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Samstag, 15. Mai 2021

Thermoskannen

Thermoskannen aus Kunststoff und mit Glas habe ich reichlich in meinem Leben geschrottet und anschließend weggeworfen, doch diejenigen aus Edelstahl waren bisher unkaputtbar. Schwachpunkt ist deren Verschluss. Wenn du, wie ich, jahrelang eine bestimmte Thermoskanne mit zur Arbeit im Freien nimmst, wächst sie dir irgendwie ans Herz. Mir jedenfalls. Besonders weil ich in den ungemütlichen und kalten Nächten bei unterschiedlichsten Outdoor-Begebenheiten die Einsamkeit mit ihr teile und sie mir zuverlässig stets eine innere Wärme spendiert. Thermoskannen könnte man auch als Akkus wärmenden Genusses bezeichnen, nicht wahr? Wegwerfen (entsorgen) kann ich sie deshalb nicht.

Die Kanne Nummer 1 ist knapp 30 Jahre alt (auf dem Bild von links nach rechts). Sie hatte mal 20 DM gekostet. Seit 18 Jahren ist der Verschluss undicht. Sie benutze ich zwar nach wie vor täglich, doch nur innerhalb der Wohnung. Die Kanne genießt also ein Rentnerinnen-Dasein mit Minijob. Man kann sie halt nicht mehr umdrehen, dann leckt sie. Ihr Verschluss wurde so kompliziert gefertigt, die Einzelteile teilweise verpresst, dass es aussichtslos erscheint, etwaige Dichtungen zu erneuern.

Kanne Nummer 2 (die 10-Euro-Nachfolgerin) ist nun schon rund 18 Jahre alt. Und, oh Wunder, nach beinahe zwei Dekaden ihres rustikalen Einsatzes, ein Baby wäre volljährig geworden, bröselte der Dichtungsring vorgestern vollständig ab. Ihn auszutauschen ist kein Problem, ein Set mit passenden O-Ringen befindet sich bereits auf dem Weg zu mir. Leider ist aber der Verschluss seit ein paar Wochen auch aufgerissen. Darin befindet sich einfacher weißer Schaumstoff. Noch schimmelt im Verschluss nichts. Bei Nichtgebrauch trocknet er alle paar Tage durch, außerdem befindet sich nur heißes Wasser in der Kanne - aber ich bin skeptisch, denn was einmal reißt, reißt munter weiter.

Kanne Nummer 3 ist deshalb nagelneu. Einen Tag alt. Sie sieht zwar optisch aus wie die beiden Kolleginnen, besteht allerdings aus dermaßen dünnem Edelstahl (besonders beim Abschluss am Fuß und der Ummantlung des Kunststoffdeckels), dass ich bei ihr lieber von einem Hauch aus Edelstahl schreiben würde. Eine vergleichbare Haltbarkeit kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Ich gebe ihr +/- ein halbes Jahr, alles darüber hinaus würde in den Gefilden der Schätz- und Abwägeregion meines Hirns zu einem überraschten Staunen führen. Das ist eben der Nachteil beim Kauf in einem Katalog: die Dicke des Materials sieht man auf Bildern nicht. Dafür kostete sie aber auch "nur" 15 Euro.

Freitag, 14. Mai 2021

Debattenverbot durch die Hintertür

Im Geiste bin ich ein Kosmopolit, in der Praxis natürlich nicht, da mir die nötigen Mittel fehlen, überall in der Welt ein zweites Zuhause einzurichten. Die Globalisierung feierte ich schon in den 1980er Jahren, schrieb und sprach aber immer von einer globalen Welt unter Berücksichtigung regionaler Eigenheiten. Also bedeutete es schon ganz früh eine Art föderaler Weltregierung, für die ich eintrat, womit von Anfang an eine demokratische Weltregierung der Vernunft gemeint war, die sich den hehren Zielen der Aufklärung verpflichtet sehen sollte aber zugleich den Menschen so viel wie möglich eigenständige Verwaltung überlässt und zudem den kulturellen und religiösen Erfordernissen Rechnung zu tragen habe. In dieser meiner Betrachtungsweise eines um die 30-Jährigen fehlte natürlich komplett "der Faktor Mensch". Woher soll ein junger Mann auch von der Gemeinheit, dem Egoismus oder dem Machtstreben unserer Natur wissen, wenn die Erfahrung innerhalb dieser Spezies Mensch sich bisher auf Kindheits- und Jugenderlebnisse beschränkt? Erst die Lebenserfahrung öffnet im Alter die Augen für das, was den Einzelnen antreibt, dafür, wie sein wahrer Kern doch moralisch und ethisch wertfrei aber "straight" der Biologie aller anderer Lebewesen auf dem Globus gleicht.

Über diese Themen könnte man/ich jahrelang schwurbeln. Es macht bekanntlich auch Spaß, zu "vielosoffieren" über Gott und die Welt. Dass ich heute die Globalisierung ein ganz klein wenig anders sehe, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, darüber habe ich schon so viel geschrieben, dass mir beim bloßen Gedanken daran die Finger von der Tipperei ganz wund werden - psychosomatisch, nennt man so etwas wohl, also wenn zum Beispiel wie bei einem durchgeführten Experiment der 70er Jahre, in dem einem jungen Probanden, ein armer Student, vor dessen Augen eine Nadel glühend heiß in der Flamme eines Bunsenbrenners erhitzt wurde, um im Folgenden kleine Brandwunden der Haut zu untersuchen. Mit vor dem zu erwarteten Schmerz zusammengekniffenen Augen harrte ängstlich aber verlegen lächelnd der mittellose Versuchspatient aus, dem als Entlohnung für dieses Experiment Geld für eine Woche Leben in Aussicht gestellt wurde. Stieren Blickes beobachtete er das beginnende Glühen der Nadelspitze, mit der der Versuchsleiter jeden Moment seinen nackten Rücken berühren wollte. Dann war es so weit, der arme Student wandte sich um und hinter seinem Rücken wurde unbemerkt die heiße Nadel mit einer kalten, auf Zimmertemperatur gehaltenen vertauscht. Diese kalte Nadel berührte nur leicht die Haut des Probanden, der verständlicherweise vor Schmerz zuckte - und tatsächlich bildete sich nach kurzer Zeit um den Berührungspunkt eine echte kleine Brandverletzung. Die Kraft des Glaubens.
 
Aber ich schweife ab. Wo war'n wir stehengeblieben? :-)

Jedenfalls ist mir der Begriff der Globalisierung mein Leben lang bekannt. In Millionen verschiedenen Definitionen taucht er immer wieder auf und jeder versteht heute etwas anderes darunter. Plötzlich kommt die "Konrad Adenauer Stiftung" daher und behauptet, der Begriff "Globalist" sei rechtsextrem. Wie soll man demnach künftig über die Globalisierung in all ihren Aspekten diskutieren können, wenn man "Globalisten", also die Befürworter der Globalisierung, nicht mehr beim Namen nennen darf? Exakt das meinte ich am Dienstag im "Nachtrag", als ich davon schrieb, dass durch die negative Konnotation des Begriffs "Querdenker" oder "querdenken" gleich die gesamte Diskussion über unangepasstes Denken unmöglich gemacht wird. Wer also heute die Globalisierung kritisiert, aus welchen Gründen auch immer, kann nicht mehr die Globalisierungs-Befürworter benennen - tut erꞌs trotzdem und bezeichnet sie als Globalisten, wird er rechtsextrem und jede weitere Debatte ist obsolet. Eine fantastische Technik, alle Kritik von Beginn an zu verunmöglichen.

Genau das geschah gestern. Luise Neubauer rechtfertigte ihren dummen Antisemitismusvorwurf unter anderem damit, dass Hans-Georg Maaßen etwas von "Globalisten" schrieb (was genau, das interessiert niemanden, das weiß nicht mal jemand). Nicht der Inhalt des Gesagten, sondern die Form, dass er diesen Begriff benutzt hatte, reichte bereits aus, um ihn als Rechtsextremen zu diffamieren, denn, so Neubauer, schließlich sage das nicht sie, sondern die renommierte "Konrad Adenauer Stiftung". Voilà, so wirdꞌs gemacht.

Gefährlich an dieser Unterart der "Cancel Culture" ist die fortwährende Verengung des Sagbaren. Und davor ist niemand gefeit, denn wenn Morgen ganz normale wertfreie Begriffe in die Schublade des Negativen gelangen, weißt du nie, ob dein vergangenes Gesagtes und Geschriebenes nicht plötzlich zu Unworten mutiert und du dich am Abend noch im Glauben, du seist ein stinknormaler Mensch, zu Bett begibst, um am nächsten Morgen als Adolf Hitler aufzuwachen. Je erfolgreicher dieses Mittel der Diffamierung, desto mehr Begriffe werden aus dem Wortschatz gestrichen. Am Ende führt das nicht nur zu einem Verbot jeder Diskussion, sondern jeder Mensch, der sich überhaupt kritisch äußert, wird zu einem Gegner. Das kann ganz schnell sogar diejenigen treffen, die heute noch die Deutungshoheit über Sprache und Begriffe innehaben. Man denke nur an die Französische Revolution, sogar Robespierre gingꞌs an den Kragen, denn am Ende wurde selbst er guillotiniert.

Donnerstag, 13. Mai 2021

Solidarität mit Israel - Flagge zeigen

Dazu schreibt Vera Lengsfeld treffend und unmissverständlich das, was zu sagen ist, und ich sage, dass die öffentlich-rechtlichen Medien seit Jahrzehnten Öl ins Feuer gießen und den Israel-Hass hierzulande anheizen, wo sie nur können. Ich wünsche Israel auch weiterhin die Stärke, sich den perfiden und lebensfeindlichen arabischen Terroristen entgegenzustellen. Israel steht an vorderster Front. Unsere Freiheit wird in Israel verteidigt. 

Überraschende Ablenkung

Schon wieder über eine Stunde nach Feierabend sinnlos verbracht: Nachdem ich meinen Luxuskörper entkleidet und in schlabbrige Wohlfühlklamotten gehüllt hatte, noch bevor das Kaffeewasser kochte, was verdeutlichen soll, dass es in der Umkleide rasant zuging, schaltete ich wie immer reihum drei Rechner ein - und es wurde blau. Windows10 zeigte einen Bluescreen mit der Meldung DRIVER_IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL. Rechner ausgeschaltet und eingeschaltet, ging wieder, er fuhr normal hoch. Endlich kam das nette kleine Zusatzprogramm "BlueScreenView", was auf dem Rechner seit einer halben Ewigkeit ungenutzt verstaubt, zum Einsatz. Es nannte zwar keine ausführlichen Zusammenhänge aber Einzelheiten in Form der Fehleradresse, nämlich aswNetSec.sys. Alles klar? Das ist der Avast-Virenscanner, den ich eigentlich nur wegen seiner tollen Firewall dort benutze. Er hat sich aus unersichtlichen Gründen nach dem Neustart auf seine Werkseinstellungen resettet. So weit nicht schlimm, schlimm sowieso nicht aber lästig, denn die Anwendungseinstellungen, die ich für jede einzelne Kommunikation im Hintergrund in mühevoller Kleinarbeit manuell angelegt hatte, sind alle wech. Warum? Keine Ahnung, auch Tante Google weiß nix Genaues.

Es ist seit mehreren Jahren der 2. BlueScreen beim Windows10-Rechner. Dabei ist er nicht einmal der Hauptrechner. Der ist nämlich ein Windows7-System, was tadellos seit Ewigkeiten (10, 15 Jahre?) ohne einen einzigen BlueScreen funktioniert (wurde sogar auf eine neue schnelle Festplatte kopiert, es gab nie ein Update, benötigte neue Treiber installiere ich nach Bedarf manuell). Der Linux-Rechner kennt sowieso keinen BlueScreen, meiner jedenfalls nicht. Wäre ich nicht so faul, hätte ich längst das Windows10 durch Linux oder Windows7 ersetzt. Nunja.

Wenn ich aber schon unbedingt ein wenig gefrustet durch den Verlust der manuellen Firewalleinstellungen sein muss, so suchte ich wenigstens etwas Trost und ein Erfolgserlebnis in einem abermaligen Versuch, das mysteriöse Postfach, von dem ich letzte Tage schrieb, im "Thunderbird" neu einzurichten, also alle Einstellungen einzeln noch mal nachzuschauen - und siehe da, jetzt läuft es wie geschmiert. Woranꞌs gelegen hat? Nene, das sage ich nicht, zu mächtig ist die Scham, nur so viel: wenn man sich vertippt und anschließend selbst nach gefühlten tausendmal des Draufstarrens partout nicht erkennt, welche Buchstaben da falsch angeodrnet sind, dann ist das ein untrügliches Zeichen des Altwerdens, würde ich meinen. Nicht der Technik, der Biologie quasi (haste gerade was gesehen oder biste auch schon alt?).

Jetzt gehe ich die Vögel füttern, dann mich und dann zu Bett. Einen angenehmen Feiertag wünsche ich dir. Lass ihn dir nicht verregnen, trag Sonne im Herzen … Naja, so halt.

Mittwoch, 12. Mai 2021

Serientipp: "The Flight Attendant"

Momentan sind keine freien Nächte da, die wären jetzt allerdings gut, denn dann könnte ich die 8 Folgen der Serie "The Flight Attendant" (die Flugbegleiterin, gaaanz früher sagte man ja noch Stewardess dazu) in einem Ruck bingen. So bleiben mir nach der Arbeit maximal zwei Folgen, bevor ich einschlafe. Das geschieht aber nicht wegen der Serie, sondern wegen der Klone, der Realkopien der Tellerchen von Samstag. Die Serie alleine ist richtig klasse. Was genau sie sein soll, das kann ich schwer beschreiben: ein Thriller? Ein Drama? Eine Komödie? Sie hat von allem etwas.

Die erste Folge gefiel mir nicht; es wird in ihr die Hauptdarstellerin Kaley Cuoco in ihrer Rolle als Flugbegleiterin Cassie Bowden vorgestellt, eine zu tiefst unsympathische alleinstehende Frau, die außer herum zu huren, zu saufen und zu feiern nichts weiter zu bieten hat. Manche Leute mögen ja solche Figuren in Filmen, in denen eigentlich all das, was man an typisch machohaften Männerverhalten einfach umdreht und es eine Frau machen lässt: "oh, die ist aber taff", heiß es dann des Öfteren. Ist sie aber nicht, im weiteren Verlauf der Serie wird klar, welch ein psychisches Wrack sie ist. Sie leidet und ihr Äußeres sowie ihr Lebensstil verdecken nur ihre Kaputtheit, wenn ich das mal so ausdrücken darf. Das ist der Dramateil dieser Serie.

Dann geschieht ein Mord, der Mann neben ihr im Bett liegt mit aufgeschnittener Kehle in viel Blut da. Sie hat, wie kann es als Alki anders sein, einen Filmriss. Dieser Teil der Geschichte entwickelt sich zu einem überraschend gelungenen und überaus spannenden Thriller an Schauplätzen rund um den Globus.

Im Verlauf der Serie nehmen wir als Zuschauer an ihren Gedanken teil, insbesondere ihrer Panik. Beides wird wunderbar visualisiert dargeboten, indem die Flugbegleiterin quasi im Traum mit dem Mordopfer rätselt, wer warum gemordet hat. Auch schauen beide gemeinsam kurze Szenen aus ihrer Vergangenheit wie vor einer Kinoleinwand an. Das finde ich super umgesetzt. Mehr und mehr muss sich die Frau im Zuge dessen mit ihrer Psyche auseinandersetzen. Die Mischung aus Realität und Fantasiewelt bietet allerhand Stoff für reichlich komödiantische Momente.

Ich bin erst bei Episode 6 angelangt, gleich schaue ich die letzten beiden Teile. Daher könnte ich, selbst wenn ich gemein wäre und das Ende verraten wollen würde, nichts sagen. Ich bin selber gespannt, wie das wohl ausgeht. 8 von 10 Bewertungspunkte bekommt die Serie allemal. 8 bedeutet "sehr gut".

Also: jetzt ist Essen machen angesagt und dann das Ende gucken. Keine Zeit für weitere Fingerübungen der Tipperei. Schönen Mittwoch und bis morgen. Gehab dich wohl.

Dienstag, 11. Mai 2021

Is so, da machse nix dran

Firma BioNTech, du weißt, die von "An der Goldgrube 12" in Mainz, hat von 53 Millionen Euro Verlust Anfang 2020 allein im letzten Quartal 1,1 Milliarden Euro Gewinn gemacht [Link]. Zusätzliche Verträge für die nächsten Jahre sind längst unterschrieben. 2022 ist ein neues Werk fertig, das zukünftig noch mehr Impfdosen herstellt. Mit garantierter Abnahme der Bundesregierung und der EU. Potztausend!

Den anderen Impfherstellern wird es ähnlich gehen. Danach google ich erst gar nicht, sonst wir mir nur schwindlig. Jetzt sollte man meinen, dass genau diese Info spätestens die Bürger wachrütteln würde und sie erkennen ließe, wo lang der Hase läuft. Nein, tut sie nicht. In den Medien herrscht größtenteils Schweigen im Walde oder nur kurze Artikel erwähnen unkommentiert am Rande diesen unvorstellbaren Reibach. Dabei wäre gerade eine solche Konstellation vor vielleicht 10, 20 Jahren der Aufmacher für sämtliche Medien gewesen. Politik, Regierung und deren Umfeld wären innovativ zentimetergenau auf Zusammenhänge durchstöbert worden. Man denke nur mal an die "Amigo-Affäre", was war das für ein Skandal, dabei nicht halb so groß wie das, was sich Mr. Immobilien-Spahn heute leistet. Korruption und Bereicherung in der Politik, die gab es immer schon, doch es war bisher, wenn so etwas herauskam, für die Bürger*innen stets ein rotes Tuch. Die Normalbürger, denen ich bisher in meinem Umfeld von den Quartals-Gewinnen bei BioNTech erzählt habe, ziehen gleichgültig ihre Schultern hoch. Hin und wieder erklingt noch die Redensart: "Is so, da machse nix dran".

Okay, ich meine, auch an diesem Desinteresse machste nichts. Dieser Milliardenmacht (an Geld und Desinteresse) hätte ich sowieso nichts entgegenzusetzen, ist klar. Kann ich dieser Gleichgültigkeit aber deshalb Vorschub leisten, indem ich nichts mehr dazu schreibe? Das funktioniert schon irgendwie genetisch nicht. Überdies merke ich von Jahr zu Jahr immer deutlicher, wie frei und normal ohne TV und ohne soziale Medien mein Gehirn noch funktioniert. Und die uralte Devise, der ich schon ein halbes Jahrhundert folge, bewahrheitet sich momentan auch fast täglich aufs Neue: "Wer immer der Herde folgt, sieht vor sich nur Arschlöcher." Also aufwachen, liebe Medien, aus der Herde ausbrechen. Recherchieren, penetrant nachbohren, nicht lockerlassen.

Tun sie nicht nur nicht, sie schreiben diejenigen sogar nieder, die wenigen, die es trotzdem versuchen. Es herrschen osteuropäische Verhältnisse, denn die Medien sind eingebunden in die Korruption, eine neue Korruption, in der es nicht nur ums Geld geht, sondern darum, die eigene Weltanschauung groß und effektiv zu verbreiten. Medien sind Teil der Politik geworden und das ohne jedes Mandat. Da soll man nicht frustriert resignieren? Nur weg, ruft es in mir, auf, sattle deinen Gaul und reite der untergehenden Sonne entgegen.

Leider bin ich fürs Auswandern zu alt, zu mittellos und zu sehr in die deutsche Sprache verliebt. Ich habe wirklich keine Lust, für die paar verbleibenden Jahre noch eine neue Sprache zu erlernen. Darüber hatte ich ja schon mehrfach geschrieben, nämlich dass ich mich seit ein paar Jahren in einer modernen Form der Inneren Emigration befinde. Überhaupt, wenn ich mal bedenke, warum wollen eigentlich immer nur die Querköpfe gehen? Dableiben! Den Querdenkern gehört die Zukunft. Soll die Herde doch in den Abgrund galoppieren. Is dann halt so. Da machse nix dran.

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Nachtrag, 18:30 Uhr: Querdenker verwende ich ohne Anführungszeichen, denn ich meine damit exakt quer denkende Leute und keinen politischen Kampfbegriff. Man kann doch nicht sehenden Auges zulassen, dass die deutsche Sprache mehr und mehr aus verbotenen Vokabeln besteht, denn mit dem, was dann als Rest übrig bleibt, ließe sich nicht mehr reden. Das ist auch eine interessante Möglichkeit, quasi rein technisch durch die Einschränkung der Sprache, jede Kritik zu verhindern. Querdenker ist mein Leben lang ein ganz normaler Bergriff für unangepasste Menschen. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Montag, 10. Mai 2021

Wieder mal "Lost In Austen"

Tellerchen gucken? Nö, lieber nicht *lach*, sieht ähnlich aus wie vorgestern. Habe nämlich für diese freie Nacht den Vierteiler (eigentlich ein wunderbarer Spielfilm von drei Stunden Länge) "Lost In Austen" aufge... ähm, wie sagt man da?, ich meine, es sind ja bloße Dateien, demnach nicht "eingeworfen" oder "aufgelegt", nicht "hineingeschoben" oder "angeworfen" (ganz alt, Projektor), sondern vielleicht "angeklickt"? Na, jedenfalls steht der Film auf dem großen TV-Gerät im Hintergrund schon mal am Start auf Pause und wartet nur noch darauf, dass ich die Leertaste auf der Tastatur drücke, damit endlich Bewegung ins Standbild kommt. "Angetippt" könnte also auch passen.

"Lost In Austen" ist eine herrliche Komödie, keine Comedy, sondern eine humorvolle Beinah-Nacherzählung von "Stolz und Vorurteil". Allerdings mit dem Unterschied, dass die Elizabeth Bennet des 19. Jahrhunderts mit Amanda Price aus dem 21. Jahrhundert den Platz tauscht. Daraus ergeben sich dann lustige kleine Verwerfungen in der Storyline von Jane Austens Roman. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Vierteiler schon gesehen habe, bestimmt aber sechs bis achtmal. Kann man immer wieder gucken. Ja, genauso wie die Verfilmung von 2005 mit Keira Knightley, die habe ich auch schon "tausendmal" gesehen. "Lost In Austen" ist aber humorvoller. Klar, wenn einem danach ist. Mir ist nach Humor heute. Dass beide Filme die volle Punktzahl 10 meiner Film- und Serienbewertungen erhalten, hätte ich eigentlich gar nicht erwähnen brauchen.

Übrigens besitze ich nur die HD-Aufnahme der Ausstrahlung von "Arte" von 2012. Es ist ja kaum zu fassen, doch dieser Vierteiler wurde dort um zwei Szenen gekürzt. Dabei gingꞌs natürlich allein ums Geld (Copyright-Sachen): eine Szene ist weg, in der ganz kurz ein lizenzierter Klingelton zu hören ist, darauf kann man verzichten, aber bei der zweiten herausgeschnittenen Szene entsteht in der Handlung ein unschöner Sprung. Ein geschützten Lied musste weichen. Später wird auf Neon (im Liedtext), das ein weiteres Mal als Begriff vorkommt, Bezug genommen, wenn Wickham fragt, was denn Neon sei. Kurzum, die fehlende Szene ist so urkomisch, da kommst du aus dem Schmunzeln nicht mehr raus. Amanda Price singt vor Publikum aus dem 19. Jahrhundert "Downtown":


Sonntag, 9. Mai 2021

Drohen - diffamieren - ausgrenzen - verbieten

Dietrich Brüggemann, deutscher Star-Regiseur und Mitinitiator von "#allesdichtmachen", ist angepisst: "Ich war selber immer Links", erklärt er im Interview mit dem Journalisten Marcel Malachowski. Die Linke sei aber in den letzten Jahren immer "diktatorischer und autoritärer" geworden. Tja, besser spät gemerkt als nie, würde ich sagen [Link]. So wie Brüggemann geht es seit Jahren mehr und mehr Menschen. Berühmtheiten in der Öffentlichkeit genauso wie Normalos wie dir und mir.

Der nächste ehemalige "Gutmensch", Paul Brandenburg, reiht sich ebenfalls in diese Schlange ein. Seine Existenz wird gerade aufgrund einer Denunziantin bedroht, die ihn als "Antidemokrat" und "Demokratiefeind" abkanzelt. Auch hier nutzen alle guten Taten fürs linke Establishment der Vergangenheit nichts mehr. Einmal durchs Raster gefallen und fortan trägst du das Kainsmal auf deiner Stirn.

Und endlich wird gegen den grünen Boris Palmer wohl ein Parteiausschlussverfahren eröffnet. "Endlich" deshalb, da dies ja schon seit Jahren von allen Politik-Beobachtern erwartet wurde.

Wir sehen also, die Revolution frisst ihre Kinder. Alles wird enger, kaum kann sich noch jemand bewegen - frei sowieso schon lange nicht mehr. Doch langsam aber stetig geht es den eigenen linken Zeitgenossen innerhalb ihrer Bubble an den Kragen. Irgendwann wird die Hälfte der Bevölkerung als Nazis diffamiert werden; verflucht viele, nicht wahr? Drohen es sogar noch mehr "Nazis" zu werden, sie also zur Mehrheit, dann bietet das jetzt schon ein perfektes Alibi, rechtzeitig schnell die Demokratie abzuschaffen, denn sonst käme ja die Vernunft an die Macht. Das muss mit allen Mitteln im "Kampf gegen Rechts" verhindert werden. Deshalb eben bereits heute das viele Geld für die unterschiedlichsten Projekte in diesem Kampf. Der "Kampf gegen Rechts" richtet sich gar nicht gegen die wenigen Neonazis im Lande, er ist vorausschauend geplant gegen die Bevölkerung und für die Errichtung einer neuen Diktatur. Auch die Mauer galt als "antifaschistischer Schutzwall".

Wie Boris Reitschuster in diesem Interview so treffend und eigentlich wunderschön ausgedrückt hat: "Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich."

Ich übertreibe? Hoffentlich. Glaube ich aber nicht. Schon vor einigen Jahren hatte ich geschrieben, dass das linke Establishment niemals seine Macht freiwillig abgeben werde (durch Wahlen zum Beispiel), sondern dass es, sobald ihm eine Partei oder Gruppe droht, gefährlich zu werden, diese schlichtweg verbieten wird. Das funktioniert in Stufen: drohen - diffamieren - denunzieren - ausgrenzen - verbieten.

Können wir dagegen etwas tun? Keine Ahnung. Wenn es denn die Mehrheit heute machen würde, könnte bei der nächsten Wahl im Herbst das linke Establishment abgewählt werden, rein theoretisch, doch erstens ist bis dahin wohl keine Alternative vorhanden und zweitens bezweifle ich stark, dass das Wahlvolk heute überhaupt erkennt, wohin die Reise geht. Sobald ihm dann ein Licht aufgehen wird, werden Wahlen schon verboten sein (oder die Alternativen, die sich einer Wahl stellen, wird es dann nicht mehr geben). Ich meine, auch die DDR nannte sich demokratisch und es wurde dort gewählt. Alles eine Frage der Definition - nur die Freiheit nicht, sie wird nicht definiert, Freiheit lebt und ist spürbar oder sie stirbt nach langer Krankheit und wird erst an ihrem Grabe schmerzlich vermisst.