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Mittwoch, 17. August 2022

Servierwagen

Heute kam der Servierwagen/Beistelltisch endlich an. Trotz Ikea-Bauanleitung ist er leicht aufzubauen. Wenn ich das mit meinen beiden linken Händen und einer verkümmerten 3D-Vorstellungsgabe sage, dann heißt das schon etwas. Zu den wichtigen 24 Schrauben, die abgezählt und fest verschlossen in einem Tütchen beilagen, wird eine Reserveschraube mitgeliefert, die sich einsam und alleine in einer separaten kleinen Tüte aufhält. So eine Kleinigkeit extra zu erwähnen, erstaunt dich vielleicht, doch wenn nur eine der 24 schwarzen Schrauben fehlt, wäre das verflucht ärgerlich. Auch eine Verpackungsmaschine oder die kleinen Hände fleißiger chinesischer Frauen können sich mal verzählen (ja, solche Mini-Teile werden in China meist von Frauen verpackt. Rate mal wieso. Tipp: gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Dagegen wirken unsere derzeitigen Gender- und Geschlechter-Diskussionen wie ein dekadentes Luxusproblem wohlstandsverwahrloster verblödeter Kinder).

Der Wagen sieht wirklich überall im Raum klasse aus, hat in etwa die Höhe der anderen Tische (ca. 75 cm) und ist stabil. Kann ich wärmstens empfehlen. Die beiden robusten Ablagen sind Gold wert, wenn man einen heißen Topf oder eine Pfanne abstellen möchte.

Wie immer: klick aufs Bild = Großansicht. Bis morgen denne.

Dienstag, 16. August 2022

Kurze Zeitreise

Heute unternahm ich eine Zeitreise. Das ist nicht nur so daher gesagt, nein, diese Tagestour begann bereits in der ersten Sekunde, da ich mich in den großen Ford-PickUp meines Neffen setzte. Aus den Lautsprechern ließ er Deep Purple  mit dem Album "Made In Japan" erklingen, das ich als junger Mann geliebt hatte aber seit 40 Jahren nicht mehr gehört habe - eine vergessene Liebe sozusagen. Wir fuhren zu meinem Bruder ins Krankenhaus.

Darüber möchte ich nicht ausführlich öffentlich schreiben, doch zusammenfassend lässt sich sagen, dass er definitiv einen Hirnschaden erlitten hat und sich seinerseits nun ebenfalls auf einer Zeitreise befindet, auf der das letzte viertel Jahrhundert, also die Zielgerade zurück ins Hier und Jetzt, gewissermaßen abgeschnitten wurde. Dadurch wird ihm das Ende der Reise verwehrt. Tragisch oder tröstlich, je nach Sichtweise, denn einerseits bekommt er von dieser Sache nicht viel mit, andererseits bemerkt er schon die Unstimmigkeiten in seinem Kopf. Er sagt auch, dass etwas nicht stimmt, benutzt selber die Begrifflichkeit eines möglichen Hirnschadens (notabene: eines möglichen, dass da tatsächlich im Hirn etwas nicht mehr passt, sieht er allerdings nicht), aber ich kenne ihn gut genug, um sagen zu können, dass dies seiner einfachen Lebensstrategie entspricht, die da lautet, den Ärzten oder Autoritäten widerspruchslos zuzustimmen, in der Hoffnung, so durch gespielte Einsicht ein schnelles Ende der Umstände zu erreichen. Die letzten Erinnerungen an seinen Sohn enden allerdings irgendwo vor 20 Jahren. Körperlich auf dem Weg der Genesung, verwehrt ihm die abgeschnittene Zeitlinie sowie die Unmöglichkeit, komplexe Zusammenhänge richtig zu verknüpfen, ein Dasein wie bisher zu führen - sprich: er wird wohl nie mehr alleine leben können.

Meine eigene heutige Zeitreise setzte sich dahingehend fort, nicht mehr meinen Bruder zu erblicken, sondern meinen Großvater in seiner Person zu sehen - also für mich war mein Bruder heute eher ein fremder Mann, der mich mehr an Opa im Pflegeheim erinnerte als eben an meinen Bruder. Es ist einfach nicht mein Bruder mehr. Ist schwer zu beschreiben: natürlich weiß ich, dass er es ist, der dort im Krankenhausbett lag, doch wer ist jemand, der sein Wesen verloren hat? Wann ist wer und wenn überhaupt, dann was?

Der Besuch in der eigenen Vergangenheit gipfelte dann im Wiedersehen eines Menschen, an dem mir immer viel gelegen war, den ich aber seit locker 30 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Einen Augenblick lang konnte ich die Frau nicht mal erkennen und fragte mich, ob sie es war oder jemand anderes aus der Familie, die uns die Haustür öffnete. Erst als sie zu reden begann, wurden die Bilder aus der Erinnerung mit denen der Gegenwart schlagartig synchron. Ein paar Sekunden muss ich ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut haben. Dann war aber jede Scheu verflogen und wir redeten, als lägen keine 30 Jahre Abstand zwischen uns, als wäre 1992 erst gestern geschehen.

Das hier versuche ich mit ziemlich neutralen Worten zu beschreiben, denn es ist alles nicht nur zu privat für ein öffentliches Tagebuch, sondern ich selber kann es emotional gar nicht richtig fassen. Mir ist klar, dass die Erlebnisse des heutigen Tages Auswirkungen in mir verursachen - wahrscheinlich wird dieses "Scheiß-Egal-Gefühl" in mir noch stärker werden, denn ich kann keinen Menschen mehr ernst nehmen, der anderen etwas vom Leben erzählt, der das Verhalten anderer Leute bestimmen oder es auch nur bewerten möchte. Ich pfeife auf jede Art von Bewertung. Was bisher meist den Pfaffen, Journalisten oder Politikern vorbehalten war, weitet sich aus auf jeden Menschen, der anderen etwas vorschreiben möchte. Das birgt natürlich die Gefahr, für andere als schwierig oder kauzig wahrgenommen zu werden (meine Nichte: "Georg, du bist anstrengend!") - insofern verstehe ich die lebenslange Strategie meines Bruders sogar, durch eine Maske des Normalen und mit einer gespielten Einsicht, größere Klippen zu umschiffen (allein er kann sie jetzt nicht mehr ausreichend clever verstecken), doch hinter der Maske, eben auch hinter meiner, lauert quasi eine emotionslose Egalität. Die Emotionen bleiben den wenigen Menschen vorbehalten, die mir etwas bedeuten, wie meinem Bruder, der Familie und der überraschenden Begegnung am Tage.

Nun denn, heute ein wenig besinnlicher als sonst. Und selbst das ist wahrscheinlich schlecht in Worten ausgedrückt, fordert es geradezu die Missverständnisse erst so richtig heraus, doch es ist so, dass mir 99,9 % aller Menschen schrecklich egal geworden sind und ich die Kasper von Polizei und Behörden über die Moralisten der medialen Öffentlichkeit bis hin zu ganz normalen Menschen, die einfach nur bescheuert sind, mit immer weniger innerer Aufregung oder Empörung mitleidslos aber herzhaft auslachen kann.

Montag, 15. August 2022

Côte d'Azur, vill zo düür

Boah, 94 Euro gerade bei Edeka gelassen! Nichts Besonderes dafür mitgenommen, kaum etwas war überhaupt da: kein Wasser in kleinen Flaschen, kein Sprite und Mayo nur in Gläsern. Es begleitete mich die Großnichte, ein paar Pflaumen für sie in den Wagen gelegt, denn seit letzter Woche ist sie ein Schulkind und sagt bestimmt: "Ich ernähre mich jetzt nur noch gesund!" Ich: "Aha, dann gibtꞌs also keine Kit-Kat-Leckerchen mehr", sie: "Doch!" So ist das halt mit der Konsequenz aus dem realen und dem virtuellen Leben: früh übt die woke Generation das Passendmachen vermeintlicher Gegensätze. Montag mittags werde ich jedenfalls nicht mehr einkaufen: sämtliche Wege vollgestopft mit den Wagen der Regal-Befüller. Freitags und samstags kann man eh nicht einkaufen, horrible!, bleiben zukünftig nur der Dienstag und Mittwoch übrig. Donnerstags gehtꞌs auch nicht, da treten sich die aggressiven Kunden wegen der Angebote auf die Füße. Und dann begegnete mir noch so eine traurige Gestalt: Mann, mein Alter, Typ Späthippie mit Bart und langen, dünnen, grauen Haaren aber gekleidet in sauberen teuren Markenklamotten, ehemaliger Lehrer würde ich schätzen - und fast schon demonstrativ als einziger Kunde voll maskiert. Der hat die Spiritualität echter Hippies bis heute nicht verstanden.

Tja, so ist das. Jetzt werde ich ein gesundes Nachtmahl zu mir nehmen: Frikandels mit Krokettchen und Mayo ausꞌm Glas. Als Getränk eine Sprite-Alternative, verwässert aber durchaus an Zitronenlimo erinnernd. Bis morgen (oder übermorgen, denn morgen wird ein Sch...tag), gehab dich wohl.

Sonntag, 14. August 2022

"Schnell weg da ..."

Jaja, heute wieder nix los innet Diary. Diese blöde reale Welt aber auch. Montag und Dienstag muss ich zu nachtschlafender Zeit einige zeitintensive und ungeliebte Dinge erledigen. Und danach gehtꞌs wieder in die nächsten Nachtschichten, so dass vor nächsten Samstag keine wirkliche Ruhe mehr herrscht. Du kannst dir eine noch so wunderbare Höhle graben, Klingeln aus, Türen und Fenster fest verrammelt, aber doch schleichen sich neben Notwendigkeiten zur Aufrechterhaltung der biologischen Funktionen auch immer wieder irgendwelche Verpflichtungen ein. Sie dringen durch die kleinsten Ritzen und Spalten und rufen: "Georg, weg da! Du musst …!" Und wenn ein solcher (moralischer) Zwang noch bevorsteht, dann sinkt die Laune auf ein klägliches Maß, wie das einer ihre Beschäftigung nicht hinterfragenden Ameise draußen im Garten: machen, tun, schleppen, rennen und bloß keine Frage stellen.

Samstag, 13. August 2022

Umräumaktion - fürs erste fertig

So, das war der Rest der Umräumaktion. Nach den nächsten paar Dienstnächten widme ich mich dann endlich dem "Super Trouper", der sensationell tollen, schweren und langen Lampe vom Sperrmüll. Dann sollte auch das kleine Beistelltischchen/Servierwagen angekommen sein (wobei der ikeamäßig zusammengebaut werden muss und in den Kundenrezensionen von gleich mehreren Wutbürgern schon ordentlich geschimpft wird, dass nämlich seine Bohrungen falsch seien; na, da schaun wir mal).

Das waren jetzt zweieinhalb herrliche Tage mit viel Kreativität, Hirnschmalz, Putzerei und kleineren Basteleien. Ansonsten keine News (abgesehen von dem kurzen und augenblicklich bereuten Blick auf "Wetter online") und keine Serien, nur zur Entspannung liefen quasi nebenher Carolins stundenlange Reisevideos. Mein Kontakt zur Außenwelt beschränkte sich auf ein Stündchen abends draußen mit meiner Nichte und Großnichte. So wunderbar sollte das Leben immer sein, nicht wahr? Ist mit Geld, Gold und Geschmeide nicht aufzuwiegen.

Freitag, 12. August 2022

Umbau Teil 2 - die erste Halbzeit

Die ganze letzte Nacht lang habe ich umgebaut aber bin erst zu 2/3 fertig. Also das Endbild gibtꞌs dann wohl erst morgen. Quasi Halbzeit bei der "Umräumaktion 2 von 2".

Es ist so: Unterm Tisch stand und lag 10 Jahre lang sämtliches Multimedia-Gedöns angeschlossen und verbunden. Das alles habe ich jetzt nach oben auf den Tisch verlegt. Ich bin nämlich die elende Bückerei leid. Bei jedem neuen oder veränderten Kleinkram kroch ich mit Taschenlampe unterm Tisch herum und versuchte so einigermaßen dem Kabelgewirr zu folgen. Dadurch, dass endlich das blöde Sofa weg ist, lässt sich die Dachschräge viel besser ausnutzen. Stauraum, na klar, unterm Tisch ist jetzt das, was unterm Sofa bei Hempels üblich ist.

Die 10 Jahre Technikentwicklung konnte ich gut beim Abstöpseln der Geräte erkennen. Sämtliche ältere Verbindungskabel (die mit den Scart-Kabeln) konnte ich ausmisten. Auch deren Geräte werden nicht wieder angeschlossen, denn ich schaue definitiv keine DVDs oder Blu-Rays mehr. Und zig Meter normales Antennenkabel, DVBT-Receiver, kleine Abspielgeräte - all das konnte für immer abgebaut werden. Es gibt nur noch den Linux-Netzwerkrechner mit 6 externen Laufwerken und den kleinen Linux-Rechner mit einem einzigen externen Datenträger. Alles lässt sich per Steckerschalter nun stromsparend verwenden. Die beiden Rechner, die zwei alten Monitore und die zwei Soundsysteme können einzeln ein- und ausgeschaltet werden sowie die 6 Datenträger am Block. Also es kann zum Beispiel der Netzwerkrechner Tag und Nacht auf Bereitschaft bleiben, während die gesamte Peripherie ausgeschaltet ist. Wenn ich einen Datenträger mit den Windowsrechnern ansteuern möchte, brauche ich vorher nur eine Steckerleiste der Datenträger einzuschalten. Die Monitore und alles andere können ausgeschaltet bleiben. Es sind also nur noch Kontrollmonitore für den Fall, dass ich aktiv etwas an den Linuxrechnern mache. Falls du meinst, das Kabelgewirr auf den Fotos sei verwirrend - es ist die entschärfte Version dessen, was vorher unterm Tisch lag. Und anders als vorher unterm Tisch ist jetzt alles systematisch geordnet.

Siehe das 1. Bild ganz oben: Der Basteltisch steht nicht mehr mitten im Raum, was den Raum größer erscheinen lässt. Der Platz unter der Dachschräge ist perfekt ausgenutzt, denn sogar dahinter habe ich das alte großen TV-Gerät verfrachtet. Er war mir zu schwer, die kleine Treppe zum Söller hochzuschleppen. Von der oberen Kante zur Dachschräge sind gut 5 cm Platz, der dann nach unten hin wie bei einem Dreieck rasant breiter wird. Zwischen dem Tisch mit den Geräten und dem Basteltisch habe ich großzügig Raum gelassen, damit ich überall ganz leicht herankomme. Das alles ist natürlich kein Designer-Zimmer, es ist meine private und persönliche Wohlfühl-Höhle. Aber ich werde nächste Nacht noch aufräumen - das ist Chaos auf den Fotos, so sieht es im Alltag nie aus - und dann versuche ich mal ein Panorama-Foto: auf der einen Seite die 4 Monitore, gegenüber im Raum Basteltisch und Linux-Rechner, in der Mitte frei. Es kommt noch die Tage ein kleines Möbel hinzu, Stichwort Gasherd. Wenn das so funktioniert, wie ich es mir vorstelle, dann wird das richtig klasse.

So, jetzt gibtꞌs Abendessen, dann ab ins Bettchen. Einen schön geordneten Freitag wünsche ich dir, schalte auch mal ein bisschen was rum, zum Beispiel die News aus, dann wird das Leben plötzlich wieder lebenswert.

Donnerstag, 11. August 2022

Wetterangst

Gerade eben wollte ich nachschauen, wie warm es draußen ist. Fenster öffnen wäre eine Möglichkeit. 17 Uhr ist aber meine Frühstückszeit und vor selbigem halte ich meinen Kopf nicht in die reale Welt. Mit nur einem Mausklick öffnete ich "Wetter Online". Schwerer Fehler! Jetzt habe ich Angst vor draußen, Angst vor Sommer, Angst vorm Verdursten oder wahlweise dem Ersaufen in schlimmen Fluten, Angst vor Gewitter sowieso und noch dazu Angst vor unsichtbares Ozon.

- Ohne Worte -

Umräumaktion und Lampe, Teil 1

Links unten sind die Kabel noch nicht hinter die Leiste verlegt. Das habe ich erst nach dem Foto gemacht. Die 2er Lampe ist komplett sauber, ihr massiver Edelstahl glänzt wieder. Sieht futuristisch aus, nicht wahr? Die 4er Lampe ist noch dreckig vom Sperrmüll, denn ich weiß ja nicht, was ich mit ihr machen werde. Irgendwie gefällt mir die 2er Lampe viel besser. Kramkarton? Vielleicht, noch warte ich auf eine Idee, den gewissen Geistesblitz.

Die 2. Umräumaktion wird aufwendiger und mit mächtig Kabelsalat verbunden sein. Aber eins nach dem anderen, nicht immer alles schnell-schnell, mahnt das Innere Ich, auch wennꞌs schon in den Fingern juckt.