Montag, 29. August 2016

Kritik an Kritiker-Kritik und viel Blut obendrein

An jeder Ecke ist in Foren oder Video-Shows (HangOuts, Reviews, Vlogs) von einigen, wie's mir scheint, unter multiplen Namen stets wiederkehrenden Menschen zu hören, man dürfe nicht die "IG-ED" kritisieren, wenn man es nicht besser mache. Es sei wohlfeil, sich großmäulig aber selber untätig auf dem Sofa zurückzulehnen und über andere, "die sich in ihrer Freizeit den Arsch aufreißen", herzuziehen. So in etwa fasse ich die Kritik an die Kritiker mal zusammen.

Hingegen haben alle, von denen ich inhaltlich solche oder ähnlich klingende Aussagen bisher gelesen bzw. gehört habe, überhaupt keine Schwierigkeit damit, jederzeit die Politik oder die Demokratie, Europa oder die USA, Pötschke-Langer oder Lobbyisten zu kritisieren und zwar ebenso unflätig und selber untätig auf dem Sofa oder Schreibtischsessel sitzend und nicht selten sogar dabei in sturztrunkener Weise. Das bedeutet also im Umkehrschluss, die "IG-ED" darf nur von Aktivisten kritisiert werden aber Kritik an der Politik ist von Passivisten jederzeit erlaubt. So erhebt man die "IG-ED" unantastbar über die Politik - ob beabsichtigt oder nicht - und macht sie zu einer heiligen Kuh. Ich erlaube mir, auch zukünftig bei jeder Gelegenheit real untätig aber in einem Blutbad der virtuellen Schlachtung ihres Rindviechs diesen Kritik-Kritikern zu widersprechen.

Selbstkritik

Kennste das, wenn du sauer auf dich selber bist? Weil du zu blöd bist, zu lesen? Kannst niemandem die Schuld in die Schuhe schieben, musst dich selber ausschimpfen? Ja, ich Dummi, ich schimpfe mich gerade sogar gehörig aus. Wie kannst du nur, du doofes Ich, lies doch, was da steht: ENGLISCH, nicht GERMAN!

Liebe Leserin, lieber Leser, du verstehst grad nicht, wovon ich schreibe? Also, ich habe etwas heruntergeladen, um die 10 Gigabyte, und das war falsch, die falsche Version; es sollte die synchronisierte Fassung sein, war aber das englischsprachige Original - deutlicher brauche ich mich hier nicht auszudrücken, jetzt verstehst du's. Habe, abgesehen von der Zeit, kostbare 10 GB HighSpeed-Datenvolumen verschenkt, und das nur, weil ich so durch und durch blöd war. War? Nun ja ...

Blödheit ist etwas, das wünsche ich wirklich keinem. Somit wünsche ich dir einen intelligenteren Montag und eine ziemlich schlaue Woche.

Sonntag, 28. August 2016

Ein Drache zog über uns hinweg

Himmel, Arsch und Zwirn, war das hier gerade für ein Unwetter! Gewitter, Hagel, Sturm, dass man hätte meinen können, es ginge vor der Tür eine Himmelfahrt vonstatten. Die Offenbarung des Johannes, die Apokalypse. Es bot sich ein schauerlicher Anblick mit Schrecken, die nicht enden wollten. Direkt ringsherum ums Haus schlugen in Serie die Blitze in die Felder ein, ein Krachen des Gewitters, ein Brausen des Sturmes und ein Prasseln wie von Kugeln des Hagels auf die Dachziegel, dass ich nicht mein eigenes Wort mehr verstand. Dann der obligatorische Stromausfall, pechschwarz die Nacht, durchzogen von gezackten Fackeln und Feuer gleißenden Lichts. Natürlich war ebenso wie der Strom das Internet nicht mehr verfügbar. Das ist aber noch das Geringste. Mann, mann, mann, so etwas brauche ich in meinem Dachgeschoss nun wirklich nicht. Und obwohl Elli kalt in ihrem Grab liegt, dachte ich unentwegt in Sorge an sie; was hatte sie zu ihren Lebzeiten doch Angst vor Gewitter. Selbst ihre Angst vermisse ich.

Eine halbe Stunde, dann war alles so plötzlich wieder vorbei, wie es gekommen war.

Samstag, 27. August 2016

Artfiles.de - Top seit 13 Jahren

Mein FTP-Programm funktionierte nicht mehr, es kam zu einer lästigen Fehlermeldung beim Login auf meinen Server in Hamburg. Letzte Nacht um 5 Uhr schrieb ich den Support an. Es war deren Fehler und heute hatte ihn der technische Mitarbeiter behoben. An einem Samstag! Seit 13 Jahren lagere ich meine Daten bei diesen tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma "Artfiles". Es gab noch nie Probleme, jetzt durch einen Serverumzug erstmalig das winzige aber sofort behobene Problemchen. Ist diese Samstagsarbeit extra für mich nicht der beste Beleg eines erstklassigen Supports? Ja, so ist es.

Freitag, 26. August 2016

Spannende Niederkunft

Noch sind die Teppiche pitschnass. Morgen soll es gegen Abend Gewitter geben. Also entwickelt sich die Trocknung zu einem kleinen, von Stunde zu Stunde zunehmend spannend werdenden Wettrennen ihrer Neugeburt. Ganz trocken müssen sie ja nicht sein, der Rest kann drinnen trocknen, da sie auf Fliesen darniederliegen - im Rheinland sagt man: "zu liegen kommen".

Bewertungen der kleinen kompakten Akkuträger

Kurz meine persönliche Bewertung der "eVic AIO". Die Alltagstauglichkeit konnte sie nicht erfüllen. Stichworte:

Positiv:
  • Design, kompakteste Bauform (Verdampfer ins Gehäuse des Akkuträgers integriert),
  • Leder-Pads (sie liegt dadurch toll in der Hand),
  • der längere Kamin des Cubis-Verdampfers, der deutlich mehr Geschmack bietet.

Negativ:
  • Schlechte Befüllmöglichkeit. Entweder ich schraube die Top-Cap ganz auf, dann besteht die Gefahr des Überfüllens und damit ebenso die eines Schadens durch das möglicherweise am Glastank in die Elektronik ablaufende Liquid (SMartin berichtete darüber im "Steamteam") oder die Befüllung ist lästig durch den zu kleinen Abfluss unterhalb der Einfüllöffnungen. Im nächtlichen Zwielicht meiner beruflichen Tätigkeit ist das äußerst unkomfortabel.
  • Dann das Gewicht; die E-Dampfe ist viel zu schwer, noch schwerer als die "eVic VTC mini", die mir bereits für den Alltag zu schwer und zu hässlich ist. Schon öfter fragte ich mich bei Bewertungen anderer User, welcher Reiz es wohl sein mag, dass Geräte aus massivem Stahl immerzu bevorzugt werden. So etwas sagt überhaupt nichts über die Robustheit eines Geräts aus. Mein Handy ist aus Plaste, Militärstandard, das werfe ich zum Erstaunen so mancher Menschen hin und wieder gegen Betonwände, die Treppen hinab oder lass einen PKW darüber rollen - es geht nicht kaputt. Ich kann es in einen Eimer Wasser legen, nichts ist undicht, es funktioniert. Plastik! Eine E-Dampfe übersteht nichts dergleichen, egal ob sie aus schwerem Stahl oder leichtem Blech gefertigt ist. Blechdosen aus dem 1. Weltkrieg werden hingegen heute noch zuhauf auf Flohmärkten gehandelt. Blech ist haltbarer aufgrund seiner Leichtigkeit. Also, es gibt keinen logischen Grund für eine positive Bewertung schwerer massiver Geräte.
  • Man kann trotz des Glastanks den Liquidstand nur schwer erkennen, da kein Licht dort hindurch scheint; die Sicht ist vom Kamin komplett verbaut, die integrierte LED-Lampe ist ein Witz.

Gesamturteil als Schulnote: Meine anfängliche Bewertung korrigiere ich hiermit und gebe der "eVic AIO" wegen seiner schlechten Alltagstauglichkeit nur noch eine 3 minus. Das Gerät werde ich wohl wieder günstig abgeben.

Aufgrund dieser eher enttäuschenden Bewertung, ist mir aufgefallen, dass ich über das beste Gerät meines Alltags noch kaum etwas geschrieben habe. Es ist der "iStick 60" (siehe Foto). Davon besitze ich mehrere, sie sind robust und aus stabilem Blech gefertigt. Nicht wasserdicht, ganz und gar nicht, aber relativ stoßfest. Seit knapp einem Jahr des täglichen Einsatzes funktionieren diese E-Dampfen unter allen Bedingungen tadellos. Es ist eine preisgünstige E-Dampfe, deren Elektronik zum Zuverlässigsten gehört, was derzeit auf dem Markt verfügbar ist. Der "iStick Pico" ist sicher vergleichbar gut, doch durch die Größe und Bauform des "iStick 60", liegt der "iStick 60" mir am besten in der Hand (persönlicher Geschmack, ist klar). Der Pico bekommt von mir in Schulnoten trotzdem genauso wie der "iStick 60" definitiv eine glatte 1. Die "eViv VTC mini" "nur" eine 2 plus.

Klick aufs Bild = Großansicht

Die schwarzen runden Pads sind übrigens aufgeklebte Klettpunkte von ALDI, die jeweils weiche Seite. Die sind seit fast einem Jahr angebracht und lösen sich kein Stück, auch nicht, wenn man daran rumknibbelt und egal wie robust sie behandelt werden. Neben meinem Akku-Ladegerät habe ich einen Punkt des raueren Gegenstücks geklebt, so dass der Akkuwechsel wie mit einem Magneten ohne Frickelei vonstatten geht: einfach dranhalten und den Deckel abziehen, der Deckel bleibt an diesem Punkt dann haften. Perfekter leichter Akkuwechsel. Durch diese weichen Pads gewinnt der Akkuträger ein wenig mehr an Umfang, wird durch den mittig angebrachten 510er-Anschluss beinahe zu einer kleinen Tube und liegt zudem rutschfest in meiner Hand. Es fühlt sich wie Stoff an, einfach nur herrlich.

Donnerstag, 25. August 2016

Bella Italia! Die Tagesschau berichtet

Aus Versehen hatte ich heute die Tagesschau eingeschaltet. Ich guck ja kein TV mehr aber manchmal macht mein Receiver Dinge, die ich eigentlich nicht will. Von sich aus, wer weiß, warum. Jedenfalls wurde zu einer Reporterin aus dem Erdbebengebiet in Italien geschaltet, und da sagte doch diese Frau tatsächlich, dass die Solidarität in der Bevölkerung so unendlich groß sei - die Männer arbeiteten den ganzen Tag lang in den Trümmern, während die Frauen der Umgebung dafür alle kochen würden. Sie würden die Männer mit Gerichten der Region verwöhnen. Ja! Das ist wirklich wahr! So berichtet die Tagesschau. Und während die Reporterin sprach, lächelte sie unentwegt leicht aus den Mundwinkeln als habe sie sagen wollen, siehe Bella Italia, kochen und gutes Essen gibt es dort immer und ewiglich. Da sind wir aber mal gespannt, was demnächst bei Erdeben in der Türkei oder in anderen Teilen der Erde so alles an regionalen Gerichten aufgetischt wird.

Im ernst, dafür zahlen wir Gebühren? Ich weiß nicht, was mit dieser Redaktion los ist. Ein Generationswechsel der Verantwortlichen? Noch vor zwei Wochen wurde die Tagesschau wegen ihrer Hetze gegen Israel gerügt, da konnte man vielleicht entschuldigend annehmen, die Verantwortlichen hätten sich im Urlaub befunden und eine B-Redaktion habe nicht erkannt, was ihnen von Markus Rosch untergejubelt worden war - aber heute, gerade eben? Das war Bildzeitungs-Niveau vom Feinsten.

Meinem Receiver habe ich jetzt definitiv untersagt, nach dem Ausschalten des Heimnetzwerks automatisch zum TV zu wechseln.

Teppichreinigung

Eine Teppichreinigung in Bildern sozusagen. Folgende Arbeitsschritte sind hier dokumentiert:
  1. Auslegen. Die Teppiche aus der Wohnung raus und vorm Haus auf die Einfahrt legen.
  2. Material anwenden. Wasser, Waschmittel, Hochdruckreiniger, Schrubber. Zuerst habe ich alles pitschnass gemacht. Dann streute ich Waschpulver darüber. Dieses schrubbte ich ordentlich und kräftig in den Teppich ein. Eine halbe Stunde Einwirkungszeit verbrachte ich e-dampfend und Kaffee trinkend auf dem Stuhl im Hintergrund und sinnierte derweil über die Absurdität, ein Leben lang Dreck und Schmutz im menschlichen Dasein fortzuwischen, statt ihn als schicksalsgegeben hinzunehmen und mit ihm in Eintracht und ohne weitere Mühe zu leben.
  3. Mit viel Wasser aus dem Gartenschlauch spülen.
  4. Anschließend alle Teppiche auf der Vorder- und Rückseite mit dem Hochdruckreiniger malträtieren.
  5. Erneut eine großzügige, eine Überflutung simulierende Spülung.
  6. Teppiche von der Einfahrt auf den Rasen ziehen, nochmals mit dem Hochdruckreiniger quälen aber nicht mehr so intensiv, ich kenne auch die Gnade, ganz am Schuss wieder durch und durch spülen. Zum Trocknen liegen lassen.
Die nächsten zwei, drei Tage bleiben sie dort, es ist rund um die Uhr Sonnenschein angesagt, ich denke (hoffe), das reicht zur Trocknung aus. Ob sich nun etwas wellt oder nicht, ist mir wurscht, es legt sich mit der Zeit schon wieder.

Arbeitszeit der körperlichen Ertüchtigung: 3 bis 4 Stunden, ich habe vergessen die Zeit zu stoppen ;-)

Ausgangslage mit Erholungsstuhl zum Sinnieren.
Materiealübersicht
Einweichen - spülen - schrubben
Sehr nass :-)  Klick aufs Bild = größere Ansicht
Extra zum Zeigen fotografiert: Vorher-Nachher, es ist keine Nässe, sondern Schmutz.
Fertig. Nun trocknen die Teppiche. Aber schau, welch ein Rot; ein neuer Teppich.

Qual und Ablenkung

Im Moment quäle ich mich durch die 2. Staffel "Secrets And Lies" und nutze jede Gelegenheit zu einer längeren Pause. Dieser 2. Fall hat aber auch gar nichts vergleichbar Gutes wie der der 1. Staffel. Langweilig, kitschig, Stereotypen und Klischees, alberne Konstrukte, Schauspieler, die nicht zu ihren Rollen passen oder besser spielen könnten und last but not least unglaublich viele Regiefehler, die durch einen schlechten Filmschnitt entstehen oder durch Unachtsamkeiten am Set (Trinkgläser, die von jetzt auf gleich ihren Flüssigkeitsstand wie von Geisterhand von niedrig zu hoch wechseln, Gegenstände, die gerade links standen, dann rechts und plötzlich erneut links - ach, allerhand solcher Dinge halt). Aber einmal mittendrin wäre ein vorzeitiges Ende verschwendete Lebenszeit, vier Stunden muss ich noch durchhalten :-)

Und dann wartet auf mich der doofe Teppich. Vielleicht mache ich mal Vorher-Nachher-Fotos.

Bei Kurbelursel habe ich ein bisschen kommentiert. Es geht um den Begriff der Zigarette fürs E-Dampfen. Ich sage, der Begriff E-Zigarette ist gut und richtig, manche andere "Dampfaktivisten" der Szene wollen sich aber vom Rauchen deutlicher abgrenzen und deshalb diesen Begriff fürs Dampfen "verbieten". Kurbelursel ist eine der wenigen, die hier intelligent pro E- oder besser Li-Zigarette argumentiert. Diese Diskussion um Begrifflichkeiten ist aber bereits jahrelang im Gange, ich thematisiere es hier und jetzt nur, um eine längere Pause zwischen den Folgen der Serie zu rechtfertigen; es hatte sogar richtig Spaß gemacht, die Kommentier- und Argumentiererei (mache ich üblicherweise eher selten). Hier kannstes nachlesen.

Mittwoch, 24. August 2016

Morgen, morgen, nur nicht heute ...

Christian Felix Weiße wusste das nicht besser, denn zu seiner Zeit hat es weder Internet noch TV, ja nicht einmal elektrischen Strom gegeben; daher sind seine pädagogischen Schlussfolgerungen über die "trägen Leute" durchaus aus heutiger Sicht hinterfragbar. Wie schön, dass ich mir seit Pipi Langstrumpfs anarchisch-pädagogischer Herangehensweise dann doch die Welt so machen kann (darf), wie sie eben mir gefällt.

Eigentlich wollte ich (ein selbstdisziplinarisches Wollen; das Gegenteil von Wünschen) heute bei dem tollen Sonnenschein zwei kleine und einen großen Teppich ordentlich reinigen. Also draußen mit Chemie, Wasserschlauch, Schrubber und anschließendem Aufhängen zum Trocknen. Das ist viel Arbeit, vor allen Dingen die Schrubberei. Aber wie es der Zufall so will, konnte ich heute die letzte Folge der 2. Staffel von "Secrets And Lies" herunterladen, dieser ausgezeichneten Serie, von der man der Spannung wegen vorher nicht ihr Ende wissen sollte. Und bevor mir jemand nun das Ende einfach so verrät, weil er/sie mich ärgern will zum Beispiel, schalte ich bis morgen einfach meine Internetverbindung inklusive dem Telefon ab und werde die anschließenden 10 bis 12 Stunden (je nach Pausenlänge) mit dem zweiten Fall der "Secrets And Lies" verbringen :-)

Für die mechanische Teppichreinigung stehen schließlich noch ein paar weitere wunderschöne Sommertage zur Verfügung.

Dienstag, 23. August 2016

Ab heute striktes Rauchverbot

Mein lieber Kokoschinzki, gestern Abend kam Besuch und in meiner Höhle, das ist das inoffizielle und im Wortsinn eigentliche Wohnzimmer meines Zuhauses, rauchte dank meiner fehlgeleiteten Toleranz dieser Besuch. Es war über mehrere Stunden über ein Dutzend Zigaretten. Mit anderen Worten, der Raum war trotz geöffneter Fenster zugequalmt. Die ganze nächste Nacht hindurch standen die Fenster des Dachgeschosses weit offen. Mücken und anderes lästige Getier feierten ein Freudenfest - sollte man annehmen, doch selbst sie mieden meine heiligen Hallen weitgehend. Es stank ihnen, und es stinkt noch immer. Am Abend zuvor roch der Zigarettenrauch nicht mal so schlimm, nach mehreren Stunden allerdings wurde er stetig schlimmer und heute Morgen wollte ich deshalb kaum mehr meine Wohlfühl-Höhle betreten.

Ab sofort führe ich ein striktes Rauchverbot in der kompletten Wohnung ein.

Welch ein Unterschied: oft ist die Wohnung ziemlich zugedampft, so dass die Rauchmelder munter Funktionstests durchführen, doch nach kurzer Zeit hat sich der Dampf aufgelöst und nur in Verbindung mit Staubpartikeln erzeugt er mit der Zeit klebrige Schlieren auf Möbeln und Gegenständen, die mich öfter als früher zum Staubwischen zwingen aber es stinkt nichts. Das Gegenteil beim Rauch: nachdem sich sämtlicher Rauch verzogen hat, bleibt der Gestank des kalten Qualms, der kalten Asche dermaßen hartnäckig in Kleidern, Kissen, Decken, Vorhängen und im Teppich erhalten, dass die frisch gewaschene Kleidung, die ich am Leibe trage, erneut in die Waschmaschine muss. Ich hoffe, dass auch der Geruch aus dem Teppich innerhalb der nächsten Tage verzogen sein wird. Sogar die Wochen mit Ellis schlimmster Inkontinenz hatten nicht solch einen widerlichen Gestank hervorgerufen wie dieses Dutzend Malboro-Zigaretten. Wie, in Gottes Namen, wie habe ich nur selber fast 30 Jahre lang rauchen können? Unbegreiflich.

Meine Zeit als Raucher: ich weiß in meiner Erinnerung, dass ich es bin, den ich dort sehe, es sind Bilder meiner Person, und doch sind sie, sind die Filmsequenzen, die in den Speichern meines Hirnes abrufbar lagern, wie Theaterstücke, die ich einst besucht hatte. Es agiert ein Schauspieler meines Namens, den ich immer und überall mit einer qualmenden Zigarette im Mund oder in der Hand ungläubig bestaune, ein fremder Mensch, der beängstigend real in diesen Filmen der Vergangenheit meine Rolle einnimmt.

Nie wieder rauchen! Ich werde nie wieder diese Rolle einnehmen aber auch keinen solchen Darsteller mehr bei mir dulden. Und jetzt werde ich um so mehr dampfen, auf dass der schlimme Gestank nach kaltem Rauch in seinen Nano-Partikeln von den Schlieren des sich niederlegenden aromatischen feinen Nebels umschlossen wird, um beim nächsten Staubwischen auf Nimmerwiedersehen aus der Wohnung hinausgejagt zu werden.