Dienstag, 22. Juni 2021

Oha! Es ist ein Mann!

Das erheitert mein Gemüt doch ungemein. Dat Annalena übt schon mal Merkel im Rückgängigmachen einer Wahl: Im Saarland haben die Grünen demokratisch einen Mann zu ihren Spitzenkandidaten gewählt. Hubert Ulrich ist Werkzeugmacher und Diplom-Wirtschaftsingenieur, jemand ohne gefakten Lebenslauf. Doch seine Wahl wird nun Konsequenzen nach sich ziehen, denn Baerbock und die grünen Frauen sind not amused. In den Statuten der Grünen steht nämlich, dass nur eine Frau an der Spitze der Landesliste stehen dürfe. Mehrheitsentscheidung hin, Mehrheitsentscheidung her. Drei Monate vor der Wahl sorgen die Grünen durch diesen Streit (über das Wahlvolk, die Delegierten, einer "dubiosen, unbekannten Mehrheit", so die Junggrünen) selber für den auch von mir erhofften Wählerschwund.

Sachwerte der Realwirtschaft

Mal gucken, obꞌs klappt. Vorhin habe ich von der Firma für einen Betrag von 30 Euro statt Bargeld oder Überweisung einen Waschgutschein für 4 Maschinen meiner schwarzen Wäsche inklusive Lieferservice erbeten. Ansonsten rast die Zeit gerade im Schleudergang an mir vorbei. Morgen früh ist sie trocken. Bis dahin, gehab dich wohl - ohne Schleudertrauma.

Montag, 21. Juni 2021

"Ich sehe mich als Kämpfer für die freiheitlich-demokratische Grundordnung"

Was fällt mir spontan ein zum spannenden Interview von Henryk M. Broder mit Hans-Georg Maaßen?

Wer hätte vor 10, 15 Jahren gedacht, dass aus der CDU heraus die Verteidigung unserer Demokratie als freiheitlich-liberaler Rechtsstaat erwächst? Ausgerechnet aus jener CDU, die diesen Staat kaputtgemacht hat, die das Grundgesetz umgeschrieben, Freiheitsrechte entzogen und den Föderalismus beschädigt hat. Die CDU kämpft somit gegen sich selber. Das nenne ich schizophren, gelinde gesagt. Steht uns in dieser Partei, wie zu Beginn der 1990er Jahre bei den Grünen, ein Flügelkampf bevor? Das ist wohl so, doch niemand kann heute seriös seinen Ausgang vorhersagen. Und offen wird er sowieso erst nach der Bundestagswahl ausgefochten.

Es muss aber nicht immer ein Saulus zum Paulus werden, um als Retter in der Not zu gelten, es braucht nicht stets eine Erneuerung oder Rückbesinnung auf ehemalige Werte stattzufinden, denn es kann auch ganz einfach ein Ende geben; wie die SPD hat auch die CDU fertig, beide Existenzen als Volksparteien sind zu Ende. Nichts ist für die Ewigkeit.

Heute betreiben die mächtigen Medien die Politik im Lande; die Parteien, die dies eigentlich tun sollten, werden von ihnen getrieben. Der kleine aber feine Unterschied, den eine Vorsilbe offenbart. Dumm nur, dass man die Medien nicht wählen kann, also auch nicht abwählen.

Hans-Georg Maaßens Kampf in allen Ehren, auch Herr Maaßen ernährt sich durch Kraftvergeudung.

Sonntag, 20. Juni 2021

Mal gucken

Gerade beginne ich mit der chilenischen achtteiligen Serie "Die Meute". Aufgrund der Beschreibung und was man darüber zu lesen findet, bin ich ja ziemlich skeptisch. Was mich allerdings an ihr reizt, sind die hierzulande eher wenig bis unbekannten Darsteller. Es gibt bei Serien nichts abturnenderes - finde ich - als überall und geradezu in inflationärer Weise dieselben Gesichter zu sehen. Gestern noch Hexe oder Vampir, heute schon Ärztin, Anwältin, Polizistin, Wissenschaftlerin und weiß der Teufel was.

Schaun wir mal. Bis dahin, einen wunderschönen Sonntag wünsche ich dir
 
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Nachtrag: Nö, kann man nicht gucken. Die ganze Atmosphäre, das Ambiente, die Darsteller - alles wirkt wie in einem alten Derrick-Streifen aus den 80ern. Schlimme Musikuntermalung, Familien wohnen in aufgeräumten und gestylten "Schöner-Wohnen-Vorzeigevillen", Treppen mit scharfen Kanten ohne Geländer (keine Familie würde je so leben), alberne Klischees, wohin man auch schaut. Selbst der Inhalt der erzählten Geschichte wurde so ähnlich schon seit den 80er Jahren mehrfach verfilmt. In der ersten Folge hegte ich eine Vermutung, wer der Haupttäter sei, drei Episoden schaffte ich mir anzuschauen, danach spulte ich den Rest vor, damit der Inhalt einigermaßen ersichtlich wurde, und voilà, du darfst mich Meisterdetektiv nennen *lach*. 2 von 9 Bewertungspunkte. Auf allen erdenklichen Ebenen eine miserable Serie.

Samstag, 19. Juni 2021

Serientipp: "Katla" und ein Nazivergleich

Heute ist arbeitsfrei, Hurra! Und definitiv zu warm, um unterm Dach Tagebuch zu schreiben, um überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen, um nicht zu sagen: es schmilzt das Gehirn. Mit dieser heißen wabernden Masse im Kopf erinnert mich mein Zustand ziemlich an "Katla", an die erste Netflix-Serie aus Island. 8 Teile a 40 Minuten sind wie ein langer 5-stündiger Spielfilm. Und was für einer! Endlich passt mal die schwermütige Musik zur Handlung und zu den fantastischen Naturaufnahmen. Düstere Bildern einer unter Asche liegenden Welt. Feuer und Eis. Gleich zu Beginn ertönt aus einem Autoradio Björk, danach begleitet mystische Filmmusik die Handlung. Normalerweise nervt das irgendwann in solchen Mystik-Serien, nicht so bei "Katla", hier geht die Musik eine Symbiose mit den Bildern ein, die dabei mithilft, die Fesseln am TV-Sessel stramm zu ziehen und dich nicht vor Ende der letzten Episode zu befreien. Unbekannte Schauspieler agieren vor einer gespenstischen Kulisse und lassen alte isländische Mythen und Sagen im modernen Gewand auferstehen. Aber wie gesagt, es ist zu heiß, jetzt die treffenden Worte für diese herausragende Produktion zu finden. 9 von 9 Bewertungspunkte.

Es scheint aber nicht nur meinem Kopf heute schwerzufallen, die rechten Worte für etwas zu finden, denn in den Kommentaren der Dampferforen zur gestrigen Geschichte fand sich heute Morgen doch tatsächlich einer, der die Story mit einem Nazi-Vorwurf abqualifizierte. Nazi? Daran sieht man mal wieder, wie das Abkanzeln eines Autors funktioniert: einfach alles, was aus seiner Feder stammt, in die Nazi-Schublade stecken, in der Hoffnung, es werde schon etwas am Autor hängen bleiben. Eigentlich nicht zu fassen, in welchem Zustand sich die "Dampferszene" gegenwärtig befindet - aber warum sollte es dort auch anders zugehen als im übrigen Land? Jetzt fehlen der Kurzgeschichte nur noch Attribute wie "frauenfeindlich", da nicht gegendert wird, sowie "rassistisch", da augenfällig kein farbiger Protagonist vorhanden ist - überhaupt keine Hautfarben, how dare you?! Die Hitze schafft uns alle *zwinker*.

Freitag, 18. Juni 2021

Teil 2, "Dampfen tötet"

Uups, der Tag ist rum und der Geschichte zweiter Teil ist bei der "Nebelkrähe" bereits online. Viel Vergnügen mit "Dampfen tötet".

"Winzige" Erklärung für Leute, denen die "Dampferszene" unbekannt ist:
 
 
Wie bei jedem Hobby, so gibt es ebenfalls beim E-Dampfen ein paar Menschen, die es innerhalb der Blase zu gewisser Berühmtheit gebracht haben. Oft durch kontinuierliche positive Begleitung. Zum Beispiel im deutschen Sprachraum "Philgood" oder "Obis Dampfersofa" - das sind Dampfer der ersten Stunde, die über Jahre die Leute mit Reviews und positiven Berichten, insbesondere für die Neulinge auf diesem Gebiet, unterstützt hatten. Vielleicht könnte man als ihr Pendant in der Normalwelt Ranga Yogeshwar oder Günter Jauch nennen, die beide durch jahrzehntelangen Einsatz ihres intelligenten, humorvollen und unterhaltsamen Spiels rund ums Wissen den Menschen vertraut wurden und die von ihnen dafür geliebt wurden. Oder wie Peter Frankenfeld, Joachim Fuchsberger und Thomas Gottschalk, die es in der Zeit vor dem Internet sogar geschafft hatten, erster virtueller Teil der Familien der Zuschauer zu werden. Durch ihre positive Art und ihre spielerische Wissensvermittlung fanden sie Zugang in die Wohnzimmer ihrer Zeit.
 
Wie es aber im Leben immer der Fall ist, gab und gibt es auch die anderen, die ebenfalls eine solche Stellung beim Publikum innehaben wollen, doch nichts Vergleichbares an eigener Persönlichkeit vorweisen können. Ihnen bleibt somit nichts anderes übrig, als durch schrilles Auftreten, lautes Vorbringen kalauernder Schenkelklopfer oder dem Befriedigen niedrigster Triebe die Zuschauer zu beglücken - kurz, jene, die sich zum Affen machen. Zum Beispiel nennt sich Jürgen Drews bekanntlich selber der "König von Mallorca", den die Leute, wenn ihr Zustand in einem Party-Zelt sturztrunkene Ausmaße angenommen hat, tatsächlich mit einen Sänger verwechselten.
 
Genau so verhält es sich auch in der Dampferszene. Ein Mann, der weder durch Wissen, noch als Sympathieträger auf sich aufmerksam machen konnte, nahm die Jungaffen, die man täglich im Zoo beobachten kann, zum Vorbild, indem er auf die virtuelle Bühne trat und erst mal lange aufschrie und gegen alles Bekannte polterte. Er benannte sich selber wegen seiner Internet-Domain zum "Guru". Wie der "König von Mallorca" für die Unterschicht, so erlangte der Guru in der geistigen Unterschicht der E-Dampfgemeinde gewissen Ruhm, der viele seiner an Größenwahn erinnernde Äußerungen erklärte. Beide, der König und der Guru, gingen dabei Verträge mit Firmen ein, die fortan ihr Leben finanzierten; sie gaben sich zum Publikum kumpelhaft aber überschütteten es direkt oder indirekt mit Kommerz. Dem Ballermann entsprechen in der Dampferszene diverse Reklame-Webseiten und auf Events (Messen etc.) sind es möglichst skandalträchtige oder eine Coolness vorgaukelnde Unterhaltungs-Shows, deren Ziel letztendlich nur das Geld derjenigen ist, die für so etwas bereit sind, zu bezahlen. Kurz: billigster Kommerz im Kleide vermeintlicher Unterhaltung. Itꞌs showtime, baby! Und eben ein solcher in der Dampferwelt bekannter B-Entertainer ist in der Geschichte gemeint.

Teil 1, "Dampfen verboten", die Einleitung

 
Da schau an, Teil 1 meiner Kurzgeschichte ist ab sofort bei der Dampfer-Zeitschrift "Nebelkrähe" verfügbar. Inhaltlich richtet sich die Geschichte zwar an E-Dampfer, doch sie ist genauso gut für Nicht-Dampfende lesbar. Und sehr kurz ist sie, also keine Sorge, dass ich dich jetzt zu elend langem Lesen verführe. Zwei bis fünf Minuten Lesezeit.

Teil 1 habe ich deshalb vom etwas längeren Teil 2 getrennt, da zuerst mal ein einigermaßen reales Eintauchen in unsere Verbotskultur geschaffen wird, indem das Lesen scheinbar stinknormal in der Realität des Heute beginnt aber bereits nach wenigen Zeilen klar wird, dass irgendetwas nicht stimmt, der Lesende befindet sich nämlich in Gedanken der Zukunft. In einer möglichen Zukunft. Kann das E-Dampfen verboten werden und falls ja, was geschieht dann mit den bzw. mit uns Dampfern? Diese Frage wird in einem möglichen spannenden Zukunftsszenario des 2. Teils beantwortet. Nicht ohne Humor, doch dazu morgen mehr (Nichtdampfer werden morgen zum Verständnis noch eine kleine Zusatzinformation benötigen, mal gucken, wie ich die hier morgen preisgebe, ohne dabei zu direkt zu sein). Doch darüber brauchst du dir jetzt keinen Kopf machen, denn heute gibtꞌs erst mal nur die Einführung: Teil 1 "Dampfen verboten".

Das Bild habe ich übrigens selber dazu gebastelt. Was sagt es? Genau, es gibt bereits heute Schilder, die eigentlich fast alles verbieten. Verbotsschilder waren für Deutsche noch nie ein Problem.

Donnerstag, 17. Juni 2021

China-Schere

Gestern hatte ich meinen Luxuskörper von 6 Uhr früh bis 8 Uhr am Abend nicht vor die Tür bewegt. Somit fand ich erst auf dem Weg zur Arbeit dieses nette kleine Chinapäckchen (wie immer, aufs Bild klicken = Großansicht). Was war drin? Die Nummer 4 der Pfeifen-Reserve, 3 neue Pfeifenmundstücke und 10 dieser Minischeren. Sie hatte ich 2014 mal in einem Wickelset gekauft, 2 mal. Eine war mir vor ein paar Wochen durchgebrochen. Ich benutzte sie zum Bewatten der Verdampfer und fürs Bartschneiden aber für nichts anderes, nicht mal für Papier. Nach 6 Jahren war sie noch kein bisschen stumpf geworden. Aber wenn sie fällt, ist sie kaputt. Also nahm ich die Reserveschere Nummer 2. Nun gibt es aber keine Reserve mehr, und verzichten möchte ich eigentlich nie mehr auf dieses Wunderwerk einfachster Technik, also kaufte ich ein 10er-Pack. Das sollte nun für den Rest meines irdischen Wandelns ausreichen. Eine Schere kostet unter einen Euro. Bei einer Haltbarkeit von 6 Jahren kann man da wohl nicht meckern, gell?

Teil 1 meiner Kurzgeschichte wird übrigens heute oder morgen im Laufe des Tages veröffentlicht. Sobald es soweit ist, findest du den Link hier im Weblog. Ich meine, erst wenn ich wach und aufgestanden sein werde. Nicht aufERstanden, aufGEstanden. Wobei … ach, ich beginne wieder mit unsäglichen Ausschweifungen. Zumindest hier im Kopf. Das willst du aber gar nicht wissen. Gute Nacht derweil.

Mittwoch, 16. Juni 2021

W-A-R-M

Bitte bleib bloß weg vom Internet, raus aus der Bude und Smartphone aus, denn es ist viel zu warm *lach*. Jaja, kaum ist eine Woche richtig Sommer, schon ist alles schlecht: Wetter, Klima, Corona und Carola (ꞌtschuldigung, der Kracher musste sein). Ernsthaft jetzt, vor drei, vier Tagen hatte ich noch Muße, etwas, sogar viel und kreativ, zu schreiben, nuꞌ stört die Arbeit und die Hitze den Schreibfluss - nein, es ist nicht die fehlende Zeit, die für den heutigen Blabla-Eintrag verantwortlich ist, sondern die Aufteilung selbiger verschont die Logitech-Tastatur vor allzu schwitzig-klebrigen Fettfinger und in der Folge vor einer elektromagnetischen Aufladung durch Reibung mit einem Stofftuch, was am Ende eventuell den mikro-kurzschluss-bedingten Unwillen zur korrekten Funktionsweise dieser eigenwilligen aber äußerst sensiblen Tastatur manifestieren würde. Das ist natürlich nur die Halbwahrheit, oder besser ausgedrückt, eine Analogie, die vom direkten Zusammenhang ablenken soll, dass dieses Geschehen nämlich nicht vor mir auf dem Schreibtisch stattfindet, sondern bereits innerhalb meines Gehirns. Hirnbedingte Mikro-Kurzschlüsse der Hitze wegen führen derzeit zu Tagebuchausfällen der intelligenteren Art.

Ja, ich hätte mächtig Lust zu schwimmen in einem See. Hier befindet sich auch ein Baggerloch in unmittelbarer Nähe (vielleicht vier Kilometer entfernt) und ein See mit einem offiziellen und etlichen inoffiziellen Freibädern - beide Lokalitäten sind binnen weniger Minuten mit dem Fahrrad erreichbar - doch den Anblick meines kreideweißen unförmigen Old-Man-Bodys, knochig, faltig und fett zugleich in widersinnig und seltsam anmutender Proportion, den möchte ich dann doch den Massen der Menschen an diesen Aquarien des flüssigen Ursprungs allen Lebens nicht unbedingt zumuten. Oder sagen wir es noch ein wenig ehrlicher: ich möchte vielmehr meinen seelischen Gemütszustand nicht damit belasten, seinen Korpus als Ausstellungsstück einer Freakshow der allgemeinen Erheiterung zu präsentieren.

Andererseits sitze ich derzeit in der Milde der Nacht, die mich gewöhnlich zu geistig fantasievollen Pirouetten animiert, nicht zu Hause vor der nachtschwarzen staub-fettigen Tastatur, sondern entweder einsam sinnierend und offline, nur bestückt mit Elektronik des uralten Dynamo-Kurbel-Radios unter "meinem" Baum auf der Parkbank oder auf dem Fahrradsattel, der den knochigen Teil des unförmigen biologischen Mechanismus durch leicht tretende bzw. drehende Bewegungen in Schrittgeschwindigkeit versetzt, um meine geistreichen dienstlichen Aufgaben zu erledigen. Wie dem auch sei, gerade justamente befinde ich mich fast nackig im abgedunkelten Raum einer Höhle gleich vor den heißen Rechnern und Monitoren auf dem klebrig wirkenden Schreibtischsessel aus billigem PU-Leder. Bei aller Liebe, hier passt Ort, Zeit und Habitat nicht zu freiwilligen Anstrengungen, und seien es auch nur der Druck der Finger auf einzelne Tasten oder die vorübergehende Flugbegleitung eines dahingleitenden flüchtigen Gedankens.