Dienstag, 18. Dezember 2018

Serienbewertung | Weihnachtsstimmung

Klick = groß
So, jetzt habe ich doch tatsächlich alle 110 Folgen von "Ausgerechnet Alaska!" schon gesehen. Toll warꞌs! Eine der besten Serien, die ich kenne. Keine Drama-Serie, sondern eine Gute-Laune-Serie. Intelligent, spritzig, bis heute aktuell, skurril, originell und ausgesprochen humorvoll - rundum gute Unterhaltung. Fast. Denn die Qualität der Serie bricht ein. Während die ersten 4 Staffeln allesamt von mir die höchste Punktzahl bekommen (10 von 10 möglichen Punkten = genial), stürzen die 5. und 6. Staffel förmlich in alberne Belanglosigkeiten ab. Wäre nicht das bis dahin gewonnene und gewachsene große Interesse am Schicksal der bisher kennengelernten Charaktere, ich hätte die Serie im Laufe dieser zweiten Hälfte gelangweilt und teilweise sogar genervt beendet. Bewertung: nur 3 von 10 Punkte. Teilweise hatte ich sogar den schnellen Vorlauf benutzt, da ich manche Dialoge nicht aushalten konnte.

Irgendetwas bei der Produktion dieser Serie muss geschehen sein. Dazu habe ich nichts ergoogelt, denn so sehr interessiert es mich gar nicht, doch der oder die kreativen Köpfe können nicht mehr in der 2. Hälfte verantwortlich gewesen sein, denn es bringt niemand fertig, das eigene Baby dermaßen zu vernachlässigen. Der Spritzigkeit und der unterschwellige Humor der 1. Hälfte sind komplett verschwunden, die intelligente Inszenierung und die philosophischen Betrachtungsweisen werden platt und finden nur noch als Geschwafel auf RTL-Niveau statt. Humor und Witz weichen Albernheiten. Genau in der Art und Weise, in der die Haare der Hauptdarstellerin in 5 Jahren dieser Produktion wachsen, sinkt die Qualität.

Das führt nun zu einem echten Bewertungsproblem. Von 110 Folgen sind also 63 Episoden absolut spitze, wie gesagt, sie bekommen von mir die selten vergebenen und an Genialität grenzenden 10 Punkte aber 47 Episoden sind unterirdisch schlecht. Gerechnet als Durchschnitt müsste ich dieser Serie 7 Punkte geben, das würde ihr Urteil aber verzerren, es würde das Gute schlechter machen und das Schlechte unverdient besser erscheinen lassen.

Wenn ich als Beispiel die Serie "Star Trek - The Next Generation" heranziehe, die ebenfalls von ihren 178 Folgen eine Menge grottenschlechter Episoden beinhaltet, die Serie aber ohne Frage in ihrer Gesamtheit 10 Punkte würdig ist, so müsste ich, sollte man meinen, "Ausgerechnet Alaska!" ebenfalls trotz der miserablen 47 Episoden ein ebensolches gutes Gesamturteil geben. Nun sind bei "Star Trek" aber kreuz und quer schlechte Folgen vorhanden und bei "Ausgerechnet Alaska!" ist die komplette zweite Hälfte schlecht, da lässt sich einfach nicht von einem Versehen oder von einigen Ausrutschern reden, denn dahinter steht ein System, zumal in der 1. Hälfte nicht eine einzige schlechte Folge vorhanden ist und in der 2. Hälfte nicht eine einzige gute.

Was also tun, wenn die Gesamtbewertung von 7 Punkten genauso falsch wäre wie die von 10 Punkten? In Klammern dahinter ein (½) setzen oder mit einer Einschränkung wie z.B. "bedingt 10 Punkte" versehen? Das fände ich unpassend. Tja, dafür finde ich tatsächlich keine gute Lösung.

Mit diesen weltbewegenden Gedanken zermartere ich also heute mein Hirn. Eine weitere nicht minder von globalen Interesse handelnde Fragestellung gesellt sich hinzu: ich finde partout keine passende Weihnachtstüte, in der ich die Überraschungen für meinen Bruder stecken könnte. Einzeln verpacken macht viel zu viel Müll, vielleicht kommt aber noch rechtzeitig die obligatorische Weihnachtstüte der Firma mit allerhand Lebkuchen-Schoko-Kekse-Kram hier an, sie ließe sich prima dafür zweckentfremden. Soll ich sie also abwarten oder 6 Kilometer (3 hin und 3 zurück) in den überfüllten Edeka-Markt radeln nur für soꞌne blöde Tüte mit einem Kördelchen dran? Und ein drittes weltbewegendes Problem wartet ebenfalls derzeit auf seine Auflösung: soll ich nur für mich alleine das mittelgroße oder das kleine bereits geschmückte Plastik-Weihnachtsbäumchen aus dem Schrank auf dem Dachboden holen und aufstellen? Ich tendiere ja zum kleinen. Dazu muss ich aber wenigstens die nähere Umgebung rein optisch vom Staub befreien. Hachja...

Und während ich so grüble, wandele ich durch meine heiligen Hallen und mein Körper handelt irgendwie vollautomatisch, zumindest was Teil 3 der Fragestellung anbelangt. Direkt neben dem großen TV erinnert mich nun das kleine Bäumchen an die Weihnachtszeit, wenngleich das Foto nicht annähernd beim Serien-Film-Anschauen im Dunkel und im flackernden leichten Schein der LED-Kerze die wirklich sehr schöne Atmosphäre dieses "prachtvollen Baums" widerspiegelt:


Montag, 17. Dezember 2018

Trotz Saustall ein ausgefülltes Dasein

So, jetzt habe ich erst mal Wochenende, die nächsten beiden Nächte sind frei, so ich denn meine Augen vor der nötigen Hausarbeit verschließe. Danach geht es dann ganz gesittet weiter, ein munterer Wechsel zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

Die neuen Reifen zeigen sich von ihrer besten Seite. Zwar ist der Rollwiderstand wie erwartet deutlich größer als beim prallgefüllten 5-Bar-Reifen, doch beim Cruisen im flachen Gelände, was 25 Kilometer lang in einem Gebiet von ungefähr 100 Hektar mein wunderbarer Arbeitsinhalt ist, empfinde ich den höheren Rollwiderstand sogar angenehmer als die ständige Bremserei. Ideal, absolut genau richtig für mich. Allerdings würde ich damit ohne E-Bike keine 10 Kilometer zur Arbeit fahren wollen, denn das muss ja möglichst schnell gehen und dann kommt man doch schweißnass am Ziel an. Also auf einem E-Bike oder einem Stadtfahrrad ohne Elektromotor ist die Bereifung klasse, auf einem Tourenrad nur im Muskelbetrieb nicht. Mein E-Bike wird nun definitiv auf diese Bereifung umgestellt - ja, ist klar, wenn die Reparatur denn irgendwann einmal abgeschlossen sein sollte. Jedenfalls ist die Entscheidung für den "Airless-Reifen" auch auf diesem Rad gefällt. Noch dazu ist das Fahrgefühl jetzt sehr angenehm, weich aber nicht zu weich, kein Schwimmen, und Schlaglöcher werden nicht mehr zu Anlässen von Fluchanfällen. Glasscherben überquere ich mit Schmackes fröhlich pfeifend. Last but not least wird meine große Standluftpumpe zu Hause Spinnweben und reichlich Staub ansetzen. Ein neues Biotop entsteht.

Ich weiß, dich langweilen meine Fahrradeinträge. Computer, Internet, E-Dampfen, Fahrradfahren, Filme und Serien gucken, Chips, Ravioli, Würstchen und Schokolade einpfeifen, Kaffee trinken, bisschen über Politik rummosern - Mensch, was für ein armseliger Lebensinhalt! Stimmt. Aber mehr will ich gar nicht. Doch, einen Wunsch hätte ich noch: eine Putzfrau.

Bis morgen in diesem Saustall.

Sonntag, 16. Dezember 2018

Küchenpsychostudio: Der erworbene Instinkt

Es ist schon interessant, wie sehr sich die Angst (oder Sorge) ins Gehirn, in die Psyche frisst. Nachdem ich nun über Wochen mehrfach vor Antritt der Fahrt zum Dienst feststellen musste, dass das Hinterrad seine Luft verloren hatte, trat ich also jedes Mal, wenn ich das Fahrrad aus dem Schuppen schob, leicht ans Hinterrad in der Sorge, hoffentlich nicht wieder. Mit den neuen "Airless-Reifen" gehört ein Plattfuß aber der Vergangenheit an, trotzdem ertappte ich mich gestern dabei, wie instinktiv mein Fuß gegen das Hinterrad stieß, um zu prüfen: na, ist es noch prall gefüllt? Es kann keine Luft verlieren, da es keine beinhaltet, dennoch ist die Angst vor einem Platten, die ja nervige Verspätung und anstrengendes Pumpen bedeutet, nach wie vor im Unterbewusstsein vorhanden. Erst in der Zehntel Sekunde nach dem Tritt, also noch bevor der Fuß das Resultat seiner sensitiven Untersuchung gemeldet hatte, erreichte diese neue Information mein Gehirn, sodass es den Fuß in seiner Bewegung zwar nicht mehr stoppen konnte aber die Mundwinkel zu einem Lächeln der Erleichterung aufforderte. Diese Tatsache wurde dann beinahe augenblicklich von der Psyche umgedeutet in "ich wolltꞌ nur mal gucken und mich an der Prallität des neuen Reifens erfreuen". Die Psyche war nicht in der Lage, einen Fehler einzugestehen, doch konnte problemlos einen anderen, einen neuen Grund für die Handlung erfinden. Mir fast zeitgleich etwas vorgaukeln. Naja, besser zu versuchen, mir etwas vorzugaukeln, denn ich weiß, dass der eigentliche Grund meines prüfenden Tritts eben nicht zu meinem Vergnügen stattfand, auch wenn ich anschließend darüber lächelte und mich über den neuen Reifen freute.

Das ist ein winziger Teil einer tatsächlichen Selbsttäuschung, der man auch rund ums Thema der Süchte und Gewohnheiten aber auch bei Vorurteilen häufig begegnet. Wahrscheinlich war es in steinzeitlichen bedrohlichen Situationen überlebenswichtig, blitzschnell die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bei denjenigen, die eine negative Erfahrung überlebt hatten, führte es quasi zu einer fleischgewordenen Erkenntnis, in ähnlich gelagerten Situationen zu einer sofortigen Entscheidung zu gelangen (oder auch nur zu einer augenblicklichen Einschätzung des Gegenübers) und zwar noch bevor darüber nachgedacht werden konnte. Wie beim Instinkt, doch eben nicht angeboren, sondern als erlerntes automatisiertes Verhalten. Zuerst Handeln, dann denken. Das eigene Überleben war dabei wichtiger als möglicherweise eine falsche Entscheidung. So etwas läuft natürlich unbewusst innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde ab. Auch bei der Ernährung, bei der grundsätzlichen Frage, was tut mir und meinem Körper gut und was nicht, erkenne ich in mir oft ein ähnliches automatisches Verhalten.

Naja, ein weites Feld das alles. Schönen Sonntag.

Samstag, 15. Dezember 2018

Freitag, 14. Dezember 2018

Luftlos geschlaucht

Ventil-Suchspiel
Tada! Trommelwirbel! Tusch! Da isser! Ein Reifen ohne Luft! Den gibt es als Weltneuheit erst seit April diesen Jahres. Es ist kein Kunststoffreifen wie solche, die man kennt, denn dieser Reifen lässt sich tatsächlich auch gut fahren. Hier kannst du technische Infos erklicken. Der Schwalbe-Airless ist ideal für meine Arbeit, er ist wirklich wie maßgeschneidert für mich. Mehr dazu in den nächsten Tagen, bin heute vom Stress des Tages, der Übernächtigung und dem Training der neuerlichen 7-Kilometer Radschiebeaktion zu-zu kaputt, erledigt, groggy. Oder anders ausgedrückt, jetzt sind beide Reifen schlauchlos unkaputtbar aber ich bin geschlaucht, meine Luft ist temporär entfleucht.

Sensationelles

Aller Voraussicht nach gibt es heute Abend sensationell Neues. Naja, zumindest für mich - aber nicht nur, denn es steht außer Frage, dass viele Fahrradliebhaber und solche des weiblichen, sächlichen und diversen Geschlechts sich genauso staunend dafür interessieren. Nein, es ist kein neues Fahrrad, das Ohne-Elektro-Leihfahrrad wird zwar zu meinem persönlichen Zweit-Fahrrad (so denn die Reparatur des E-Bikes irgendwann abgeschlossen sein sollte), das ist aber nicht die Neuigkeit. Glaube mir, ich bin schon lange auf der Welt, doch das, von dem ich am Abend auch ein Foto machen werde, hat es bisher in der Form weltweit noch nicht gegeben (Ähnliches gibt es zwar schon länger, es hat aber noch nie zufriedenstellend funktioniert).

Eine spannende Einleitung, nicht wahr?

Das defekte Rad wäre abgeholt worden, doch erst am Samstag. Also werde ich nachher um 6 Uhr das Rad 7 Kilometer zur Werkstatt schieben, wofür ich zwei Stunden kalkuliert habe (!), anschließend mit einem anderen Leihfahrrad zurück nach Hause fahren, um damit dann am Abend die sensationelle Neuigkeit abzuholen.

Weshalb ich niemanden frage, das Rad im Kofferraum eines Autos zur Werkstatt zu fahren? Nö, ich liebe meine Selbstständigkeit und habe immerzu die große Klappe, dass ein Leben ohne Auto auch auf dem Land und auch ohne ÖPNV gut möglich ist; da ist eine innere Grenze vorhanden, deren Überschreitung die eigene Sichtweise zu sehr relativieren würde. Noch dazu wäre die Genugtuung eines Kommentierenden, so nett sie auch gemeint sein mag, wie etwa: "ach? So ganz ohne Auto gehtꞌs dann auch bei dir nicht?", für mich schon beinahe schmerzlich auszuhalten, viel mehr noch als ein paar Tage Muskelkater. Und sowieso: einmal damit begonnen, würde es im Käse meiner Überzeugung jene Löcher hineinblasen, die letztlich seinem Umfang das Gewicht nähmen - viel Luft, wenig Substanz. Ich beweise, dass es auch umgekehrt möglich ist.

Was aber wiederum nicht im Geringsten auf die sensationelle Neuigkeit schließen lässt, gell? Nur auf so eine Altherren-Sturköpfigkeit. Nicht mal einen winzigen Hinweis findest du in meinen Worten. Hehe, das macht mir sogar riesig Spaß, dich virtuell nun vergeblich rätseln zu sehen :-)

Bis zum Abend also, einen spannenden Tag wünsche ich auch dir.

Donnerstag, 13. Dezember 2018

Triathlon

Oh, gestern hätte ich nicht so großkotzig von meinem Bewegungsapparat lauf- und fußtechnischer Art schreiben sollen, denn ich habe jetzt einen nächtlichen Triathlon hinter mir, gegen den das gestrige Gehen ein gemütlicher Sonntagsspaziergang war. Insgesamt 32 Kilometer, davon 10 Kilometer Radfahren, 4 Kilometer Radschieben und 18 Kilometer zu Fuß. Warum? Weil der gerade vor zwei Wochen erst in der Fachwerkstatt neu aufgezogene Hinterreifen wieder platt ist. Der neue. Kaputt. Schiebe mal ein Rad mit plattem Hinterreifen und Gepäck in den Seitentaschen 4 Kilometer weit, da weißte, was du getan hast. Und dann gehe zusätzlich 18 Kilometer ohne die richtigen Schuhe. Neben Blasen an den Füßen befindet sich unterhalb meines Beckens nur noch Pudding.

Jetzt muss ich gleich erst mal die Werkstatt anrufen, da geht ja nur mit viel Glück jemand ans Telefon. Das Rad soll abgeholt werden, das werden sie schon machen, wenn sie denn diese Information erreicht.

Und nein, ich bin zu 99 Prozent nirgends reingefahren, ich wette, die Ursache ist identisch mit der von vor zwei Wochen, da wurde sie nämlich auch nicht gefunden. Naja. Ich bin ja mal gespannt - aber momentan geringfügig zu grantig für liebliche Worte hier im Tagebuch.

Dir wünsche ich jedenfalls allzeit gut Luft.

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Astrophysikalisches

Mit mehreren Jacken, Hosen und dem Mantel bekleidet wird es mittlerweile wieder zur Herausforderung, bei den frostigen Temperaturen nachts eine Stange Wasser ins Gebüsch zu stellen. Da muss ich jedes Mal an die Astronauten auf dem Mond denken.

Apropos Moonwalk, letzte Nacht lief ich eine Menge statt mit dem Rad zu fahren, denn mein Geiz sowie die angeborene Faulheit weigerten sich, jetzt schon die neue Packung Zehenwärmer anzubrechen. Beim Gehen werden die kalten Füße auch warm, das ist noch okay im einstelligen Minusbereich.

Uuhuund: bei diesen vielen Kilometern zu Fuß kann ich jetzt gleich kalorienverbrauchsmäßig mit reinem Gewissen zum Nachtisch die Astronautennahrung in Form einer Tafel Schokolade genießen. Nicht mehr "Milka", da bleibe ich nachtragend und im großen Ganzen konsequent bei meinem Boykott, nein, zur Zeit fahre ich regelrecht wie eine Rakete auf "Kinderschokolade" ab. Nächste Woche kommt hier eine Großlieferung an (oh, wahre Freude).

Raumanzug, Moonwalk, Raketengelüste, ich finde, das reicht kosmologisch für heute. Zumal der Krater in der Küche fürs Hauptgericht auch schon ordentlich glüht. Einen schönen Erdentag wünsche ich dir.