Freitag, 9. Dezember 2016

"Good Girls Revolt" - the very best

Vorhin habe ich extra in diesem Tagebuch zurückgescrollt, um nachzuschauen, wie euphorisch ich die letzte gute TV-Serie bewertet habe. Es wird nämlich zu einem Problem, wenn ich zu oft "das Beste, was ich je gesehen habe" schreibe, dann würde auch ich als Leser bei der abermaligen Lektüre einer TV-Serien-Kritik denken, "ach, der Georg nu' schon wieder ...". Eine Inflation des Guten ist genauso schlecht wie zu viel des Schlechten extra zu erwähnen.

Was soll ich aber machen, wenn ich mich weigere, schlechte TV-Serien oder Filme anzusehen und meine verbleibende Zeit auf diesem wundervollen blauen Planeten lieber dem Genuss des wahrhaft Guten widme? Ich meine, Schlechtes gibt es satt und genug im Leben, da muss ich mich dem doch nicht auch noch freiwillig aussetzen, nicht wahr. Was hätte man dann für ein Hobby? Miesepeter? Wenn ich also nur gute TV-Serien anschaue, verzerren deren regelmäßige Bewertungen das Bild des Positiven abermals, denn durch sie entstünde zwangsläufig eine Art Hitparade all des Guten. Dann wäre die Schulnote Eins plus mit Sternchen bereits deutlich abgegrenzt von einer Eins, von einem Sehr Gut oder Ausgezeichnet. Oder andersherum ausgedrückt, die Eins, immerhin die beste aller Schulnoten, verwandelte sich in eine Drei, wenn ihr die Pluszeichen und Sternchen fehlten.

Ein Dilemma.

Ein weiteres Dilemma tritt zu Tage, wenn nicht genügend Sternchen und Pluszeichen zur Verfügung stehen, es einfach albern aussähe, 1 +++*** zu schreiben.

Genau hier in diesen beiden Dilemmas befinde ich mich jetzt, da ich die TV-Serie "Good Girls Revolt" bewerten möchte, denn sie gehört wahrlich zum Besten, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe - du siehst auch hier: durch den Nebensatz "zum Besten, was ich jemals in meinem Leben gesehen habe" ersetze ich raffiniert die Sternchen und Pluszeichen im Anschluss einer Einser-Benotung und mache damit schon wieder genau das, was ich eigentlich vermeiden möchte. Ein Dilemma ist eben nicht aufzulösen, sonst wäre es schließlich kein Dilemma.

Auch möchte ich nicht in typische schablonenhafte Klischees verfallen wie "gute Regie", "erstklassiges Schauspiel" und dergleichen mehr, denn wenn die Serie zum Besten gehört, was ich je gesehen habe, dann versteht sich so etwas von selber. Solltest du als Leserin oder Leser dieser Zeilen die Serie bisher nicht gesehen habe, bringen dir solche Floskeln herzlich wenig. Doch wie rezensiere ich dann "Good Girls Revolt"?

Negativem wird in der Welt viel mehr Beachtung geschenkt als Positivem. Ich könnte das Positive nun leicht herausstellen, indem ich Negatives über Gebühr betone, etwa, dass es unbegreiflich ist, weshalb Amazon als Produzentin die Serie nach der ersten Staffel bereits wieder abgesetzt hat. Dann wäre es möglich, weiter mit Verschwörungstheorien aufzuwarten, "Good Girls Revolt" ginge intellektuell und historisch den Produzenten zu weit, sei zu radikal, zu feministisch oder es entstünde im Gezeigten ein zu realistisches Bild des Umbruchs der 1960er zu den 1970er Jahren, mit all seinen Vor- und Nachteilen der damaligen Gesellschaft (Drogen, Alkohol, politischer Unruhen, Aufkeimen des Terrors, Rassismus, Gleichberechtigung und noch einiges mehr). Wenn man den Grund einer Absetzung nicht kennt, lässt sich natürlich trefflich spekulieren, bis hin zu skandalisierten Behauptungen, die in ihrer absolut negativen Darstellung erst so richtig einen besonderen Reiz fürs Anschauen der Serie böten. Doch als ein wenig reiferer Geselle im Wust der Welt (oder wie klänge hier: "als gereifter Geselle im weltlichen Wust der Dinge"?) weiß ich, dass Geld alleine der Treibstoff für jedes noch so bedeutende wie unbedeutende Vorhaben ist, daher wird Amazon schlichtweg das Geld zur Fortsetzung dieser Serie ausgegangen sein. Auch hier könnte man Mutmaßungen ohne Ende anstellen aber ein TV-Serien-Skandal wäre als Geldbeschaffungsmaßnahme geradezu ideal, so dass für die Absetzung der Serie inhaltliche Gründe sicher nicht verantwortlich zu machen sind.

Dennoch, jetzt weißt du schon einiges mehr: Es geht um Frauen, um Frauenrechte, um Gleichbehandlung, gleiches Geld für gleiche Arbeit und es wird ein realistisches Bild der damaligen Zeit geboten.

Als rein sachliche Informationen könnten noch die folgenden dienlich sein, nämlich dass die Serie in Kreisen des Journalismus spielt (also kein klassenkämpferisches Arbeiter-Milieu), dass das Drehbuch sowie die Regie sämtliche Personen, selbst die negativen, menschlich erscheinen lassen und nichts und niemand dämonisiert wird, dass nirgendwo auch nur eine Nuance Kitsch zu erkennen ist und dass über allem eine Art positiver Menschensicht steht. Es handelt sich um eine intelligente, tiefgehende und dennoch beschwingte, fast schon komödiantische TV-Serie aber eben nicht um ein agitatorisches oder gar hetzerisches Werk und auch nicht um eine Soap. Als Randnotiz sei angemerkt, dass alles zwar Fiktion ist, so doch tatsächlich Norah Ephorn von einer Schauspielerin durchgehend in einer Nebenrolle dargestellt wird. Das finde ich geradezu ein faszinierendes Element.

Eine Bemerkung möchte ich aber noch extra herausstellen: der Impetus der Serie stammt schon hauptsächlich aus der us-amerikanischen und westeuropäischen Gesellschaft, jemandem mit einer ostdeutschen Biografie fehlen hier womöglich einige historische Parallelen oder die Gewichtung der Ereignisse wird persönlich fremdartig empfunden, anderes bleibt vielleicht unverständlich, da gerade in Bezug auf die berufliche Gleichstellung der Frau oder die Kinderbetreuung der Osten Deutschlands zu jener Zeit wesentlich fortschrittlicher und dem Westen bereits um Dekaden voraus war.

Zehn mal knapp 50 Minuten - wenn du Zeit und die Möglichkeit hast, möchte ich dir empfehlen, diese neun Stunden in einem Rutsch anzusehen oder als zwei große TV-Abende aufzuteilen. Denn erstens vergehen diese Stunden wie im Flug und zweitens wirst du hineingezogen in einen Strudel eigener Erinnerungen. Die Filmmusik besteht größtenteils aus unaufdringlich dargebotenen Hits damaliger Jahre, wer heute also 50 plus ist, wird verzückte und melancholische Momente erleben.

Was würde ich dafür geben, eine zweite Staffel der Serie (an einem Stück) sehen zu können - das darf Amazon überhaupt nicht wissen, denn für diese Serie würde ich sogar einiges an Geld bezahlen. Sie gehört halt zum Besten, was ich je gesehen habe ;-)

Jajaja, "the very best", ich kann's halt nicht lassen ...

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Klon ja oder nein?

Klone ja oder nein? Eine Diskussion darauf zu verkürzen, kann zu keinem Ergebnis führen, denn Markenpiraterie und das Kopieren von Ideen und Produkten sind mehr als nur Glaubens- oder Ansichtssachen in einem Schwarz-Weiß-Verhältnis. Es kommt darauf an, was und wie kopiert wird. Wird beispielsweise nur die Technik kopiert oder sogar der Markenname? Wird ein ganzes Atomkraftwerk kopiert oder nur ein T-Shirt? Wird gestohlen oder kopiert?

Das kopierte virtuelle Lied ist kein Diebstahl, da das Originallied ja nicht entwendet wird, trotzdem wird ein Lied-Kopierer wegen Diebstahls bestraft. Ein kopierter Sänger bei einem Konzert wäre tatsächlich Betrug, da der wirkliche Sänger sich anderswo aufhält.

Es fällt letztlich so vieles in den Bereich des Kopierens, dass ständig alles mit jedem vermischt wird; so wie ich es hier in diesem Eintrag heute vormachen möchte.

Ich gehe mal davon aus, dass die Geschichte des Kopierens der Menschheit hinlänglich bekannt ist, insbesondere die der Entstehung des Gütesiegels "Made in Germany", das durch deutsche Klone, also durch Markenpiraterie deutscher Hersteller, vom einstigen englischen Warnhinweis vor deutschen Produkten zu einem Qualitätszertifikat entstanden ist. Gegebenenfalls bitte bei Wikipedia nachlesen.

Wie immer im Leben sind konkrete Beispiele des Alltags aber viel interessanter.

Wenn ich meinen Arbeitskollegen für ihre Hochleistungs-LED-Lampen geklonte Billigakkus (Lithium-Ionen-Technologie) mitgebe, versetze ich sie in ernsthafte Gefahr und mache mich selber bei einem möglichen Unfall strafbar. Die bei ihrer Tätigkeit benutzten LED-Lampen sind im Militärstandard gefertigte HighTech-Produkte, robust und wasserdicht, demnach natürlich ohne jede Entgasungsbohrungen, Sollbruchstellen oder Entlastungsmechanik versehen. Ein entgasender Akku verwandelt eine solche Lampe tatsächlich in eine Rohrbombe. Schlimme Verletzungen mit diesen Lampen aufgrund schlechter oder fehlerhafter Akkus sind hinlänglich bekannt und dokumentiert. Da heutzutage alle Akkus in Billiglohnländer insbesondere in China hergestellt werden, lässt sich äußerlich kaum mehr ein Unterschied zwischen einem Qualitätsakku und seiner Billigkopie feststellen. Hier bildet der Preis ein Kriterium. Akkus, die weniger als die Hälfte eines Qualitätsakkus kosten, sind mit 99,9 prozentiger Sicherheit minderwertig.

Bei Kleidung ist es natürlich völlig anders. Dort spielt das Thema der Produktsicherheit kaum eine Rolle.

Oder: lediglich ein Design markenrechtlich schützen zu lassen, grenzt am Ende bereits an Perversität und zeugt nicht selten von elenden Auswüchsen egoistischen Geldverdienens in unserer kapitalistischen Gesellschaft. Man denke an die vielen Abmahnungen bei der letzten Fußball-WM, bei der man kaum noch einen Fußball mit den beiden Buchstaben "WM" verwenden durfte, ohne dafür teuer bestraft worden zu sein.

Der Schutz von Markennamen zeigt ebenso seine Absurdität, wenn wir das Beispiel vieler rechtlich geschützter Begriffe wie z.B. "Kinder" betrachten.

US-Konzerne schützen Saatgut patentrechtlich. Eine geklonte Bohne anzubauen steht folglich unter Strafe. Absurd, nicht wahr, aber Realität.

Geldscheine zu kopieren ist auch so eine interessante Angelegenheit. Es wird durch den 50-Euro-Klon weder echtes Geld gestohlen noch wird ein Mensch dadurch sicherheitsbedenklicher Gefahr für seine Gesundheit ausgesetzt. Es handelt sich also "nur" um Betrug wie beim eingangs erwähnten Beispiel eines geklonten Sängers. Virtuelles Geld zu benutzen, ist hingegen das tägliche Brot eines jeden Handels. Virtuelles Geld ist aber dasselbe wie das kopierte virtuelle Lied. Warum werden z.B. Banker dann nicht bestraft?

Bei einem geklonten Werkzeug ist wieder alles anders und das Beispiel des Akkus träfe hier wohl zu.

Wie sieht es aber aus, wenn die Kopie qualitativ besser als ihr Original ist? Sicherheitsbedenken gäbe es dann ja beim Kauf des Originals. Warum wird dann der Hersteller dieses Originals nicht bestraft? Dürfen Fehler oder darf eine Minderwertigkeit markenrechtlich geschützt sein?

Oder: Volkswagen und andere Automobilhersteller bauen einerseits ihre eigenen Klone. Technisch identische Baugruppen führen ungestraft zu Klon-Autos. Andererseits wird der Autor eines Kriminalromans bereits dann betraft, wenn sein Inhalt nur Ähnlichkeit mit dem eines Romans eines Erfolgsautors aufweist. Wieso gelten hier andere Maßstäbe?

Wieso darf ein deutscher Hersteller sein eigenes Produkt in China klonen, wenn er ihm einen Fantasie-Markennamen als Handelsnamen gibt? Warum darf überhaupt ein Markenname eines Herstellers (in der TV- und Unterhaltungselektronik üblich) den Besitzer wechseln und in China werden fortan vom neuen Namenseigentümer legal Klone sogar mit völlig minderwertiger Technik hergestellt? Ist das denn kein Betrug an den Kunden?

Du siehst, alles ziemlich wirr. Ein Klon ist manchmal verboten, ein anderes Mal erlaubt, wieder ein anderes Mal klont ein Hersteller seine eigenen Produkte. So einfach zu antworten, Klon ja oder nein, das funktioniert eben nicht.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Feinstaubalarm

E-Dampf sei ungesund, da man nicht wisse, was sich darin befindet. Das ist eine Lüge, denn man weiß genau, was darin ist und ebenso, dass sich nichts schädliches im Dampf befindet, schon gar kein Feinstaub.

Aber in Stuttgart herrscht seit dem 3. Dezember anhaltend Feinstaubalarm. Der Aufenthalt in Stuttgart ist tatsächlich so ungesund, dass regierungsseitig davor gewarnt wird.

https://www.stuttgart.de/feinstaubalarm/

Für die Katz | Frau Georg

Jetzt weiß ich endlich, wie genau der Spruch "Das ist für die Katz" zu verstehen ist. Seit Tagen besucht mich die dreibeinige Draußen-Katze meiner Nichte nachts, wenn ich von der Arbeit komme. Sie spricht regelrecht mit mir. Sage ich etwas zu ihr, antwortet sie augenblicklich. Nun gut, ich lass sie hinein zu mir in die Wohnung und dann bekommt sie natürlich eine Wurst. Über das, was die liebe Elli in einem Bissen verschlang, macht sich das schwarze Samt-Dreibein, Captain Flint, regelrecht etepetete und lange her. Ich glaube, das gefällt ihr. Danach legt sie sich unten aufs Sofa und schläft ein paar Stunden. Dann kommt sie zu mir, will ein wenig schmusen und beginnt wieder zu sprechen, ich verstehe, sie geht voraus, ich öffne ihr die Tür und lass sie wieder hinaus.

Heute freute ich mich nach der Arbeit schon auf ihren Besuch aber sie war nicht da. Die Wurst steht nun kleingeschnitten in der Diele auf einem Teller und ist tatsächlich für die Katz.

Ach so, und ein Nachtrag zur neuen Xtra-Prepaid-Daten-Karte: sie ist unterwegs. Habe sie allerdings via Internet geordert, am Telefon war's mir dann doch zu musikalisch. Da ich eine ganz neue Karte haben wollte, also nicht als bloße Zusatzoption zu meiner vorhandenen, habe ich sie als Neukunde bestellt. Versehentlich mit einem kleinen Fehler bei meiner Anmeldung, denn der zu setzende Haken im Formular bei "Mann" landete bei "Frau". Jetzt bin ich Frau Georg. Das wird bestimmt noch sehr interessant und aufschlussreich, wenn in meinem Postfach demnächst Spam und Werbung an "Sehr geehrte Frau Georg" eintrifft. Auch wenn bei der Bestellung beteuert wurde, keine Daten an Dritte weiterzugeben, so erwarte ich schon beinahe das Gegenteil. In diesem Fall wäre die Anrede "Frau Georg" definitiv ein untrügliches Indiz einer Unwahrheit, gell. Wäre aber nicht schlimm.

Nie, nie, nie mehr Aldi-Talk

Oha! Nein, ich will's gar nicht lange ausführen, bin sowieso auf 180. Benutze für den Laptop eine Datenkarte von Aldi-Talk, ein 24-Stunden-Flat-Tarif von knapp 2 Euro. Alles gut bis Freitag. Plötzlich war die Karte leer. Ohne zu überlegen habe ich 30 Euro aufgeladen. Montag wurde mir wieder gesimst, die Karte sei leer. Das Wochenende hatte ich aber frei. Nochmal 10 Euro aufgeladen, ist besser als eine Nacht ohne Internet, außerdem bleibt es ja mein Geld aber siehe da, wie bei einem Geldspielautomaten rattert mein Guthaben von dannen. Nun gut, Fehler können jedem geschehen.

Zu Hause nachgeschaut in der Historie meines Online-Accounts. Da stehen korrekte Angaben, Aufladungen 30 und 10 Euro minus der einzelnen Abgänge von 2 Euro pro Tag - alles prima. Aber der aktuelle Stand zeigt an 6 Euro statt 36 Euro. Wie geht denn das? Indem mir ein Tarif angezeigt wird aber nach einem anderen Tarif abgerechnet wird.

Und das Geld rattert weiter wie bei einem Minuten-Tarif. Selbstverständlich sind alle Tarifoptionen richtig gewählt. Dann 0 Euro, Karte ist leer. Keine Verbindung mehr möglich, ich soll schon wieder aufladen. Das zeigt nicht nur die Software am Laptop so an, nein, auch im Internet.

Kontakt mit einem Kundenservice? Gibt es nicht. Zu mir werden zwar SMS geschickt (dass Aldi-Talk Geld haben will, die Karte sei leer), sie lassen sich aber nicht beantworten, da keine Telefonnummer mitversendet wird. SMS erreichen mich nur innerhalb der Aldi-Software auf dem Laptop.

Ein E-Mail-Support ist bei Aldi-Talk nicht vorgesehen. Ist mir jetzt klar, warum, wäre extrem viel Schreiberei für sie.

Telefonieren mit einem Service funktioniert auch nicht, da die Karte nur als Datenkarte im Laptop genutzt wird und der Kontakt zum Service sowieso bezahlt werden muss. Intern und extern. Extern (also von einem Fremdanbieter aus) sogar zu erheblichen Kosten. Die voraussichtliche Wartezeit am Telefon nach eigener Aldi-Angabe beträgt 45 Minuten, ich hatte es tatsächlich versucht, doch um zu sagen, dass etwas nicht stimmt bei der Tarifabrechnung, soll ich also beinahe die Hälfte dessen bezahlen, was als unstimmig von mir beanstandet wird? Das wäre doch ziemlich absurd, nicht wahr. Aber auch lustig: Beanstandungsgebühren. Muss man sich mal vorstellen. Ein Beispiel: da kriegste vielleicht 20 Euro aufgrund eines Fehlers erstattet, musst aber 10 Euro Gebühren für die Beanstandung bezahlen. Ganz abgesehen von der dreiviertel Stunde Wartezeit mit einem Telefon am Ohr. Nein, ich besitze kein Smartphone und nein, auch keinen möglicherweise bereits das für mich erledigenden Soundso-App-Assistenten. Außerdem habe ich, da die Aldi-Karte ja leer ist, sowieso nur die Möglichkeit, zu Hause vom Festnetz aus anzurufen oder jetzt, nicht zu Hause, vom Handy via t-mobile. Dazu müsste ich aber vorher die t-mobile Xtra-Karte aufladen ;-)

Leute, ich fühle mich extrem über den Tisch gezogen.

Kostenloser Kontakt funktioniert nur via Formular im Internet. Zwei mal habe ich bereits formuliert, keine Antwort erhalten, kein Fehler wird behoben. Als Kunde werde ich vollkommen allein gelassen.

Jetzt werde ich mir eine Zweitkarte meiner Telekom-Handykarte bestellen. Eine Xtra-Datenkarte, in etwa derselbe Tarif auch nur zum Aufladen, halt je nach Bedarf. Seit 20 Minuten erklingt aus dem Lautsprecher meines Handys bereits die typische t-online Warteschleifenmusik. Wenigstens kostenlos aber hoffentlich nicht umsonst. Mal schaun, wie lange der Akku das mitmacht ...

Jedenfalls habe ich nun 36 Euro Verlust, quasi für die Katz. Ob ich sie zurückbekomme oder nicht, für mich war's das für den Rest meines Lebens mit Aldi-Talk.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Aus dem Nähkästchen geplaudert

Meine Nachtdienste absolviere ich bekanntlich alleine, doch manchmal treffe ich kurz einen "netten" Kollegen nämlich dann, wenn er sich in der Nähe oder sogar vor Ort auf Streife befindet, den Wagen entfernt von mir parkt und sich leise anschleicht, um mich auf frischer Tat während eines Sekundenschlafs zu ertappen und zu erschrecken. Manche Menschen haben daran förmlich eine kindliche Freude. Nun mache ich meine Arbeit aber schon viel zu lange, um ihnen auf den Leim zu gehen, denn trotz dass ich natürlich nicht vor solchen Momenten des Einnickens gefeit bin, merkt man sie mir nicht mehr an. Ich schrecke nicht mehr hoch und habe mir einen Kanon möglicher Sprüche oder Bemerkungen zugelegt, die automatisiert wie aus der Pistole geschossen meinem Gegenüber glauben lassen, ich sei derjenige, der ihn extra leise während seines Anschleichens beobachtet, um ihn und sein Unterfangen als sinnlos bloßzustellen.

Klingt ziemlich abstrakt. Also ein Beispiel. Ein Zentralist, der auch Streife fährt:

Im bulligwarmen kleinen Raum sitze ich auf einem Drehstuhl, die Fenster sind beschlagen vom vielen E-Dampf. Weit und breit keine Menschenseele. Mangels ausreichendem Sauerstoff befinde ich mich im sogenannten Sekundenschlaf, im Übergang zwischen Wachsein und Traumerlebnissen, da plötzlich wird die Tür laut aufgerissen und der Kollege setzt breit grinsend zu einer Bemerkung an - die ich hingegen bereits in ihrem Ansatz durch die automatisierte Floskel (eine von mehreren) abschneide, indem ich ziemlich gelangweilt mit einem leichten Armschwenk zur Tür nach draußen weisend sage: "Das wär mir viel zu kalt für solche Spökskes. Dich sieht man schon auf 50 Meter". Jetzt gar keine Antwort abwartend, füge ich irgendetwas halbdienstliches hinzu, etwa eine fragende Feststellung, wie: "… du weißt aber schon, dass meine letzte Meldung ins Leere lief, weil du nicht ans Telefon gegangen bist? Du gehst nie ran, wenn ich anrufe."

Augenblicklich wechselt das Grinsen zu einem Blick der Überraschung und weiter zu dem einer leichten Empörung - ich sehe, wie es in seinem Gehirn arbeitet. Dann folgt von ihm so in etwa: "Wie?" (um Denkzeit zu gewinnen, benutzt der Rheinländer allumfassend und bei jeder Gelegenheit ein "Wie?"), "wie, nicht rangegangen? Kann nicht sein. Ich war die ganze Zeit da."

Jetzt ist nicht nur der Klein-Jungen-Spaß des Kollegen-Erschreckens zerplatzt, nein, die Situation ist binnen einer Sekunde um 180 Grad gedreht und er steht plötzlich seinerseits mir gegenüber in Erklärungsnot.

Geklärt wird der Sachverhalt mit zwei, drei Sätzen SmallTalk, also nichtssagenden Bemerkungen in scherzhafter Weise. Es klingt jetzt hier aufgeschrieben und gelesen viel länger und umständlicher als es real ist, denn alles spielt sich innerhalb von vielleicht gerade mal 10 Sekunden ab.

Jaja, so ist das halt. Dann wünsche ich dir mal einen schreckenslosen Dienstag, nicht wahr. Schlaf bloß nicht ein und melde dich (wo auch immer).

Montag, 5. Dezember 2016

E-Dampfen und Macht

Angeregt durch Liliths hervorragenden Artikel "Von rechts nach links", möchte ich dich heute zusätzlich mit meinen eigenen Gedanken zum wahnhaften Vorgehen gegen das E-Dampfen beglücken.

In dem besagten Artikel "Von rechts nach links" stellt Lilith einleitend Gemeinsamkeiten aller politischen Richtungen fest. Ein Nichtrauch-Gebot herrscht heute zum Beispiel in sämtlichen politischen Parteien, durchgehend von rechts nach links. Besonders rauchende Frauen wurden und werden erneut überall abgelehnt. Das E-Dampfen, obwohl es keinerlei Gemeinsamkeit mit dem Tabak-Rauchen hat, gilt grundsätzlich als modernes Pendant zum Rauchen. Letzteres zeigt, worum es also in Wahrheit geht, nämlich nicht um die Gesundheit, sondern um die Einschränkung der Freiheit, die durch das Symbol rauchender Menschen insbesondere rauchender Frauen historisch stets besonders herausgestellt wurde.

Große Hüte und später das Rauchen waren über Jahrhunderte die nach außen gerichteten Symbole herrschender Eliten. Wer rauchte besaß Macht, das reichte bis in die kleinste gesellschaftliche Struktur hinein, die Familie: Väter, Großväter und Onkel rauchten, die Jungen wurden als zukünftige Männer ab ihrer Pubertät in diesen Machtritus eingeführt. Frauen und Mädchen als ohnmächtige Gesellschaftsmitglieder war Rauchen strikt untersagt.

Logischerweise wurde das Rauchen, besonders das der Frauen, in Revolutionskreisen geradezu auf übertriebener Art zur Schau gestellt. Besonders augenfällig geschah dies zu Zeiten des "kalten Kriegs" und früher noch während der russischen Revolution, indem durch die kommunistische/sozialistische Seite all das vorherrschende Verhalten der bürgerlichen Welt demonstrativ ins Gegenteil verkehrt worden war. Allerdings geschah das nur als eine Art Alibi, denn an den politischen Strukturen der Macht wurde auch damals nicht gerüttelt, eine Frau als Generalsekretärin oder als Diktatorin gab es noch nie. Revolutionäre sind sich halt in ihrem Kampf gegen die bestehende Ordnung stets und zu allen Zeiten darin einig, die alten Zöpfe zwar abzuschneiden aber sie sich alsdann selber anzustecken. Revolutionen sind nichts anderes als radikale Machtwechsel der meist männlichen Köpfe - die Strukturen, die diese Macht absichern (Schule, Polizei und Justiz einsetzbar gegen die Bürgerinnen und Bürger als Instrumente der Durchsetzung der Macht), wurden bisher noch von keiner einzigen Revolution abgeschafft, nicht einmal zeitweise.

Die Möglichkeit, ehedem Verbotenes nun in neuen revolutionären Bewegungen tun zu können, führt sogar oft zu skurrilen Auswüchsen wie etwa das Kapern junger Bewegungen oder Parteien durch abgedrehte sektenartige Gruppierungen, die in der Folge versuchen, die Kontrolle zu übernehmen, bis hin zu Kriminellen, die die Hoffnung antreibt, eine zukünftige Mitbestimmung an der Entscheidungsmacht möge ihre eigenen Vorhaben legalisieren (Pädophile bei den Grünen, Legalisierung aller Drogen und damit ihres Drogenhandels, Freiheit der Prostitution, die noch niemals von den Prostituierten selber ausging usw.).

Gesundheitsfanatismus findet sich in allen politischen Ausrichtungen wieder, ebenso in allen Religionen. "Der neue Mensch" ist Ziel von Ideologien und Religionen gleichermaßen. Zentrales Element dieses menschliche Verhalten ist immer nur Macht und Beherrschung. Wer die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger auf seine Fahnen schreibt, tritt nicht für die Zerschlagung der Pharmakonzerne ein, sondern möchte mit seinen eigenen Produkten ihre Allmachtstellung schlichtweg übernehmen und mit deren Profit lediglich die eigenen Taschen füllen.

Doch zurück zum E-Dampfen.

"Warum sind die Briten die einzigen, die objektiv über Rauchen und Dampfen sprechen können?", fragt Lilith in ihrem Artikel.

Das scheint auf dem ersten Blick tatsächlich seltsam, doch ist viel leichter zu erklären als angenommen. Die Macht der Pharmakonzerne konnte sich im vereinigten Königreich bisher nie vollends so durchsetzen und etablieren wie in der übrigen Welt. Obwohl gerade die britische Oberklasse historisch betrachtet zu den schlimmsten Ausbeutern breiter Bevölkerungsschichten gehörte, hatte weder ein verlorener Krieg (sie haben keinen Krieg zu Hause verloren) noch eine Revolution (Ansätze wurden gleich zu Beginn niedergeschlagen) je einen Wechsel dieser Machtstrukturen in ihrem Land zur Folge. Das staatliche Gesundheitswesen dient bei ihnen weniger zum Wohle der Menschen als vielmehr zur Kontrolle bei der Profitmaximierung. Die gigantischen Einnahmen daraus behielten die Regierungen für sich. Da das E-Dampfen die Folgekosten einer Tabak rauchenden Gesellschaft auf einen Bruchteil minimiert, bedeutet es weniger Ausgaben, also mehr Geld für die Regierung und in Umverteilung mehr Leistungen für die Bevölkerung. In den übrigen Machtsystemen der Welt werden die Gesundheitskosten sozialisiert, die Einnahmen hingegen privatisiert. Daher ist die Interessenlage - das Interesse am Geld - eine gänzlich andere in Groß Britannien als im Rest der Welt. Anderswo wird die Wahrheit unterdrückt des Geldes wegen, auf der Insel wird die Wahrheit geschätzt des Geldes wegen. Das ist in unserem Bereich des E-Dampfens reiner Zufall, da der Wahrheitsgehalt glücklicherweise deckungsgleich mit den Interessen der Machtinhaber also der Regierung ist.

Lilith fragt weiter: "Was sind die Konsequenzen wenn die EU zerfällt? Werden wir wieder über uns selbst bestimmen dürfen?"

Wenn etwas zerfällt, wenn Machtstrukturen zerfallen, werden alle mit Ausnahme der Bürgerinnen und Bürger davon profitieren. Würde die EU zerfallen, bekäme die längst vor Gründung der EU global agierende Pharmaindustrie mehr Macht denn je. "Wir", also die Bürgerinnen und Bürger, würden nur verlieren. Die EU muss in unserem Sinne reformiert werden, nicht zerstört. Dabei haben wir nun unerwartete Schützenhilfe durch Groß Britannien erhalten. Denn in einer reformierten EU wäre das vereinigte Königreich selbstredend wieder Mitglied. Zufällig sind wir an einen mächtigen Verbündeten geraten.

Es sind doch gerade die nationalen und eben nicht die EU-Regelungen, die uns heute so sehr zu schaffen machen. Eine Umsetzung der TPDII exakt nach EU-Beschluss wäre recht problemlos möglich gewesen. Also schon heute sehen wir, dass die nationalen Gesetzgebungen die eigentliche Gefahr für uns bedeuten.

Nationalismus ist immer Unfreiheit, denn jeder Nationalismus wendet sich gegen andere und grenzt sich von ihnen ab. Korruption gedeiht überall, doch in Nationalstaaten wuchert sie unkontrollierbar aus den kleinsten Ritzen. Wir sehen an Russland, wie der Nationalstaat einen Flickenteppich neuer "Fürstentümer" lokaler korrupter Oligarchen schafft. Der "Brexit" ist kein Schritt hin zu einem Nationalstaat, sondern er schützt die globale Wirtschaft der Briten vor einem Nationalstaat Europa.

Nochmal, das heutige Europa muss reformiert werden in Richtung eines absoluten weltweiten Freihandels. Handelsschranken unter dem Deckmantel eines Verbraucherschutzes müssen abgeschafft werden. Sogenannte vorbeugende Reglungen des Verbraucherschutzes gehören gänzlich gestrichen aus allen Regierungsaufgaben der Welt (Politik und Wirtschaft können nicht den Menschen erziehen und dürfen ihm nicht seine Eigenverantwortung nehmen). Der Verbraucherschutz muss durch ein internationales verbraucherfreundliches aber vor allen Dingen uneingeschränktes Haftungsrecht ersetzt werden.

Es gibt also viel zu tun - Zerstörung ist immer die leichteste und schlechteste Variante dessen.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Der Spielfilm "Sully"

Habe bis gerade eben Clint Eastwoods Spielfilm "Sully" mit Tom Hanks in der Hauptrolle des Captain Sullenbergers gesehen. Der Film handelt über die Notwasserung des Airbus 320 im Hudson River nach dem Totalausfall beider Triebwerke durch Vogelschlag, bei der im frostigen Januar 2009 alle 155 Passagiere und Crewmitglieder wie durch ein Wunder überlebten.

Ein Film ohne Tote und, bis aufs Flugzeug natürlich, ohne Zerstörung, der dennoch spannend von seiner ersten bis zur letzten Sekunde ist, obwohl man von Beginn an bereits alle wesentliche Fakten und den positiven Ausgang kennt. Kein Kitsch, kaum Filmmusik, wenige Computeranimationen; der Film lebt einerseits vom wunderbaren Ausgang der Realität und andererseits von Clint Eastwoods toller Regiearbeit sowie der guten schauspielerischen Leistungen Tom Hanks und Aaron Eckharts als Copilot Jeff Skiles.

Ein völlig unspektakulärer aber unglaublich wohltuender Film. Meine persönliche Schulnoten-Bewertung lautet daher eine klare Zwei plus. Absolut sehenswert.

Samstag, 3. Dezember 2016

Layout

Bin heute sprachlos und ein wenig am Rumspielen mit den Links der rechten Spalte; klick mal auf eines der Bildchen bei "Tägliches" :-)  Ist noch nicht fertig, ich muss nachher zu Hause erst etwas schlafen und so weiter und so fort ...