durch die Manege zu führen - wenn diese Rechnung denn aufgeht. Ob sie es tatsächlich tut, daran hege ich große Zweifel, denn zu offensichtlich, zu verwerflich und zu dreist ist dieser Versuch einer illegalen Einflussnahme auf die EU-Wahl.